Riesenmaschine

28.06.2008 | 21:06 | Anderswo | Papierrascheln | In eigener Sache

Automatische Literaturkritik Preis der Riesenmaschine für Tilman Rammstedt


Tilman Rammstedt (33) im Glück (Riesenmaschine)
(Foto: Sopran mit freundlicher Genehmigung)
Schon um 18 Uhr stand fest, wer den Automatische Literaturkritik Preis der Riesenmaschine gewinnen würde: Tilman Rammstedt. Mit 5 Pluspunkten lag er vor Clemens J. Setz (4 Punkte), Thorsten Palzhoff (3 Punkte), Markus Orths (2 Punkte), Patrick Findeis, Pedro Lenz und Alina Bronsky (je 1 Punkt). Der Preis wurde nach dem Abendessen der Riesenmaschine-Redaktion um 19:55 verliehen, die Festrede hielt Sascha Lobo. Die Bachmannpreis-Jury brauchte etwas länger, um zum selben Ergebnis zu gelangen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Automatische Literaturkritik Preis der Riesenmaschine


Kommentar #1 von Eiseisbaby:

Damit ist Riesenmaschine endgültig im Mainstream angekommen. Bravo.

29.06.2008 | 12:43

Kommentar #2 von Sascha Lobo:

Bitte um Beachtung der Chronologie. Die Riesenmaschine hat sich auf einen Text festgelegt, der erst Stunden später zum Mainstream geworden ist.

29.06.2008 | 12:54

Kommentar #3 von Frau Grasdackel:

Eiseisbaby hat Recht.
Der RM ist es gelungen, was der Wissenschaft und Forschung bisher verwehrt blieb: Die Entwicklung eines Automaten, der zu hundert Prozent wie ein durchschnittlicher Mensch funktioniert. Das Geheimnis liegt in einer letzten Instanz, die z.B. wie hier über subjektive Punkte entscheidet oder bereits vergebene Punkte wieder zurücknimmt, um ein bloss maschinell neutrales Ergebnis auszuschliessen. Da dieses letzte Modul das alles entscheidende ist, kann man sich in diesem Fall die restlichen Automatenfunktionen sparen.

29.06.2008 | 17:05

Kommentar #4 von Kathrin:

Zugegeben war der Literaturkritikautomat dieses Jahr noch nicht ganz unfehlbar, was an der uneindeutigen Formulierung mancher Kriterien lag. Das wird 2009 – wie alles andere – besser werden; Sie können gern die bereits im Kriterienkatalog vermerkten Änderungsvorschläge erweitern.

29.06.2008 | 20:53

Kommentar #5 von Till:

Schon mal dran gedacht, dass auch für Bundestagswahlen anzubieten?

29.06.2008 | 21:01

Kommentar #6 von Kathrin:

Ach ja, Frau Grasdackel, und wenn Sie nachweisen können, dass wir Punkte fehlerhaft vergeben oder nicht vergeben haben, nehmen wir Rammstedt das Geld selbstverständlich wieder weg. Das ist mehr, als Ihnen die Bachmannpreisjury bieten wird.

29.06.2008 | 21:04

Kommentar #7 von katharina:

Vorschlag für 2009
--
Pluspunkt: Autor kommt aus Leipzig und hat nicht am DLL studiert.
Minuspunkt: Autor versucht inhaltlich wie sprachlich, Bukowski und Houellebecq in sich zu vereinen.

29.06.2008 | 21:33

Kommentar #8 von Frau Grasdackel:

Kathrin, ich finde Tilman Rammstedt und seinen Text sehr sympathisch und gönne ihm seine Preise und das Geld von ganzem Herzen. Die Automatische Literaturkritik gefällt mir gut, ist eine schöne und witzige Idee. Auf diese Art und Weise einen Gewinner zu ermitteln, ist sehr interessant, aber nur dann, wenn das Ergebnis am Ende nicht doch noch zugunsten des Wunschkandidaten "manipuliert" wird.

30.06.2008 | 03:11

Kommentar #9 von Kathrin:

Welche "Manipulation" bedrückt Sie denn jetzt eigentlich?

30.06.2008 | 03:29

Kommentar #10 von Sapere aude!:

Was mir auffiel: Ueberall (Tweets des Herrn Lobo, hier uaf der Website) ist zu lesen dass der Gewinner des Automatische Literaturkritikpreises früher bekannt war als der Gewinner des Bachmannpreises. Warum nicht einfach dann auch melden: Unser Preistraeger ist Tilman Rammstedt. Unabhaengig von der Bekanntgabe des Bachmannpreises. Habe Mut dich deines eigenen und so weiter.

30.06.2008 | 10:56

Kommentar #11 von Literaturhooligan:

Liebe Riesenmaschine! Es tut mir leid für Dich, dass Deine Leser alle bescheuert sind. Ich kann mir nicht erklären, warum das so ist, und Du hast es sicher auch anders gewollt. Meinst Du, es würde helfen, wenn Du nach Australien ziehst und unter anderem Namen neu anfängst?

