Riesenmaschine

11.11.2006 | 19:05 | Fakten und Figuren

Datenverlust als Weg

Als die Krankheiten noch etwas bedeuteten, konnte man eben bei Halsweh die Zumutungen der Neuzeit nicht mehr schlucken, und wer Fusspilz hatte, dem zehrte der Zweifel die Fundamente seines Daseins auf. Heute sind Krankheiten nur noch Krankheiten, aber vielleicht haben ja wenigstens unsere Fehlleistungen noch einen Sinn?

In Oxford wurde gerade der Zusammenhang zwischen versehentlich ungespeicherten Daten und anderen Fehlleistungen erforscht (via Improbable Research). Wer in den letzten zweieinhalb Jahren seine Dissertation eingebüsst hat, weil er zu speichern vergass, dessen allgemeine Unfallhäufigkeit ist also nicht erhöht, auch Linkshänder leben in dieser Hinsicht nicht riskanter als andere Menschen. Wohl aber gibt es einen Zusammenhang zwischen Schusseligkeit ("Werfen Sie oft die Streichholzschachtel weg und behalten das abgebrannte Streichholz?") und Datenverlust. Wer sich in dieser Beschreibung wiedererkennt, aktiviert daher am besten überall die "Auto-Speichern alle 5 Minuten"-Option und vermeidet den Umgang mit Handgranaten.


Kommentar #1 von Ole:

Letztes Jahr hat sich meine Studienarbeit ins virtuelle Nirvana begeben – aber erst, nachdem sie gedruckt war.
Vielleicht sollte ich dafür am Schrein huldigen...

12.11.2006 | 07:26

Kommentar #2 von Uwe:

Ich muss unbedingt das "Vermeide Leid..."-Bild im Posterformat haben. Ist es in einer solchen Grösse erhältlich? Falls ja, wo? WO?!

12.11.2006 | 11:48

Kommentar #3 von Der Waschbär:

Für einen Waschbären wie mich, der zwar unglaublich possierlich ist, aber seine Waschbärendiplomarbeit nur mehr auf Papier besitzt, wäre diese Grafik im Bau, ein grosse Bereicherung für die Zukunft.

12.11.2006 | 19:14

Kommentar #4 von Kathrin:

Hier nicht mehr.

12.11.2006 | 19:20

Kommentar #5 von Analphabet:

Das Originalbild von Kaethe Kollwitz bekommt man
uebrigens auch hier:
http://www.uni-leipzig.de/ru/bilder/leid/kollwi05.jpg
Ok, das originale Original (Kohle auf graugrünem Zeichenkarton, 39.9 x 29.7 cm) muesste man allerdings schon in Hamburg aus der Sammlung von Hermann Reemtsma klauen).
Und ueberhaupt: sollten wir nicht einfach lernen, Datenverlust als Chance zu begreifen?

12.11.2006 | 23:26

Kommentar #6 von Analphabet:

In meinem obigen Kommentar (#5) vergass ich zu erwaehnen, dass das wieder mal ein genialer Beitrag war! Ich bin kurz davor, eine hiesige Ortsgruppe der
Kathrin Passig Appreciation Society zu initiieren...

12.11.2006 | 23:32

Kommentar #7 von The Missing Wolf:

Wenn mir jetzt noch einer zeigt, wie man ein .pdf als Desktop-Hintergrund einbaut... Lang lebe der Screenshot.

13.11.2006 | 20:17

Kommentar #8 von Alekto:

Ach ja, der Datenverlust. Wer kennt ihn nicht, diesen Feind aller PC-Nutzer? Habe letztens eine Backup-CD zerbrochen. Der Laptop-Akku fiel drauf.
P.S. @ Kathrin: Der Link An dieser Stelle habe ich ein hässliches Synonym für 'funktioniert' hingemacht, wofür ich mich bereits jetzt heftig schäme. bei mir nicht. Was mache ich falsch?

13.11.2006 | 21:49

Kommentar #9 von bjoern:

Das Original ist dieser Tage bis Januar im Ernst Barlach Museum in Wedel zu sehen.
http://www.ernst-barlach.de/aktuell/aktuell.php?a=pressetext&II=26
Dort gibt es eine Ausstellung zu Käthe Kollwitz und Ernst Barlach. Nebenbei sollte man als Autor wenn man fremde Werke verwendet zumindest die Quellen angeben.
MfG.

13.11.2006 | 23:18

Kommentar #10 von Kathrin:

Problem: Das Bild war hier auch mit Quellenangabe illegal und stand daher nur als Platzhalter da, bis wir eine Ersatzillustration finden. Da das bisher nicht geschehen, aber das Problem aufgeflogen ist, ist der Beitrag jetzt bis auf Weiteres unbebildert.

13.11.2006 | 23:21

Kommentar #11 von Analphabet:

Das ist ja wirklich jammerschade. Muessen wir jetzt noch 9 jahre warten? Das war so ein netter Einfall! Kann man nicht wenigstens den Text als jpg zeigen? Der harmoniert so gut mit dem Bild aus http://www.uni-leipzig.de/ru/bilder/leid/kollwi05.jpg

14.11.2006 | 03:02

Kommentar #12 von prometoys:

PDF nach JPG unter Linux:
convert datei.pdf neuedatei.jpg

18.11.2006 | 03:00

*  IN DER RIESENMASCHINE


*  ORIENTIERUNG



Werbung
Werbung Ratgeber

*  SO GEHT'S:

- Gefühlte Strahlung (Tschernobyl)

- überall mal reinschmecken

- Moebiusband quer zerschneiden

- mehr Kümmel im Leben

*  SO NICHT:

- Emonkelz

- Darmzottensalat mit Schmieröldressing

- zugefilzte Klettverschlüsse

- Sonnenblockwart (Usedom)


*  AUTOMATISCHE KULTURKRITIK

"Deathgasm", Jason Lei Howden (2015)

Plus: 6, 8, 22, 87, 104
Minus: 93, 99, 113, 140, 166
Gesamt: 0 Punkte


*  KATEGORIEN


*  ARCHIV