Riesenmaschine

15.12.2006 | 12:41 | Anderswo | Alles wird schlechter | Sachen kaufen

Aerobe Handelshemmnisse


Original deutsche Weltmeisterschaftsluft vom Endspiel in Berlin
Ein schwerer Rückschlag für die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. Wie China Daily meldet, verlor vorgestern vor dem Volksgericht des Pekinger Chaoyang Distrikts ein Mann namens Li Jie seinen Prozess gegen die zuständige Industrie- und Handelskammer. Li Jie, seines Zeichens auch Chefdiplomat der "Botschaft des Mondes in China", plante 25 Plastikbeutel mit Fussballweltmeisterschaftsluft zu verkaufen, die er von einem deutschen Geschäftsmann bezogen hatte. Die Luft war während der Fussballweltmeisterschaft in verschiedenen deutschen Fussballstadien eingesammelt worden und sollte für 50 Yuan (5 Euro) das Stück an interessierte Fussballweltmeisterschaftsluftsammler in China vertrieben werden. Die Industrie- und Handelskammer erklärte dagegen, "spezielle Luft von speziellen Plätzen" sei keine "industrielle Kategorie", und untersagte dem Geschäftsmann den Handel.

Herr Li hatte vor Gericht unter anderem die Schulbuchgeschichte "Der kleine Fuchs verkauft Luft" als Beweis herangezogen: "Ein Schulbuch kann doch unmöglich einen Gesetzesbruch propagieren", argumentierte der Geschäftsmann. Das Gericht wollte dieser ausgefuchsten Verteidigungsstrategie leider nicht folgen. Es war nicht der erste Rückschlag dieser Art, die Mondbotschafter Li Jie einstecken musste. Im letzten Jahr hatte die Pekinger Industrie- und Handelskammer ihm untersagt, Parzellen der Oberfläche seines Heimattrabanten für je 30 Euro zu verkaufen. Der Mond geht uns nichts an, aber in der Luftsache sollte Deutschland sofort Protest in China einlegen. Schliesslich können wir die verkaufen, an wen wir wollen. Und wohlmöglich haben wir demnächst nichts anderes mehr!

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (5)


Kommentar #1 von Schorsch:

Letzter Satz: Das Wort ist "womöglich". Nicht "wohlmöglich". Tipp: Neben dem Schreiben ab und an auch mal lesen!

17.12.2006 | 01:20

Kommentar #2 von Ruben:

Offensichtlich ist das Wort "wohlmöglich". Nicht "womöglich". Tipp: Nochmal genau hingucken!

17.12.2006 | 01:56

Kommentar #3 von CYS:

Tatsächlich, ein Rechtschreibfehler. Na, wenigstens kein unbeliebter. Und wer hat es gemerkt? Der schlaue Schorsch! Sehr gut, Schorsch. Der böse Fehler bleibt jetzt stehen, damit jeder sehen kann, was dieser Schmidt für ein Analphabet ist. Dafür muss Schorsch jetzt nur noch lernen, sich verständlich auszudrücken. Dann ist alles wieder gut.

17.12.2006 | 04:54

Kommentar #4 von Kathrin:

Na toll, so ist das also? Schmidt macht Fehler? Ich habe das extra stehen lassen, weil ich glaubte: Der kluge Herr Schmidt wird sich schon was dabei gedacht haben. Danach glaubte ich dann: Jetzt wird er den vorlauten Kommentator ordnungsgemäss zurechtweisen, der kluge Herr Schmidt. Aber nein! Man wird umdenken müssen.

17.12.2006 | 13:41

Kommentar #5 von weltdeswissens:

Liebe Frau Passig, Sie müssen nicht umdenken, sondern nur Ihr Glaubenssystem überprüfen!
Mich grämt allerdings, dass Herr Schmidt bei Rechtschreibfehlern einem solchen Populismus huldigt. Mehr Mut zu unbeliebten Feel'ern.

09.01.2007 | 16:18

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