Riesenmaschine

19.01.2007 | 12:48 | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles

Wick mich!

In Frédéric Beigbeders 39,90 wird ein Werbespot beschrieben, in dem sich ein Model lasziv Joghurt in den Mund und übers Gesicht rinnen lässt, um anschliessend in die Kamera zu hauchen: "I love it when it comes in my mouth" (Gedächtnisprotokoll). Damit wollte der Autor vermutlich spotartig auf ein in der Branche weit verbreitete Binse anspielen, wonach Geschlechtlich-Anzügliches den Abverkaufszahlen förderlich sei. Allerdings hat die Realität längst gleichgezogen, indem nämlich inzwischen nicht nur Diät-Margarine mit hochglanzmagaziniger Softerotik beworben wird, sondern neuerdings auch Hustenbonbons. "Jetzt wird's feucht im Mund" lautet allen Ernstes die neue Headline zur Kampagne für Wick-Halsbonbons, die auch ästhetisch in die Fussstapfen von Lätta et al. steigt. Der kleine Schönheitsfehler, dass es dort zuvor auch schon feucht war, wird mehr oder weniger wirksam gekontert mit der Behauptung, dass durch eine zugesetzte Chemikalie zusätzlicher Speichel im Mund freigesetzt wird und es also dort noch feuchter als vorher wird. In Wahrheit wurde der gesamte produktseitige Irrsinn allerdings nur unternommen, um endlich mal eine richtig versaute Werbung für eines der bis dato unsexyesten aller Produkte machen zu können – hinter Margarine.


14.01.2007 | 02:31 | Alles wird besser

Fortschritt in Progress

Leider nur 1:29 lang ist dieser neue Imagespot für Honda von Wieden + Kennedy London. Dabei könnte man "Asimo allein im Technikmuseum" gut für die Dauer eines Hollywood-Spielfilmes dabei zusehen, wie er, der selbst eigentlich als Exponat in die Ausstellung gehörte, mit menschlicher Neugier und Faszination die technischen Errungenschaften und Pionierleistungen vergangener Epochen bestaunt. Und für alle, die bis dahin noch nicht verstanden haben, worum es hier geht, wird am Schluss die Kernaussage des Clips als frenetische Feier des Fortschritts an sich und als solchem noch einmal verbal formuliert: "Technology – making better better. Onwards, upwards, anything but backwards. Tapping progress on the shoulder and saying: 'more forwards, please!'" Emphatischer, pathetischer hätten wir es auch auf Deutsch nicht sagen können.


05.01.2007 | 10:59 | Zeichen und Wunder

Servicehimmel Deutschland?


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)

Sag beim Abschied lousy Service! (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Service – was für eine merkwürdig schillernde Vokabel? Obwohl Deutschland diesbezüglich in weiten Teilen der Welt immer noch als Diaspora gilt, begegnet einem das Wort doch beinahe auf Schritt und Tritt, wobei es die unterschiedlichsten Sachverhalte bezeichnet. Trotz semantischer und räumlicher Nähe meint zum Beispiel der "Videoservice" etwas ganz anderes als der "Filmservice". Kein Wunder also, dass nun auch die Evangelische Kirche sich auf ihre originären Servicequalitäten besinnt und im Zuge des liberalisierten Ladenschlusses noch einmal ihren erodierenden Wettbewerbsvorteil gegenüber dem stationären Einzelhandel marketingtechnisch voll ausspielt. Schliesslich ist Gottesdienst ja auch nur ein anderes Wort für Service – zumindest im Englischen.


29.12.2006 | 13:43 | Berlin | Alles wird schlechter

Vorsicht Stufe


Dank an André C. Hercher für Hinweis und Foto (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
2006 war wohl so etwas wie ein durchwachsenes Jahr für den Architekt Meinhard von Gerkan. Nachdem er sich mit seinem seitlich zusammengestutzten und mittels Kassettendecke verstümmelten Berliner Hauptbahnhof nichts als Ärger eingehandelt hatte, sollte wenigstens bei der Umgestaltung des Alexanderplatzes durch sein Büro Gerkan, Marg & Partner alles reibungslos gehen. Um sicher zu gehen, dass diesmal auch ja nichts anbrennen würde, befleissigte sich der Entwurf eines maximalen Minimalismus, der vielerorts sogar als Einfallslosigkeit missverstanden wurde. Einziges unverwechselbares Detail, das auf die Handschrift des Architekten hindeutet, ist eine umlaufende Stufe. Eine einfache Stufe – was soll damit schon gross schiefgehen? Das bekommt selbst Berlin nicht hin, eine einfache Stufe zu verhunzen, mag sich der Architekt gedacht haben. Doch da hatte er die Rechnung ohne Berlin gemacht.


20.12.2006 | 15:52 | Berlin | Nachtleuchtendes | In eigener Sache

Riesenmaschine plant ihren Jahreswechsel


Eine Rampe für 2007 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)


Was macht die Riesenmaschine eigentlich an Silvester? Die Freunde vom Radialsystem V waren so nett und haben uns und allen, die Lust haben, mit uns zu feiern, eine Rampe gebaut. Wir empfehlen die perfekte öffentliche Privatparty: In strategisch günstiger Lage zwischen Kreuzberg, Friedrichshain und Mitte (Kurzstreckenradius zu den anderen Clubs), Sonnendeck geöffnet und beheizt, Spielraum und Schlafsaal für Kinder vorhanden. (Bitte Schlafsäcke mitbringen!)

Die Konditionen: 25 Euro Eintritt inklusive Silvesterbuffet, 10 Euro ab Mitternacht, Getränke die ganze Zeit zu moderaten Preisen. Wegen der grossen Nachfrage wird um Voranmeldung gebeten, insbesondere wegen der Planung des Essens und der Kinderbetreuung.

Der Fahrplan: Einlass ab 21:00 Uhr. Um 21:30 Uhr: My dearest...my fairest (musikalische Performance mit Joanna Dudley & Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola). Danach: DJ Ipek (Oriental House), DJ Borat's Polka Polonaise, DJ Meta Beckerstedt und Fichtenelch Twang (80s Fucked-up), DJ-Team Kirk-Show feat. Kirk, Larry und Cornelius (90s Glam), DJ Bock zum Gärtner (00er Wahllosigkeit).


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"Watchmen" (Zack Snyder, 2009)

Plus: 3, 12, 21, 22, 23, 24, 25, 33, 37, 42, 48, 61, 63, 66, 71, 73, 75, 79, 80
Minus: 27, 30, 43, 46
Gesamt: 15 Punkte


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