Riesenmaschine

25.10.2006 | 03:58 | Anderswo | Sachen anziehen

T-Shirts aus graniph


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Im Zuge des diesjährigen Blicks nach Deutschland ging ein Ruck durch ganz Asien, der nicht nur deutsche Tugenden wie das Biertrinken und Bierbrauen, sondern auch die deutsche Sprache noch salonfähiger machte. Speziell in Südkorea tauchen neuerdings überall T-Shirts mit deutschen Texten auf, die möglicherweise auch deshalb besonders gefragt sind, weil es hier Bierlokale gibt, die nach einem deutschen Aquarellkünstler benannt werden. Während das "Land der Mitte" China noch Probleme hat, auch nur ein einziges Wort aus lateinischen Buchstaben zu bilden, wagt sich das "Land der Morgenstille" (und der dafür lauten Abende) Korea bereits an ganze deutsche Sätze heran. Mit zweifelhaftem Erfolg. Hier wird anscheinend jeder, der sich auch nur zufällig in der Nähe einer deutschen Sprachschule aufhält, als T-Shirt-Texter eingestellt.


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Hauptsache Deutsch, dachten sich auch die Designer dieses T-Shirts, gesehen in einer Seouler Einkaufspassage. Abgesehen von kleinen Grammatikschwächen, stellen die Design-Poeten in der Überschrift eine Behauptung auf, deren anfänglichen Sinn sie am Ende plötzlich durch ein rätselhaftes Buchstabengebilde ad absurdum führen. Dem Koreaner ist das egal. Für ihn ist Sprache flexibel und nicht in Granit gemeisselt, höchstens in Graniph. Dahinter verbirgt sich eine japanische T-Shirt-Marke, die auch sonst einiges für das Deutschtum im Ausland tut und dafür auch noch Preise vom Goethe Institut Tokyo kassierte. Gratulation hierzu auch von uns!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Deutsch-Japanische Luftwurzeln III und Schluss


Kommentar #1 von Alfred E. Neumann:

Ist es möglich, diese Shirts auch hier in Deutschland zu beziehen? Ich wittere da einen neuen Trend. Die meisten jüngeren Menschen in Deutschland scheitern meistens ohnehin daran, vollständige Sätze zu formulieren und bringen nur reichlich sinnfreies Gestammel zusammen ("Erst chillen wir durch die Stadt und dann gehen wir Bahnhof, Alter!"). Es lebe die Generation T (http://lyrics.songtext.name/Eins%20Zwo/Generation-T-20767.html)!

25.10.2006 | 10:07

Kommentar #2 von Fronk:

Danke, genau dieses Shirt (Graniph) haben wir vor 10 Tagen in Seoul gesehen und uns den ganzen Abend über gefragt was es wohl heissen soll, kann zwar kein Französisch, gehe aber davon aus, dass die drei unteren Blöcke ebenso wenig Sinn ergeben.
35.000 Won waren uns für den Spass dann doch etwas zu viel, also haben wir es hängen lassen und sind wieder Kimbap essen gegangen.

25.10.2006 | 18:26

Kommentar #3 von the-kiter:

Es würde mich mal interessieren was denn so auf den T-Shirts mit japanischen/chinesischen Schriftzeichen steht, die man hier kaufen kann.
Bestimmt sind da auch so nette Sachen dabei. Wie ist denn das Schriftzeichen für "Wer dieses Shirt trägt ist doof."?

25.10.2006 | 18:51

Kommentar #4 von irgendwem:

Mehr noch als was auf t-shirts steht würde mich interessieren, was während des "ich lass mir das chinesische schriftzeichen für 'glück' oder 'liebe' auf die schulter tätowieren und bin deshalb so exotisch"-trends wirklich so auf westliche haut geschrieben wurde An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde.

25.10.2006 | 20:25

Kommentar #5 von Calibretto:

nun stellt euch mal vor der Tätowierer hätte in bösartiger Absicht und fremdartigen Schriftzeichen ein "An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde." auf die Schulter geschrieben.

25.10.2006 | 22:23

Kommentar #6 von irgendwem:

2000 von diesen Tshirts kaufen und ins Deppenreservat Berlinmitte transportieren und anbieten, und Du bist im Nu reich wie diese Typen von denen Friebe und Lobo immer reden, 5000 Tonnen Pflaumen aus Bulgarien können ähnliches ausrichten, wenn man nur den unbedingten Willen hat

26.10.2006 | 00:24

Kommentar #7 von DerFrankie:

Das mit den Textern ist immer so eine Sache. Hier in Südtirol genügt es meist ein deutscher Staatsbürger zu sein um die Aura eines Rechtschreibprofis zu bekommen. So kann jeder ehemalige Hauptschüler als Werbetexter oder Journalist fungieren und zweifel an der Richtigkeit der Texte darf gar nicht erst aufkommen. Na dann – "Nieder mit der Rechtschreipunk"

26.10.2006 | 13:51

Kommentar #8 von Hilter:

Der Mann auf dem Sofa der graniph-Homepage hat auch eine Künstlerfrisur.

26.10.2006 | 20:44

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