Riesenmaschine

30.08.2005 | 12:41 | Anderswo | Vermutungen über die Welt

Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten sind falsch!


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Dr. Ioannis Ioannidis, Epidemiologe von der Universität Ioannina: Auf so einen schlechten Fake fallen wir nicht rein! In Wirklichkeit heißt der Epidemiologe mit dem spaßigen Namen vermutlich Epimenides und ist Kreter (natürlich wäre es ein Traum, wenn die Universität Ioannina auf Kreta läge, vermutlich tut sie das nicht – aber ich bin nicht bereit, mir dies durch voreiliges Googeln falsifizieren zu lassen). Dr. Ioannidis hat jetzt folgendes herausgefunden: Die meisten veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten sind wahrscheinlich falsch! Probleme mit den Versuchsanordnungen und statistischen Verfahren führen dazu, dass eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 50 Prozent besteht, dass die Ergebnisse einer beliebigen wissenschaftlichen Arbeit richtig sind. Ioannidis macht dafür die geringe Größe der Samples, ein schlechtes Studiendesign, die Befangenheit der Wissenschafter, eine selektive Auswertung und andere Probleme verantwortlich. Sogar große, gut geplante Studien stimmten nicht immer. Und das hat Dr. Ioannidis veröffentlicht. Natürlich in einer wissenschaftlichen Studie.

Die Pointe erspare ich mir, aber sie erinnert dann doch stark an den Kreter Epimenides, der behauptet, dass alle Kreter lügen.


Kommentar #1 von Jorge:

Für 12 Dollar per 24hrs lässt sich die Studie von Ioannidis auch downloaden:
http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/294/2/218

30.08.2005 | 13:05

Kommentar #2 von Walter:

Um unnoetiges Gegoogle zu vermeiden: Ioannina liegt in N-Griechenland, also auf dem Festland. Und das Resultat der Studie ueberrascht nicht, wenn man sieht, wie – insbesondere seitens der selbsternannten akademischen Elite – geforscht wird: 4 Messwerte, dann Mittelwert und Standardabweichung und sonstiger statistischer Unfug, um dann im doppelt-logarithmischen Massstab die beruehmte Gerade zu erhalten. Da lachen ja die Huehner! Ich weiss, wovon ich rede: meine beiden Schwestern haben in Medizin promoviert – und zumindest die eine macht sich ueberhaupt keine Illusionen ueber den Wert ihrer Doktorarbeit. Ganz zu schweigen von vorsaetzlichen Faelschungen ...

30.08.2005 | 16:37

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