Riesenmaschine

25.06.2009 | 10:18 | Anderswo | Papierrascheln | In eigener Sache

Automatische Literaturkritik Preis der Riesenmaschine 2009 – Tag 1

Dieser Beitrag wird nach jeder Lesung aktualisiert. Auf übersehene oder falsch vergebene Punkte bitte in den Kommentaren hinweisen. Kriterienliste.

Was bisher geschah:
Der Preis erklärt (2008)
2008, Tag 1
2008, Tag 2
2008, Preisverleihung

#1: Lorenz Langenegger, "Der Mann mit der Uhr"
Plus: 1, 2, 7, 11, 17, 22, 41, 64
Minus: 7, 10 doppelt, 16, 63 doppelt, 75, 85 einfach
Gesamt: 0 Punkte
(Pluspunkt 64 nachgetragen, siehe Soprans Blog)

#2: Philipp Weiss, "Blätterliebe"
Plus: 1, 2, 7, 12, 37
Minus: 3, 12, 18 einfach, 19, 24 einfach, 38, 72, 73, 79 einfach, 93, 105
Gesamt: -5 Punkte
(Minuspunkte 12 und 18 nachgetragen)

#3: Karsten Krampitz, "Heimgehen"
Plus: 1, 2, 10 einfach, 26 doppelt, 37
Minus: 10 doppelt, 15, 70 einfach, 85 einfach, 116
Gesamt: 0 Punkte
(Minuspunkt 39 gelöscht, war Missverständnis, Pluspunkt 10 eingefügt, nachdem wir beim Abendessen von Karsten Krampitz über seine Ausbildungen in Betriebswirtschaft, Statistik und Geschichte informiert wurden.)

#4: Bruno Preisendörfer, "Fifty Blues"
Plus: 1, 2, 7, 12, 20
Minus: 24 einfach, 57, 90, 95 doppelt
Gesamt: 0 Punkte

#5: Christiane Neudecker, "Wo viel Licht ist"
Plus: 1, 7, 10 doppelt
Minus: 12, 24 einfach, 29, 38, 44, 49, 63 doppelt, 93, 96
Gesamt: -7 Punkte

Kathrin Passig, Angela Leinen, Ira Strübel | Dauerhafter Link | Kommentare (5)


20.10.2006 | 03:11 | Anderswo

Kochen mit Fett


Mens sana in corpore sano, das merkt man gleich.
Der Engländer hat es nicht leicht: Schon seine Währung heisst so, als ergäben zwei davon ein Kilo – und seine Jugend wird auch immer fetter. Und als wäre das alles nicht bereits empörend genug, bleibt dem verstörten Nachwuchs seit September nicht einmal das gewohnt ungesunde Schulkantinenessen. Denn in den Mensen müssen nun täglich zwei Einheiten Frisches und Gesundes an jedes Kind verfüttert werden – sehr zum Leidwesen der schweren englischen Jugend, die offensichtlich bislang direkt nach dem Abstillen auf Kartoffelchips umgewöhnt wurde.

Besorgte Mütter in Rawmarsh in South Yorkshire griffen angesichts solch massiver Regierungsgrausamkeit zur Selbsthilfe, um ihre leidenden Kinder mit den Qualen des Entzugs nicht ganz alleine zu lassen. So verkauften die "meat pie mums" an die von erhöhter Vitaminzufuhr und Ballaststofffolter bereits völlig ausgezehrten Schüler durch den Schulhofzaun hindurch Hamburger, Fritten und Sandwiches. Inzwischen haben sie, wohl ob medialer Schmähungen, ihren mobilen Schulhofimbiss wieder abgebaut. Vermutlich nur ein taktisches Intermezzo, um sich in der Illegalität neu aufzustellen und danach mit Tonnen von Biskinriegeln, Salzlecksteinen und in Groll frittiertem Mutterkuchen zurückzukehren, und den school meal fascists endgültig zu zeigen, was eine knusprig gebratene Harke ist.


13.10.2006 | 20:00 | Papierrascheln

Bunker Table Book

Wer wollte nicht schon einmal die technischen Spezifikationen der Panzerabwehrrakete Rotkäppchen oder des Landkreuzers P-1500 "Monster" nachschlagen, hatte aber gerade blöderweise kein Internet dabei? Dem Krieg oder doch zumindest der kriegerischen Absicht verdankt man ja, man kann es gar nicht oft genug sagen, letztlich doch einige der pfiffigsten Innovationen und Konversationen überhaupt. Wo wären wir etwa heute, ohne die Erfindung des Schnauzbarts, des Granatwerfers oder der nicht wirklich warmen Socken?

