Riesenmaschine

03.08.2005 | 10:46 | Sachen kaufen

Das neue iPod


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Ja, ich gebe zu, ich wurde bestochen, gekauft und korrumpiert. Weil ich eh ein neues Handy brauchte und mit dem Gerät für eine Modestrecke in der Musikzeitschrift Intro posierte, bekam ich nun das neue Sony-Ericsson Walkman-Handy "W800i" zugeschickt. Die Modestrecke handelte vom NBI im Berlin und den Menschen, die dort Veranstaltungen machen. Urbane Szenechecker als Testimonials, quasi. Das Handy spielte dabei die Rolle des Alleskönners und täglichen Begleiters, nicht so sehr wegen seiner Organizer-Funktionen und der integrierten Zwei-Megapixel-Kamera, vielmehr wegen seines Walkman-Features, das es zum iPod light macht und an die glorreiche Zeiten der Audiocassette anknüpfen soll, als Sony noch synonym für mobile Musik stand. Bei Inbetriebnahme entpuppt sich das schmucke Ding denn auch weniger als veritables Business-Handy, denn als Teenie-Tool: Kein einziger normaler Klingelton verfügbar, stattdessen die komplette Jamba-Hölle vorinstalliert. Ebenso eine ganze Batterie pastelliger Bildschirmhintergründe und Screensaver mit Diddlmaus-Appeal. In der Musikrubrik Tonnen von Disco- und NuMetall-Kloppern, die offensichtlich auf diesem Weg in die Charts befördert werden sollen.
Hat man erst einmal den ganzen Schrott gelöscht und sich mit den Basiseinstellungen vertraut gemacht, erweist sich das Ding als durchaus alltagstauglich und selbst der Musikupload mit Platz für ca. zehn Alben vermag zu gefallen, wenn man bis dahin keinen iPod besessen hat. Vor allem aber überzeugt das etwas versteckte UKW-Stereo-Radio mit Sendererkennung und fantastischer Klangqualität.

(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Schon seit geraumer Zeit propagiere ich UKW-Radios – zum Beispiel das von "elta" für 5,99 € bei Saturn – als bessere und billigere iPod-Alternative. Hier markiert das "w800i" noch einmal einen deutlichen Qualitätssprung. So höre ich jetzt auf Schritt und Tritt Deutschlandradio, Nachrichten im Halbstundentakt, die vorher und nachher noch einmal zusammengefasst werden, und weiß am Ende eines langen Tages, was "wirklich läuft" und vor sich geht in der Welt.
Und die Musikauswahl von zum Beispiel Motor.fm schlägt auf Dauer jede 30GB-Festplatte. Lest meine Lippen: UKW ist das neue iPod! Und dank des "W800i" demnächst vielleicht sogar bald auch im Kinderzimmer ...


01.08.2005 | 16:52 | Fakten und Figuren

Da ist ein Haar in meiner Werbung

Eine Studie des Marktforschungsinstituts MediaAnalyzer hat im Auftrag von Vidal Sassoon untersucht, welchen Aufmerksamkeitswert die verschiedenen Haarfarben in der Werbung haben.
(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Demnach ist braunes Haar sehr aufmerksamkeitsstark und eignet sich für den Einsatz im Bereich Kosmetikprodukte, Schokolade und Autos. Gleichermassen hohe Wahrnehmungswerte besitzt rotes Haar, jedoch sollten Rothaarige keineswegs für Milchprodukte, Streichhölzer, Batterien oder Hochwasserversicherungen werben. Gradationen in Blond eignen sich als Werbeträger für Waschmittel, Milchprodukte und Zeitschriften, geniessen aber überraschenderweise insgesamt weniger Aufmerksamkeitswert. "Wir sind davon ausgegangen, dass insbesondere bei Männern die Blondinen sehr stark wahrgenommen werden, aber genau das Gegenteil ist der Fall", so Dr. Scheier, Geschäftsführer von MediaAnalyzer. "Insbesondere hellblondes Haar hatte im Test die schlechtesten Werte". Ein passender Gag dazu, der irgendwie von Werbern, Mantafahrern, Brüsten und Enie van de Meiklokjes handelt, wird uns sicher in Kürze einfallen und nach der Freischaltung hier auftauchen.


30.07.2005 | 18:12 | Alles wird besser

Fast Menschlich


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Neue Konkurrenz für Horst Köhler: Der auf der Expo in Aichi vorgestellte Roboter "Repliee Q1" (Mitte) gilt als menschenähnlichste Maschine aller Zeiten. Der von Robotikprofessor Hirosho Ishiguro an der Universität von Osaka entwickelte Humanoid kann zwar nur sitzen, Arme und Kopf bewegen, dafür bewegen sich Lippen und Lider, sogar der Brustkorb hebt und senkt sich beim Sprechen. Bislang ist es den Forschern jedoch noch nicht gelungen, den "Repliee Q1" von elektrischen Schafen träumen zu lassen ...

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Sextremsport


29.07.2005 | 13:52 | Anderswo | Selbstversuche

Sextremsport


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Verdammt noch mal! Nachdem wir uns im letzten Sommer (angefixt durch einen Beitrag auf designboom.com) fest vorgenommen hatten, dieses Jahr zumindest in Delegationsstärke am jährlichen russischen Sexpuppenraftingwettbewerb "Bubble Baba Challenge" teilzunehmen, müssen wir heute erfahren, dass dieser allem Anschein nach bereits am morgigen Samstag in Losevo in der Leningrad-Region stattfindet. Dass uns das entgangen ist, mag zum Teil auch der etwas irreführenden Informationspolitik der Veranstalter geschuldet sein. Jetzt noch Flüge zu organisieren, dürfte schwierig werden. Da die Jungs von "MTV-Jackass" aber längst auf das Event aufmerksam geworden sind, angeblich sogar Johnny Knoxville und Steve-O an den Vorausscheidungen im Juni teilgenommen haben, besteht Hoffnung, dass diese sympathische neue Extremsportart demnächst sogar in heimischeren Gefilden anzutreffen sein wird.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Bay Watch


28.07.2005 | 10:15 | Papierrascheln | Vermutungen über die Welt

Politischsein


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Ohne hier jede Woche aufs neue die Jungle World anpreisen zu wollen, wobei das wirklich eine sehr lesenswerte Zeitung ist: Das Sommerloch bringt ein paar erstaunliche Grundsatz-Titelgeschichten hervor, diese Woche über die 68er, eine Abrechnung mit der Abrechnung mit 68, sozusagen. Was es mit "dem Politischsein" auf sich hatte, fragt Diedrich Diederichsen in seinem Beitrag "Wir waren so politisch" und schreibt Sätze wie: "Die Politisierung fragte das Alltagsleben: 'Alles markieren?' Der Imperativ des Politisch-sein-Müssens klickte auf das Ja-Feld." Bzw.: "Da man Intellektueller war, konnte man nicht sagen: Ich will die BRD der mittleren sechziger Jahre verlassen und in einen Film von Godard oder eine Schallplatte der Rolling Stones hineinkriechen, aber man konnte genau aus diesem Wunsch ein Konzept für eine umfassende Umgestaltung des Lebens entwickeln, das man 'Politischsein' nannte."
Das ist der gute alte Diederichsen-Sound, den wir so gerne lesen. Nun ja, zumindest einige von uns. Zumindest ab und an, wenn Sommer ist.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Träumende Medien


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