30.06.2008 | 11:10

Kommentar #12 von bongo limone:

Ein kleiner Fehler, Literaturhooligan: nicht alle Leser sind bescheuert, sonder nur die Kommentatoren.

30.06.2008 | 11:32

Kommentar #13 von niemand, nirgendwo:

Vielleicht sind ja nicht mal die Kommentatoren bescheuert, sondern nur die ein oder andere Idee. übrigens frei nach Lobo: Bescheuert sein wird heutzutage einfach überbewertet.

30.06.2008 | 11:40

Kommentar #14 von Frau Grasdackel:

Kathrin, dann werde ich mal zur Griffelspitzerin und gebe ein einfaches Beispiel: Bei Rammstedt war ausser der Nr. 14 noch ein anderer Minuspunkt eingetragen, irgendwas zum Inhalt, der jedoch am Ende verschwunden war. Wäre er geblieben, hätte es ein Stechen mit Setz geben müssen. Im Vergleich zu an anderen Stellen vergebenen Minuspunkten für aussergwöhnlich gutes Aussehen, hätte meiner Meinung nach Rammstedt diesen auch bekommen müssen. Somit wäre sogar Setz der Gewinner gewesen. Frage ist, was will die RM? Soll gezeigt werden, dass es möglich ist, in automatisierter Form zum selben Ergebnis zu kommen wie die Bachmannpreisjury? Dann müsste überprüft werden, ob die zugrunde gelegten Kriterien auch dahin führen können. Willkür durch subjektive Kriterien, mit denen jongliert werden kann, um doch noch zum gewünschten Ergebnis zu kommen, dürfte es nicht geben. Denn dann könnte man sich den ganzen Aufwand sparen, sich entspannt zurücklehnen und am Ende ganz normal wie immer zu einer Entscheidung kommen. Der RM, die ich für ihre Andersartigkeit mag, würde es doch eher entsprechen, den Autor eines ganz anderen Textes, als den des "besten" auszuzeichnen, denn das tun ja die anderen schon. Ein entsprechendes Adjektiv müsste doch zu finden sein.

30.06.2008 | 23:04

Kommentar #15 von Kathrin:

Liebe Frau Grasdackel, wir waren vor Ort und können Ihnen versichern, dass in der Aussehensfrage alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Der zweite, kurzzeitig vergebene Minuspunkt bei Rammstedt war "Anapher, Epipher" und wurde wieder gestrichen, weil er bei den anderen Autoren nur bei erheblichem Anapher-/Epiphergetöse vergeben worden war, bei Rammstedt aber wegen eines Einzelfalles. Wollte man den Punkt bei Rammstedt vergeben, müsste man ihn allen Teilnehmern geben. Es gab bei den meisten Texten nachträgliche Korrekturen zu Unrecht vergebener oder übersehener Punkte, wir haben ausdrücklich auf diese Korrekturmöglichkeit hingewiesen. Und wir konnten schlecht zeigen wollen, dass es "möglich ist, in automatisierter Form zum selben Ergebnis zu kommen wie die Bachmannpreisjury", weil unser Preis schliesslich zuerst vergeben wurde, zu einem Zeitpunkt, als niemand das offizielle Ergebnis kennen konnte. Auch wenn hinterher natürlich alle behaupten, sie hätten es vorher gewusst.

30.06.2008 | 23:10

Kommentar #16 von allen:

Wir nicht! Wir haben es voll nicht vorher gewusst!

30.06.2008 | 23:27

Kommentar #17 von Kara Ben Nemsi:

Man muss ja auch mal Viere grade sein lassen. Achso, ist ja ohnehin grade.

30.06.2008 | 23:28

Kommentar #18 von Hulk:

Ich finde dies alles in höchstem Masse traurig und bedauerlich. Die Siegertexte sind schlecht. Es sind keine literarischen Texte.

02.07.2008 | 09:29

Kommentar #19 von Umschlagaufreissergirl:

Und ... der automatische Nullcheckerbunnypreis geht an ... Hulk!

02.07.2008 | 10:15

Kommentar #20 von Hulk:

@Umschlagaufreissergirl Ich fühle mich geehrt.

02.07.2008 | 20:32

Kommentar #21 von Nachtlicht:

Ich bin immer wieder verblüfft, wie es der Riesenmaschine gelingt, sich erfolgreich in den Bachmann-Preis einzumischen. Vielleicht ist "Was man seinen Freunden nicht erzählen würde, gehört auch nicht in den Text" ein Schlüsselkriterium. Aber nun habe ich auch eine Frage: Ist es das Ziel des Kriterienkatalogs, dass Texte so beurteilt werden, wie die Autoren des Kriterienkatalogs selber Texte beurteilen, oder so, wie die Autoren des Kriterienkatalogs glauben, dass Preisrichter des Bachmannpreises urteilen würden?

06.07.2008 | 19:24

Kommentar #22 von Kathrin:

Ersteres. Für Spekulationen über Preisrichtermeinungen bräuchte man eine viel kompliziertere Maschine als die unsere.

06.07.2008 | 19:31

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