Weitaus mehr Dank allerdings, so steht zumindest zu vermuten, ist all jenen Kriegserfindungen geschuldet, die so aus der Spur waren, dass sie ausser sich selbst wohl kaum jemals ernsthaft jemanden gefährdeten. Diesem bislang ausgesprochen unterschätzten Aspekt der Geschichte des zweiten Weltkrieges widmet Zack Parsons sein soeben erschienenes "My Tank is fight!". Über 220 Seiten erfreut uns der hämische Experte nicht nur mit kompetenten Verrissen der jeweiligen Technologien, sondern auch mit seltsam ernst gemeint wirkenden Illustrationen, hypothethischen Einsatzgeschichten, intimen Einzelheiten über Traudl aus dem Führerbunker sowie detaillierten Einsichten in den jeweils geplanten technischen Schnickschnack. Als Bonus gibt es obendrauf, wie in jedem guten amerikanischen Sachbuch, selbst erfundene deutsche Wörter, die ebenfalls nicht so super funktionieren (Nachtsichtgeraten). Stringenz, mon amour. Da heisst es: jetzt schon an Weihnachten denken.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Endlich: Amerika erfindet das Kampfübersetzen


23.09.2006 | 04:58 | Anderswo

Zäher Wille, Frohe Arbeit


Auch Bayern sehnt sich (mit Zunge)
Im ewig, wenn auch nicht immer vollkommen grundlos, unterschätzten Mannheim wird nicht herumgeflennt. Hier lebt man, trotz rechtwinkliger Auslage vor allem im Dreieck aus Disziplin, Dialekt und Hoffnung. Psychonomenklatorisch konsequent werden die freudlosen Fernschachanschriften der Innenstadt (N3,4) denn auch weiträumig von Verlangen und Optimismus umschmeichelt: Da treffen möblierte Sehnsüchte (Dänischer Tisch 1, Wasserbett 8) auf vermisste Tugenden (Zäher Wille 7, Frohe Arbeit 11, Frischer Mut 22) und manch einer findet die eigene Biographie (Zuflucht 1, Neues Leben 17, Starke Hoffnung 7, Kleiner Anfang 12, Eigene Scholle 5, Grosse Ausdauer 4, Guter Fortschritt 2a) in einem einzigen Spaziergang penibel erfasst.

Via Stadtplan huldigt man darüber hinaus gekonnt jenen Dingen, die in der rätselhaften Stadt am Rhein besonders geschätzt werden (Freie Luft 6, Regenbogen 2b, Sonnenschein 4), nicht zuletzt, weil das benachbarte Ludwigshafen (Sodastr., Braunkohlenstr., Im Kappes) ohne Unterlass industrielle Dominanz über den Rhein hüstelt. Kein Wunder, dass man im ebenfalls nah gelegenen Heidelberg (Oberer Fauler Pelz 2, Unterer Fauler Pelz 7) einigermassen fieberhaft am Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes arbeitet. Obwohl. Zu Fuss ins vorbildlich ausgeschilderte Mannheim zu pilgern wäre nicht nur preiswerter, sondern auch angemessen.


09.09.2006 | 14:25 | Anderswo | Alles wird besser

Auf Kulanz zählen


Alle Achtung,
Die Bibel, also wirklich
Die Wege des Herrn sind unergründlich. Ähnliches allerdings gilt auch für so manchen seiner Feinde: Mit dem Wal-Mart Bible Letter soll am 1. November dieses Jahres eine der verspätetsten Reklamationen in der Geschichte nicht nur des Unternehmens, sondern vermutlich auch der Welt eingereicht werden. Darin wird Wal-Mart dazu aufgefordert, die Bibel wegen Obszönität, pornographischer, sexistischer sowie zur Gewalt anstiftender Inhalte aus dem Verkaufsprogramm zu nehmen. Nun kann man über die allgemeinen Geschäftsbedingungen Gottes nur spekulieren. Von Wal-Mart dagegen weiss man, dass dort Bücher schon wegen weitaus geringerer Verstösse gegen Sitte und Anstand vom Regal geschubst wurden, weil sie nämlich von nackten Richtern handelten. Gott, so hört man, überlegt noch, ob er sich am jüngsten Tag extra für die Wal-Mart-Verhandlung eine Badehose kaufen muss.


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"The Revenant", Alejandro G. Iñárritu (2015)

Plus: 14, 32, 74, 89, 118, 124, 130 doppelt, 149, 153, 156
Minus: 1, 13, 19, 43, 93, 99, 102, 138, 140, 202
Gesamt: 1 Punkt


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