Riesenmaschine

07.05.2007 | 12:45 | Vermutungen über die Welt

The ceiling is the limit


Würde man Elefanten in Kaninchenställe sperren, hätten sie keine Ahnung von Atombomben. (Foto: Dixie Traveler. Lizenz)
Menschen in hohen Räumen denken anders als Menschen in niedrigen Räumen. Das hat Prof. Joan Meyers-Levy herausgefunden, eine Frau von einigermassen angenehmem Äusseren, und die University of Minnesota ist darob recht begeistert. Und zwar mit voller Berechtigung: Schiebt man nämlich die Zimmerdecke nach oben, so fördert man das freie, abstrakte Denken der Raum-Inhabitanten, während der inverse Prozess dazu führt, dass sich die Hirne der Anwesenden lieber mit spezifischen Details befassen als mit dem grossen Ganzen. Noch hat allerdings niemand die Tragweite dieser Erkenntnis voll erfasst. Sie erklärt nicht nur, warum Menschen in engen Kammern mehr chinesische Miniaturschnitzereien kaufen als in Hangars, sondern auch, warum Elefanten in Gefangenschaft deutlich komplexere Rechenaufgaben lösen können als Pinguine. Überhaupt: Sind deswegen die Menschen irgendwann aufgestanden, damit sie höhere Höhlen beziehen und somit die Atombombe erfinden können? Blieb diese Entwicklung darum der Maus versagt? Wir sind dem Durchbruch zu einer holistischen Welterklärung nahe.


Kommentar #1 von Rudi K. Sander; www.textsteller.de:

Lieber Aleks Scholz,
da haben Sie ja ein schönes Fass aufgemacht. Nichts ist schöner am frühen Morgen als ein leichtes Schmunzeln über die Verrücktheiten der Welt im Allgemeinen und über die speziellen Verrücktheiten der Wissenschaften. Aber jedem halbwegs gelassenem Beobachter muss klar sein: Mit der ceteris-paribus-Klausel und den willigen Strukturprinzipien der Korrelationsrechnung lässt sich eben alles beweisen. Glauben darf man das allerdings (fast) alles nicht, und hinnehmen muss man es ja auch nicht.
Es grüsst Rudi Sander

07.05.2007 | 13:02

Kommentar #2 von Aleks:

Schon alles richtig, Herr Sander, aber irgendeinen Vorwand braucht man ja, um Bilder von faltigen Elefantengesichtern zu zeigen.

07.05.2007 | 13:13

Kommentar #3 von Daniel:

Werden dadurch letztlich die Grossen einer Klasse bei Mathearbeiten benachteiligt? Zimerhöhe ist relativ. Erklärt dies nun endlich auch, warum Averell Dalton Joe geistig unterlegen ist? Was aber, wenn das auch unter freiem Himmel der Fall ist? Und werden wir in letzter Sekunde logischer denken wenn uns, beim Teutates, der Himmel auf den Kopf fällt?

07.05.2007 | 14:45

Kommentar #4 von Sherlock Homes:

Und sollte die verblüffende Ähnlichkeit zwischen Prof. Meyers-Levy und Clarissa von Anstetten (die sich offensichtlich seit 2005 Annabelle van Weyden nennt) einem nicht hinsichtlich des Gehalts der Theorie zu denken geben?

07.05.2007 | 17:05

Kommentar #5 von michael:

hmm, dann liegt das mit der nicht-in-gang-kommenden karriere wohl an meinem wg-zimmer.
auch praktisch: wenn man ne schlagfertige antwort braucht, einfach kurz rausgehen, da fällts einem leichter.

07.05.2007 | 21:33

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