Riesenmaschine

18.04.2007 | 01:35 | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt

Think outside the box


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
"Think outside the box", ermahnt man Werber von früh bis spät und meint damit so was wie: Löst euch von vorgefassten Meinungen, versucht einen neuen Blickwinkel zu finden, also vielleicht auch mal einen ohne Frauen, die sich zusammenhanglos am Produkt entlangräkeln. Wenn man aber, das kennt jeder aus eigener Anschauung, denselben Job lange genug macht, dann kann man nicht mehr outside the box denken, dann ist man die Box, und entsprechend sind alle Ermahnungen zwecklos. Als Nächstes wird jemand die gesamte Werbung ausserhalb der Werbefläche drapieren, aber dann ist Schluss, und wer als Werber nach 2007 noch outside the box denkt, der kann outside the Arbeitsplatz weiterdenken.


Kommentar #1 von biber:

Ach, Werbung ist doch auch nur Reklame...

18.04.2007 | 04:53

Kommentar #2 von irgendwem:

Was bin ich froh, dass die Macher der der gigantomanischen Auris-Kampagne neulich noch nicht outside the box gethinkt haben! Man stelle sich nur vor: Ganz Deutschland zugeklebt mit Aurissen und verschreckt glotzenden Stieren, bis auf ein paar hunderttausend Werbeflächen. Schrecklich.
Ergänzung zu "Ungesundes Frühaufstehen":
Dieser Komentar: 07:30

18.04.2007 | 07:30

Kommentar #3 von dort:

meine wichtigste hoffnung dabei: wartungsarme versuchspersonen.

18.04.2007 | 20:39

Kommentar #4 von Rudi K. Sander; www.textsteller.de:

Liebe Kathrin Passig,
ich denke, so richtig outside-the-box kann ein Mensch garnicht denken. Insoweit bluffen alle Werbefritzen.
Das Auge (jedes organische Auge) sieht nur, weil es einen "Blinden Fleck" hat. Nach einer gängigen Sozialtheorie kann jeder Beobachter (was immer man darunter verstehen mag: Menschen, psychische Systeme oder soziale Systeme) nur sehen, was er sehen kann, er kann aber nicht sehen, was er nicht sehen kann; gerade dies aber kann ein Beobachter der genannten Art gerade noch sehen (wenn er in der entsprechenden Theorie denkt und beobachtet).
Ein beobachtender Beobachter, der nur für sich so vor sich hin beobachtet, wäre nicht nur ein ideosynkratisches Phänomen, er wäre auch nicht kreativ. Will ein Beobachter dieser Welt kreativ sein, er muss (was immer er sonst noch an intellektuellen Ressourcen brauchen mag), er muss zumindest kommunizieren. Kommunizieren heisst: Er muss etwas sagen, notfalls gestikulieren, im Allgemeinen: Er muss Texte schreiben, er muss anderen Beobachtern die Möglichkeit geben, seine Beobachtung dieser Welt (oder eines Teiles von ihr) zu "gegenbeobachten".
Und eine erfolgreiche Kommunikation (wenn es denn so etwas gibt; naiv Diskurs oder thread genannt), eine erfolgreiche Kommunikation ist somit nur dann eine, wenn sich einer findet, der "anschliesst". Auf die operativ prozessierte Differenz von Information/Mitteilung muss ein Anschluss folgen (positiv oder negativ), der sich dann als "Verstehen" ausflaggen lassen kann.
Ob alle Werbefritzen dies wissen, weiss ich nicht. Ich weiss leider so Vieles nicht. Aber ich weiss, dass die hier kurz angerissene Kommunikationstheorie noch nicht einmal bei allen gestandenen Soziologen die Runde gemacht hat.
Nochmals: Glückwunsch zum Reger-Preiss.
Rudi K. Sander

05.05.2007 | 19:54

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