Riesenmaschine

26.07.2005 | 12:16 | Supertiere | Essen und Essenzielles

Crunchy Frog

"We use only the finest baby frogs, dew picked and flown from Iraq, cleansed in finest quality spring water, lightly killed, and then sealed in a succulent Swiss quintuple smooth treble cream milk chocolate envelope and lovingly frosted with glucose." Das erläutert Mr. Milton, Besitzer der Whizzo Chocolate Company, dem angesichts Praline Nr. 4 ("Crunchy Frog") sachte konsternierten Testesser Inspector Praline im gleichnamigen Sketch von Monty Python.
(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Heute veröffentlicht die Berliner Zeitung dieses vom Stuttgarter Agrarministerium freigegebene Bild eines in einer Packung Speiseeis eingefrorenen Frosches, die ein sachte konsternierter Verbraucher den Behörden übergeben hatte. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein findiger Eventmanager auf die glorreiche Idee verfällt, die Hausfrauengilde von Barely auf einer Wiese vor der Stadt die Schlacht von Pearl Harbour nachspielen zu lassen.


24.07.2005 | 12:04 | Anderswo | Sachen kaufen

Umnutzung I: Missbrauch von Shoppinggerät


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Auf dieses interessante ebay-Angebot unter der Bezeichnung "Stainless Steel BBQ Grill" machte uns heute die FAS aufmerksam. Die Produktbeschreibung des gegenwärtig bei 305 US-$ taxierten Designobjekts lautet: "This is the first in our line of Stainless Steel BBQ Grills. Our research and development team (not pictured) spent twenty minutes on the design. It uses all wood or Charcoal, and the prices are very reasonable."

Sehr gut möglich, dass die wirklich richtungsweisenden Designinnovationen der Zukunft unter Rezessionsbedingungen in der produktiven Umnutzung und Umdeutung vorgefundenen Inventars des Alltags liegen – Stichwort: Favela-chic. Frohgemut eröffnen wir ein neues Suchfeld und zitieren zur Einnordung noch einmal aus Michel de Certeaus "Kunst des Handelns" (1988, S. 13), wo die Theorie des produktiven Konsums durch Aneignung und Umnutzung erstmals ausformuliert wird:

"Das Gegenstück zur rationalisierten, expansiven, aber auch zentralisierten, lautstarken und spektakulären ist eine andere Produktion, die als 'Konsum' bezeichnet wird: diese ist listenreich und verstreut, aber sie breitet sich überall aus, lautlos und fast unsichtbar, denn sie äußert sich nicht durch eigene Produkte, sondern in der Umgangsweise mit den Produkten, die von einer herrschenden ökonomischen Ordnung aufgezwungen werden."


23.07.2005 | 16:35 | Sachen kaufen | Papierrascheln

Fun ist eine Riesenmaschine

Die Tatsache, dass Christina Aguilera ihren neuen Song mit dem intelligenten Titel "Hello" exklusiv an Mercedes verkauft hat, nimmt der Wirtschaftsteil der ZEIT zum Anlass, in einem ziemlich langen und durchaus gehaltvollen Riemen mal grundsätzlich über das Thema "Branded Entertainment" nachzudenken und festzustellen, dass globale Unternehmen ihre Marken mit der Popkultur fusion- und so gleichermaßen Werbung wie Medienindustrie revolutionieren. In diesem Zusammenhang kommt auch ein BMW-Marketingchef namens Torsten Müller-Ötvös zu Wort, der erkannt hat und androht: "Die Entertainmentindustrie war schon immer die größte Marketingmaschine der Welt. Das werden wir uns zu Nutze machen."

Nichts anderes predigen wir den lieben langen Tag. Und nichts anderes haben die vielgescholtenen Adorno/Horkheimer schon in den 40ern gepredigt und in ihrem Kulturindustrie-Kapitel notiert: "Kultur heute schlägt alles mit Ähnlichkeit. Film, Radio, Magazine machen ein System aus. Jede Sparte ist einstimmig in sich und alle zusammen. ... Indem unterm Zwang des Systems jedes Produkt Reklametechnik verwendet, ist diese ins Idiom, den 'Stil' der Kulturindustrie einmarschiert."

Die eifrigen Rechercheure von der Zeit waren zudem so freundlich, ein paar Filmbeispiele zu sammeln, die jedoch größtenteils weniger eine neue aufregende Qualität im Verschmelzen von Kommerz und Kultur beweisen, sondern die langweilige alte Qualität von -Gähn!- Testimonial-Kampagnen.


22.07.2005 | 13:22 | Papierrascheln

Vice, die Erste


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Seit Donnerstag gibt es nun wirklich und tatsächlich die erste Nummer der deutschen Ausgabe des legendären kanadischen VICE Magazine. Zwar konnten wir noch kein Exemplar ergattern, obwohl diese angeblich an 750 Stellen deutschlandweit ausliegen sollen, aber wir waren ja auch gar nicht draußen. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis stimmt jedoch sehr hoffnungsfroh: Ein Beitrag über niedliche weiße und schwarze Babys wird kontrastiert mit einem über schwule Naziskins, der Drastik halber "Gaystapo" getauft, wird der Ausgewogenheit halber kontrastiert mit einem Beitrag über denkfaule Intellektuelle, vulgo. "Hippie-Faschisten". Das ist im Prinzip genau der heiße Scheiß, den wir lesen wollen, wenn wir ihn nicht selbst schreiben.

Andererseits muss man doch wohl kritisieren, dass die Macher es mit ihrem forcierten Anti-PC-Auf-den-Schlamm-Hauen eine Spur übertreiben. Gerade das "Frankfurter Schule"-Bashing ist gratis, geschenkt und letzlich genau so denkfaul, wie es den Adepten zu sein unterstellt. Wie Adorno/Horkheimer ganz richtig konstatiert haben: "Fun ist ein Stahlbad, die Kulturindustrie verordnet es unablässig." Dieser Diagnose scheinen die deutschen VICE-Macher mit Nachdruck gerecht werden zu wollen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Vice Deutschland


22.07.2005 | 12:26 | Sachen kaufen

Hosenbeinforschung III – Klappt


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)

(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Wir sprachen ja schon an anderer Stelle von den kardangetriebenen Rädern des dänischen Herstellers biomega und deren Nichtverfügbarkeit im Handel. Jetzt kommt ein weiteres cooles Rad aus Dänemark nicht in die Läden, das unserer Vorstellung vom praktischen Idealrad noch weit mehr entspricht: Das in Kooperation mit Puma entwickelte Klapprad extra für Stadtmenschen wie uns und mit annoncierte 750.- Euro wahrlich nicht überkostspielig. Wenn man es denn mal bekäme. Schon werden in Internetforen Schwiegermütter und halbe Königreiche für den Nachweis des Vehikels im freien Verkauf ausgelobt, was alles in allem kein gutes Zeichen ist ...

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Hosenbeinforschung II - Kardan


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