Riesenmaschine

27.05.2007 | 13:12 | Supertiere | Fakten und Figuren

Zentaurus Alpha


Kreuzung aus Chimäre und Kindchenschema
(Foto: Claf) (Lizenz)
Soll man Kreaturen herstellen, die zwar Menschen sind, aber sich ein bisschen so benehmen wie Schweine? Brauchen wir Pferde mit sechs Beinen und Horn auf der Nase? Und ist es angebracht, Mäusen abstraktes Denkvermögen einzubauen? Hell, yes! Einen kleinen Schritt in Richtung dieser rundumverglasten, idiotensicheren Fortschrittsverherrlichung ging in den letzten Wochen das britische Königreich, und zwar im Rahmen einer spektakulären 180-Grad-Wende beim Thema Chimärenforschung, jetzt ausführlich im Technology Review des MIT besprochen. War es im Dezember für englische Politiker noch vollkommen unvorstellbar, den Einbau menschlicher Gene in tierische Zellen oder umgekehrt zeitgemäss und konvenient zu finden, und wurde so die Zentaurenzüchtung durch ein rigoroses Verbot um Jahrtausende zurückbefördert, regte sich alsbald Protest (aber auch Zuspruch, wie das immer so ist), und zwar vor allem, weil die britische Forschung es auf keinen Fall verdient hätte, keine Meerjungfrauen produzieren zu dürfen. Nun also der Ansatz von Kehrtwende in Form eines Gesetzesänderung. Besonders daran interessiert: Zwei Gruppen in London und Newcastle, die Hybridembyros herstellen wollen, in dem sie menschliche Zellen in Kuh- oder Kanincheneier injizieren (jawohl, Kaninchen legen Eier, voll verwirrend). Anderswo, jedoch aus naheliegenden Gründen nicht in Deutschland, gibt es das alles natürlich schon, Schimären aus Mensch, Kuh, Schwein und Affe im embryonalen Stadium spriessen aus amerikanischen Laboren, zetteln Weltkriege an und nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Man sollte dazusagen, dass dies in erster Linie zur Bekämpfung von ekelhaften Krankheiten geschieht, und gar nicht so sehr zu unserer Unterhaltung. Seltsam.


Kommentar #1 von Hasi die Wunderkuh:

Hasi war lange auf der Ostweide und ist erst neulich wieder zurückgekommen. Ich kommentiere hier, weil hier Kühe vorkommen, Hasi eine besondere Affinität zu Chimären hat und weil anscheinend keiner dieses liebenswerte Ding da oben sehen will.
Zu den Kommentatoren (Jens z.B.) an anderer Stelle und deren Verhältnis zu Herrn Sander (erheiternd, verärgend, etc.)passend zum Schottland-Thema von Frau Passig: nehmt es doch wie das Wetter. Es ist da, für alle gleich und auf seine Art ein zutiefst basisdemokratisches Phänomen. Und wer nicht nass werden will zieht nen Kittel, nimmt den Regenschirm oder bleibt halt daheim.
Und sieht man die frühvergreisten 35-Jährigen Mit-Weidenbewohner, in deren Welt die grösste Herausforderung wohl das ausfüllen des Rentenantrages sein wird – empfinde ich Herrn Sanders Kommentare ausgesprochen erfrischend.
So, weiter grasen,
Hasi

28.05.2007 | 13:05

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