11.02.2006 | 21:24 | Papierrascheln | In eigener Sache
So sehr die Riesenmaschine jeglicher Form der Vetternwirtschaft abhold ist, so wenig trifft das auf Verwandtschaftsverhältnisse ersten Grades zu. Deshalb empfehlen wir an dieser Stelle schamlos zur regelmässigen Lektüre das Weblog 52wochenenden.de, in dem das aus einer Hochbegabtenfamilie stammende Musik- und Multitalent Jens Friebe immer dienstags von seinen wochenendlichen Ausgeherlebnissen, Ausschweifungen und Ausfällen kündet. Im Stile des Roman Fleuve geht das Autobiografische fliessend ins irrlichternd Irreale über, Fakt und Fiktion wohnen einander bei, Ähnlichkeiten mit zumeist quicklebendigen Personen sind alles andere als zufällig – Genderfucking inklusive. Das Live-Experiment, das nach Ablauf des Jahres in Buchform erscheinen wird, läuft übrigens auf der Engine der Riesenmaschine. Und das unten stehende Foto ist lediglich typähnlich, das auch nur rein zufällig.
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
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30.01.2006 | 04:51 | Sachen kaufen | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Es ist an der Zeit, ein Duschgel zu feiern, wie es so gebraut kein zweites gibt. Bei der Discount-Handelsmarke TIP (i.e. Toll im Preis) ist es zu Hause. "Avocadoöl & Mandelmilch" steht auf dem Etikett. Aber das ist eine Mogelpackung, denn vom ersten Moment des Öffnens verströmt der Inhalt – anders als das mit nur moderatem Aroma-Impact ausgestattete Markenprodukt Fa Joghurt Vanilla Honey – ein schwindelerregend betörendes Vanille-Aroma, das wie die Proustsche Madeleine Instantassoziationen glücklicher Kindertage heraufbeschwört. Daran, wie die Grossmutter, im Kittel am Herd stehend, mit dem Holzkochlöffel rührend warmen Vanillepudding herstellt. Verteilt man die Substanz auf dem Körper, ist es, als tauchte man in ein Bad aus warmer Puddingcreme ein. Konsistenz und Optik entsprechen, wie bei jedem guten Duschzeug, der von Sperma, was besonders den weiblichen Teil der Nutzerschaft zusätzlich erfreuen dürfte. Wer einmal seine Dünkel gegenüber räsonabel bepreisten Körperpflegeprodukten überwunden hat, kann dieses täglich sprudelnden Freudenquells teilhaftig werden, auf den mich erst der Lebemann und Connaisseur Wolfgang Herrndorf mit der Nase stossen musste.
29.01.2006 | 13:42 | Berlin | Sachen anziehen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Nein, von einer Schrumpfung durch die taktiererisch bedingten Umzugsmanöver von Messechef Karl-Heinz Müller war für den unbedarften Besucher der Bread & Butter zur Eröffnung am vergangenen Freitag nichts zu spüren. Die beiden riesigen Hallen wirkten gut gefüllt, sowohl was Aussteller, als auch Besucher anbetrifft. Dass das ein oder andere Label fehlt, vermag kaum zu schmerzen, denn das bunte Einerlei von basic Streetware bis upper Urbanware ist so schon ermüdend genug. Immer noch bilden ausgewaschenes Denim und ausgemustertes Bundeswehroliv die Grundtöne, mit denen die Coolnessbranche operiert. Im Fashionbereich sticht die Multiplikation der Labels ins Auge, die im Kielwasser von Maegde und Knechte nur noch homöopathisch ironisch mit Deutschtümelei, Heimat- und Nostalgievokabular experimentieren. Am Stand von Adelheid gibt es Tannenzapfenbier aus dem Schwarzwald. Die Blut-und-Boden-Fraktion trifft sich am Stand von Blutsgeschwister. Einen wirklich spektakulären Messeauftritt legt jedoch Philipp Plein hin. In den Gondeln einer original antiken Geisterbahn wird man an rührenden Schreckeffekten vorbei in den hinteren Teil des Messestandes chauffiert, wo einen zwei schwule Matrosen und ein schmieriger Elvisimitator in Empfang nehmen. Offensichtlich scheint diese Verwirrungstaktik gut anzuschlagen, denn am Ausgang rissen sich die Besucherinnen die Orderformulare für die mit Svarowski-Strass bestickten Jeans und Militaria (Slogan: "Get rich or die") förmlich aus den Händen.
26.01.2006 | 15:24 | Alles wird besser | Papierrascheln
 Bullshit Castle bei Stuttgart (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Nachdem es lange bei deutschen Verlagen herumlag, und keiner es wollte, hat sich nun Suhrkamp entschlossen, Harry G. Frankfurters bestechenden 1988er Essay On Bullshit auf Deutsch herauszubringen. Als gehirnwaschende Lektüre und probate Vorbereitung für die nächste Ausgabe der Powerpoint Karaoke sei der mit einem Preis von 8 Euro human kalkulierte Band hiermit wärmstens empfohlen. Dazu passt eine Meldung von vorgestern, wonach DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche einen massiven Stellenabbau, diesmal vor allem in den Managementetagen, angekündigt hat. Unter anderem soll die Verwaltungszentrale in Möhringen nahezu komplett aufgelöst werden, die Zetsches Vorgänger Jürgen Schrempp einmal – und vermutlich treffend, denn wer, wenn nicht er, konnte das beurteilen? – als "Bullshit Castle" bezeichnet hatte. Vielleicht kein Sieg, aber immerhin eine gewonnene Schlacht im fortwährenden Kampf gegen den Bullshit.
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"Kidnap Capital", Felipe Rodriguez (2015)
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