Riesenmaschine

19.06.2009 | 03:39 | Berlin | Anderswo | Alles wird besser

Legotopie


Foto: Kathleen Waak
Das holländische Designkollektiv Platform21 hat vor einigen Monaten das Repair Manifesto veröffentlicht, einen Appell gegen die Wegwerf- und Austauschgesellschaft. Zu den Sympathisanten gehört unter anderem der Künstler Jan Vormann, der das Reparier-Thema in seinem Werk Dispatchwork Berlin verwurstet hat. In einer street-art-nahen Performance füllte er hierbei Anfang Mai Löcher und Scharten in Berliner Wänden – u.a. bei der Humboldt-Universität und beim Hamburger Bahnhof – mit Legosteinen. Ähnliche Aktionen hatte es auch schon in Tel Aviv und Bocchignano gegeben, am Freitag ist zudem ein von Platform21 und Vormann veranstalteter Workshop in Amsterdam geplant.

Noch ist es nur Kunst. Aber das waren Dosensuppen auch mal. Vielleicht wurde durch Vormann erst jetzt das wahre Potenzial, die wahre Bestimmung von Lego zu Tage gebracht. Vielleicht ist Lego auf dem besten Weg, den Allesgeräten des Reparierbusiness – Heisskleber und Gaffer-Tape – den Rang abzulaufen und schon bald werden wir unsere Socken, Fahrradreifen und Kessel mit Lego flicken, Autobatterien mit Legokabeln überbrücken und abgebrochene Fahrradreflektoren mit einer Ummantelung aus Lego fixieren. In der Folge wird sich Lego dann als allgemeiner Überwerkstoff durchsetzen und auf das Beton- das Legozeitalter folgen. Alles wird aus Lego gefertigt sein und wenn etwas kaputt geht, kann man einfach ein paar Steine aus einer leeren Milchtüte brechen und es reparieren. Dänemark wird das reichste Land der Welt sein und alle Menschen glücklich.

Problematisch wird es nur werden, wenn man nach Australien, Ostasien, in die USA oder in die Schweiz reist, weil sich dort keine Original-Legosteine, sondern andere Standards von Konkurrenzanbietern, mit im Millimeterbereich differierendem Lochabständen, durchsetzen werden. Dort muss man dann teure Adaptersteine verwenden.


Kommentar #1 von trillian:

Gaffer-Tape ist die Macht: Es hat eine dunkle und eine helle Seite und hält die Welt zusammen.

19.06.2009 | 07:53

Kommentar #2 von adaptersteine-vermarkter:

Warum ist dieser Beitrag eigentlich nicht blau hinterlegt? Es handelt sich doch ganz offensichtlich um gekaufte bezahlte Werbung.

19.06.2009 | 07:59

Kommentar #3 von Prüfstelle Nützlichkeit:

Das ist keine Utopie mehr, das Prinzipg Lego hat schon sämtliche Bereiche unterwandert.
Bald werden wir nicht nur in Lego wohnen und von Lego essen – sondern uns davon ernähren, es atmen und trinken...
@adaptersteine-vermarkter: der Ruf nach einer DIN wird um die Welt gehen, wie die Schweinegrippe, und Deinen berufsstand zum Feindbild einer krisengebrandmarkten Generation machen. Ein offener Standard den jeder zu Hause nachbauen kann, wird zum Grundbaustein einer komsumfeindlichen Gesellschaft – der erste analoge Pixel, die kleinste Zelle der Revolution.

19.06.2009 | 08:46

Kommentar #4 von irgendwem:

Die Information ist gut, die Pointen könnten aber – Wiederverwertbarkeit hin oder her – bei Gelegenheit mal gegen neue ausgetauscht werden.

19.06.2009 | 10:46

Kommentar #5 von irgendwem:

An Kommentator #3: Vielleicht geht dann auch endlich mal der Ruf nach einer WIN, einer Weltweiten IndustrieNorm um die Welt. Die DIN ist vielleicht doch etwas antiquiert.

19.06.2009 | 12:15

Kommentar #6 von Nachtrag:

Oder aber es kommt die Dänische IndustrieNorm als DIN II.

19.06.2009 | 12:17

Kommentar #7 von Anna:

gekaufte Werbung oder nicht- ich find die Idee genieal! Siht doch toll aus und Lego hat eine neue Plattform- die Kunst.

19.06.2009 | 14:02

Kommentar #8 von kosmar:

beginne allgemeine und spezielle adapter strategie

20.06.2009 | 10:54

Kommentar #9 von · stirefarter ·:

sieht hübscher aus, ist höchstwahrscheinlich wesentlich haltbarer und brennt auch "nachhaltiger"(würg) als Beton – supi!

20.06.2009 | 11:08

Kommentar #10 von irgendwem:

Dem stimme ich zu. Wer etwas anderes behauptet, möge es bitte beweisen.

21.06.2009 | 19:41

Kommentar #11 von Warten auf Godwin:

Ich finde die Lego KZ Baukästen immer noch am besten.
http://blogs.taz.de/hitlerblog/2007/09/23/ein-kz-leiten-ein-kinderspiel/

22.06.2009 | 14:05

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"Das ist ja ein fieser Trick, dass sich bei euch, wenn man auf Abschicken klickt, ein eszett in ein ss verwandelt. Damit habt Ihr das eszett getötet!"
"Hier zeigt sich wieder, welch gewaltigen Fehler ihr immer wieder mit dem gnadenlosen Verzicht auf das scharfe S - erscheint das überhaupt im Beitrag? - macht. Aber Hauptsache mal hip sein und aus der Reihe tanzen."
"Hauptsache ist doch, man ist gesund."

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