13.03.2006 | 21:39 | Supertiere | Alles wird besser
 Politisch korrektes Katzenfutter (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Ein neuer Stern am Katzenfutterhimmel ist aufgegangen und wird derzeit massiv beworben. Das ursprünglich aus der Schweiz stammende Perfect Fit von Mars Incorporated/Masterfood schickt sich an, den heiss umkämpften Markt mittels Psychologie aufzurollen. Das Trockenfutter kommt im Plastikbeutel und erinnert an Aufbaunahrung aus dem Fitnesstudio, die im Namen angelegte Doppelbedeutung weist jedoch über diese naheliegende Assoziation hinaus. Und zwar wird die Zielgruppe der Katzen in drei Typen eingeteilt, die mit je einer eigens abgestimmten Linie bedacht werden. Für den Streuner gibt es "Active", für die überzüchtete Rassekatze "Sensitive" und, ganz neu, für die fette Hauskatze "In-Home". Allerdings wird in der Kommunikation sehr behutsam auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten Rücksicht genommen. Nicht nur das Sensibelchen wird  Salonlöwe (In-Home-Katze) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)als "empfindliche Samtpfote" mit Glaceehandschuhen angefasst, besonders die multiplen Komplexe der Hauskatze gegenüber dem "lebhaften Abenteurer" werden abgefangen, indem man sie als "gemütlichen Salonlöwen" euphemisiert. Abgeschaut hat man sich das im Bereich der menschlichen Mode, wo es auch "für den starken Mann" oder "für die ganze Frau" heisst. Wie im letzten Jahr die Kampagne des Kosmetikherstellers Dove dem engstirnigen Schönheitsideal ein jähes Ende bereitet hat, so dürfte dank Perfect Fit die Diskriminierung von Katzen wegen ihres Ausgehverhaltens bald Geschichte sein.
09.03.2006 | 12:13 | Supertiere | Alles wird besser
 Schlau durch Internet (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)"Was ist eigentlich dieses Internet, von dem man in letzter Zeit so viel hört?" – eine Frage, wie gemacht zur Beantwortung durch das Supatopcheckerbunny, bekannt aus Print, Funk und Fernsehen, vulgo: Bühne, das mit seinem treuen Gefährten, dem Hilfscheckerbunny (das noch lernt) messerscharf analytisch die Weltenläufte auseinandermontiert und blitzgescheit so wieder zusammenbaut, dass sie (fast) jeder kapiert. Das STCB hat jetzt auch Internet. Genauer gesagt: Ein eigenes Bunny-Internet, wo es zusammen mit dem HCB und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Kirk und Cornelius die Weltenläufte usw. Riesenmaschine empfiehlt: Sofort bookmarken und schlau werden mit den Bunnys!
05.03.2006 | 02:46 | Anderswo | Alles wird besser
Ein merkliches Anzeichen der fortschreitenden Globalisierung ist, dass der tägliche Spam ("Müll und Wurfsendungen in elektronischer Form", wie die Bundesregierung auf ihrer frisch freigeschalteten "Internet für Doofe"-Site mit dieser merkwürdigen Adresse erläutert) aus immer neuen Weltregionen im heimischen Postkasten eintrifft, und dabei immer vielschichtigere Formen annimmt. Wie der Spiegel letztes Jahr berichtete, ist die avancierte Internet-Betrügerei in Nigeria bereits zum drittgrössten Devisenbeschaffer geworden, in der Weltzentrale Lagos ist um das "Storylining", das Ausdenken und Ausschmücken der psychologisch diffizilen mehrstufigen Betrugs-Inszenierungen ein boomender Kreativsektor entstanden, der jungen Menschen mit viel Phantasie und leidlichen Fremdsprachenkenntnissen eine überdurchschnittliche Berufsperspektive bietet. Ein Gutteil der hier grafisch veranschaulichten Datenströme zwischen schwarzem Kontinent und Rest der Welt dürfte mittlerweile auf das Konto dieses neuen Zweigs der Unterhaltungsindustrie gehen.
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Immer mehr kalte Kontaktaufnahmeversuche erreichen uns in jüngster Zeit aus China, wo die allgemeine wirtschaftliche Aufbruchsstimmung eine spontan organisierte Form des Peer-to-peer-Aussenhandels hervorgebracht hat, die nach der Methode "Schrotgewehr" funktioniert. So schreibt uns heute etwa ein Mensch mit dem Absender "Your friend: Tang Weigang" unter dem Betreff "Der Oelgemaeldespartner aus China", dass er 1997 in Deutschland war, um dort Bierbrauen zu lernen, und es für "das schönste Land der Welt hält". Dann weist er uns höflich auf seinen professionell gestalteten Webshop für customized Ölgemälde hin, der die geballte Schaffenskraft der Künstlerkolonie Putian bündelt und in den Dienst der Weltgesellschaft stellt. Im Gegensatz zu dem üblichen Müll in elektronischer Form, der uns aus der dekadenten westlichen Welt erreicht und meist um die Vergrösserung von Körperteilen und die Verbesserung der sexuellen Performanz kreist, begrüssen wir diese Form der höflichen elektronischen Postwurfsendung ausdrücklich, geben den Hinweis gern weiter und werden in Gesprächen mit Herrn Weigang die Möglichkeit ausloten, den Bildteil der Riesenmaschine auf handgemalte Ölbilder umzustellen.
