Riesenmaschine

29.08.2006 | 00:14 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Insellösung


So geheim ist das Gerät, dass es keine Abbildungen davon gibt
Nie wieder tanken! Nie wieder leere Handyakkus! Das alles und noch mehr verspricht die irische Firma Steorn, der es gelungen ist, ein Dings zu erfinden, das aus dem Nichts Energie generiert, und zwar irgendwie mit Hilfe von Magneten (hier ein Video, das nichts erklärt). Zweifellos eine Supersache, aber: "This represents a significant challenge to our current understanding of the universe." Andererseits stellt so einiges, was bisher in Irland hervorgebracht wurde, unser Verständnis des Universums auf eine harte Probe, so zum Beispiel praktisch alle Werke der Iren Beckett, Flann O'Brien oder Joyce. Ausserdem: Irgendwo muss die ganze Energie letztlich ja herkommen, und warum nicht aus Irland? Da blinde Fortschrittsverherrlichung zu unseren zentralen Pflichten zählt, jubeln wir jedenfalls mal voreilig, schon um hinterher damit angeben zu können, dass wir die Untauglichkeit der bisher geltenden Naturgesetze sofort erkannt haben.

Bei Steorn werden währenddessen noch bis zum 8. September freiwillige Wissenschaftler zusammengetrieben (derzeit über 3.000 Anmeldungen). Zwölf von diesen Auserwählten sollen demnächst das Wunderding testen und darüber berichten. Aber eigentlich steht das Ergebnis schon fest, denn: "In dieser Gegend kann alles gesagt werden, und es wird wahr sein, und man muss es glauben." (Flann O'Brien: Der dritte Polizist)


Kommentar #1 von Dr. Mabuse:

Hier die Beschreibung des Patents, das beim europäischen Patentamt angemeldet wurde.
A low energy magnet actuator allows magnetic fields to be turned on and off using a small amount of energy. The magnetic actuator according to the invention generally includes a base (14) suitable for the support of a plurality of magnets (10,12). An actuatable shield (18) is positioned in relation to the plurality of magnets (10,12) so that it effectively blocks the magnetic field when it is positioned over at least one of the magnets (10,12). The magnetic fields of the plurality of magnets (10,12) interact in a manner that allows low energy actuation of the shield (18).
Damit erübrigen sich weitere Fragen.

29.08.2006 | 09:14

Kommentar #2 von Torsten Matthes:

Ich bin sicher, der Inhaber dieser Firma Steorn ist in Wahrheit de Selby. Ich war schon immer überzeugt, dass es nicht sein kann, dass der nur erfunden ist. Ausserdem stellt O'Brien ja selbst die These in den Raum, dass sich Romanfiguren gegen ihren Autor auflehnen und ein Eigenleben entwickeln können.

29.08.2006 | 09:44

Kommentar #3 von raana:

In dem sehr guten Computerspiel "Crazy Machines – Neues aus der Erfinderwerkstatt" gibts diese Art von Energiegewinnung übrigens auch.
Dabei wird eine Stahlkugel von den Magneten kreisförmig beschleunigt und treibt ein Schaufelrad an. Also ich bin überzeugt.

29.08.2006 | 10:19

Kommentar #4 von Heintje:

Da wird das Verfahren ganz gut erklärt... An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde.
http://www.youtube.com/watch?v=zD-ThsJAKk0

29.08.2006 | 10:56

Kommentar #5 von www.weltenweiser.de:

Ich dachte, dass Bild ist die neue Mac-Version der Erfindung in ultraweiss.

29.08.2006 | 11:00

Kommentar #6 von komatzu hanomag:

Auf der Seite von steorn gibt es ein Pressefoto, das den CEO Sean McCarthy neben einer Vorrichtung zeigt, die wir vielleicht bald in unsere mobilen Telefone einbauen müssen:
http://www.steorn.net/images/sean4_small.jpg

29.08.2006 | 12:19

Kommentar #7 von leichtschwer:

Superidee! Und die Energie, die starke Magnetfelder erzeugt, Herr Tessla,hol'n wir uns in Irland und bezahlen mit Wasserkraft... Aha!

30.08.2006 | 15:55

Kommentar #8 von Torsten Matthes:

#7: Sagen Sie nichts gegen Tesla. Ich sag, dass wir uns hier gar nicht austauschen könnten, wenn Tesla das damals nicht klar gemacht hätte mit dem Wechselstrom.

30.08.2006 | 17:14

Kommentar #9 von leichtschwer:

Gott behüte, da haben Sie ganz recht – ohne Tesla
kein Austausch!

30.08.2006 | 18:19

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