03.03.2006 | 16:03 | Fakten und Figuren
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Mal im Ernst, Logitech, das glaubt ihr doch selbst nicht, dass so der "Manager von heute" aussieht: Wie ein Möchtegernpopper, der sein Reissverschluss-Sweatshirt bei Strauss-Innovation kauft, im Büro Headset trägt wie der letzte Callcenter-Angestellte, vor sich auf dem Schreibtisch brav symmetrisch Tastatur, Aufklapphandy und eine ergonomisch geformte Wireless-Mouse mit Rallyestreifen à la Hardcore-Gamer drappiert. Oder jedenfalls, falls dem doch so sein sollte, können wir nicht erkennen, was daran "smarter denn je ..." sein soll. Für uns sieht es eher leicht minderbemittelt und wenig Respekt einflössend aus.
28.02.2006 | 06:03 | Sachen kaufen | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Kommt das Huhn zum Schwein und schlägt vor: "Schwein, lass uns ein Joint Venture machen!" "Prima Idee," entgegnet das Schwein, "was wollen wir denn herstellen?" Darauf das Huhn: "Bacon and eggs, natürlich." Vielen Marken geht es dieser Tage schlecht, sie stehen vor Problemen, die sie aus eigener Kraft nicht lösen können. Deshalb suchen sie sich Verbündete, Freunde und Partner, die all das mitbringen, was sie nicht haben, mal für punktuelle Aktivitäten, mal für längerfristige Liaisons. Oft ist unklar, wer dabei Schwein ist und wer Huhn. So schmücken sich Sportartikelhersteller mit japanischen Designerlabels. Wenn BMW mit Apple kooperiert, und VW mit Apple kooperiert, um vom Nimbus des iPod zu partizipieren, dann setzt Mercedes mit dem "Smart imove" noch eins drauf und kooperiert mit Apple und MTV. Marketingstrategen sprechen in diesem Zusammenhang sicherlich von "Win-Win-Situation", aber wie so oft gilt auch hier mitunter der Satz "Zwei Einbeinige ergeben noch keinen Sprinter". Zu den schlimmsten Totalausfällen auf diesem Gebiet zählt die Verbindung von Nestlés Smarties und Haribos Goldbären zu Fruity Smarties, wobei gegen die Ehe von Milka und Langnese aus den verfeindeten Häusern Kraft und Unilever prinzipiell nicht viel einzuwenden ist. Branded Brands nennen die Kollegen von Trendwatching.com diesen neuerlichen Hang zur seriellen Monogamie von Marken und führen eine lange Liste weiterer Beispiele auf. Die Annalen der jüngeren Zeit verzeichnen zwei wunderschöne Neueinträge, bei denen abrutschender europäischer Auto-Adel aus der Playboy-Ära sich mit neuem Computerschrott-Geld aus Fernost paart, wodurch gleichzeitig der gemeinsame Nachwuchs – sprich: generische Laptops – mit einem Sehnsuchtsfluidum physikalischer Beschleunigung und Geschwindigkeit überzogen wird, das man im Zeitalter unsichtbarer digitaler Taktung schon unwiederbringlich verloren glaubte: Nachdem der Volumenhersteller Acer sich mit Ferrari verbandelt hatte und mit dem Ferrari 4000 das erste Notebook "in exklusivem Ferrari-Rot" auf den Markt gebracht hatte, dessen "ultimative Technologie ... in der Welt der Formel 1 entwickelt und perfektioniert wurde", antwortet Konkurrent Asus gar nicht faul mit einer Serie von Lamborghini Notebooks in den typischen Farben Schwarz und Gelb, die "alle markanten Eigenschaften eines echten Lamborghini" aufweisen sollen. Was die Zukunftstauglichkeit dieser ungleichen Paarungen anbelangt, so scheiden sich daran die Geister. Niklas Luhmann jedenfalls wäre skeptisch und warnt: "Ehen werden im Himmel geschlossen, im Auto gehen sie auseinander."
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Nase mit dem Ellenbogen berühren
- auf dem Scheitelpunkt des Lichts surfen
- Antennenpflege
- Lido, bestimmt (früher: Westside)
SO NICHT:
- ein Zeichen setzen
- Lemming-Verunglimpfung
- "Der gemeine Hosenwurm", G. Grass
- Januarigkeit
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Solntse", Alexander Sokurov (2005)
Plus: 3, 8, 10, 21, 45, 55 Minus: 94 Gesamt: 5 Punkte
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