Riesenmaschine

17.11.2009 | 16:25 | Berlin | Alles wird schlechter | Essen und Essenzielles

Ausweitung der Brunchzone

Das Freie Neukölln hat vor kurzem seinen Kneipenbetrieb um eine Frühstücks- und Mittagsoption erweitert. Was auf den ersten Blick wie ein ganz normales Gentrifizierungssymptom anmutet, ist genauer betrachtet eine Pionierleistung. Denn während der Mittagstisch nur bis 17 Uhr bestellbar ist, gilt die Frühstückskarte bis 18 Uhr, also eine Stunde länger. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, welche historische Entwicklung im Mahlzeitensektor sich hier gerade vor unseren Augen vollzieht: Die Wanderung des Frühstücks in eine spätere Tagesregion, möglicherweise sogar ein Platztausch von Frühstück und Mittagessen, oder die Erweiterung der Frühstückszeit auf 24 Stunden/Tag. Aber egal was es ist, es ist toll.


Kommentar #1 von DerFalkVonFreyburg:

Obwohl ich bei der Lektüre kurz mit den Mundwinkeln zuckte ist es Fakt: Die Riesenmaschine täte gut daran, ihr geschaffenes Werk in einem Haufen transluzenten Kunstharzes einzugiessen und so für die Ewigkeit zu konservieren. Denn wie bei einer offenen Büchse Brokkolikonserve (nicht weiterlesen, Metapher) wird es einfach nicht mehr besser, nur weil einer ab und zu Wasser nachgiesst. Macht's wie Michael Jackson (oder Falco) und kriegt gerade so die Kurve, solange die Maschine noch zurecht als Vorreiter digitalbohémer (letzteres Streichen) Blogkunst gilt. Trotzdem: was für ein brillianter erster absatz! grossartiger artikel! glückwunsch!

18.11.2009 | 02:46

Kommentar #2 von CHAKRAtte:

Okay, das ist Deine Meinung.
Ich hingegen würde hier gerne zukünftig auch mal öfter was über Schmachtmargen lesen.

18.11.2009 | 12:08

Kommentar #3 von AxR:

... also ich würde mich freuen, hier überhaupt mal wieder öfter was zu lesen. Auch über Schmachtmargen, wenn es sein muss.
Ist die Punkteliste für die automatische Kulturkritik eigentlich öffentlich, dann könnte man sie vielleicht auch mal aufs eigene Leben anwenden und schauen was dabei rauskommt.

18.11.2009 | 15:17

Kommentar #4 von irgendwem:

genau, wo kann man die Punkteliste der Kulturkritik einsehen? Dann könnte ich mir damit die Zeit vertreiben, während ich auf Artikel warte

18.11.2009 | 16:42

Kommentar #5 von Andreas:

muss mich meinen vorschreibern anschliessen, dass hier in letzter zeit zu wenig geschrieben wird und was essensangebote in berlin betrifft kann ich nur sagen, dass ich schon vor 3(!) jahren in einer gastronomischen einrichtung in spandau, welche ich als eine kreuzung aus kneipe und restaurant wahrgenommen habe, gegen 18:30 frühstück bestellen konnte und diese damit sher offen warb!

18.11.2009 | 17:38

Kommentar #6 von Template-Ritter:

Ich war ja vor langer Zeit schon der Meinung, dass die Kommentarfunktion abgeschaltet gehört.

19.11.2009 | 09:32

Kommentar #7 von irgendwem:

Was soll daran innovativ sein? Es gibt doch in Berlin schon alle Naselang ueberall 24h lang Fruehstuck. Was besonderes waere es, wenn der Mittagstisch vor dem Fruehstuecksangebot ANFANGEN wuerde, aber vorher AUFHOEREN... nee, nicht beeindruckt.

19.11.2009 | 12:33

Kommentar #8 von irgendwem:

Im Sofia gibt es ja erst ab 18 Uhr Bier. Je nach Frühstücksgewohnheiten könnte einem sowas im Freien Neukölln den Tagesbeginn ganz schön versauen.

19.11.2009 | 21:01

Kommentar #9 von gnaddrig:

Vielleicht ist das jetzt prosaisch, aber wieso muss man das Essen nach Tageszeiten sortiert unterschiedlich nennen? Ich esse selten morgens Döner, gelegentlich mittags Müsli, nicht ganz so selten abends Nutella-Brötchen, aber ich würde nie sagen, dass ich abends frühstücke, bloss weil Nutella-Brötchen eher frühstückstypisch ist. Andererseits, wie will ich als Gastronom der Öffentlichkeit kundtun, dass ich auch abends ncoh Nutella-Brötchen und so anbiete, und auch morgens schon Currywurst mit Pommes? Das geht wohl am Elegantesten über "Frühstück von 6 bis 22 Uhr" und "Mittagstisch ab 09" oder so ähnlich.

Und wenn ein Wirt erst ab 18 Uhr Bier anbietet, nimmt er (wissentlich oder er ist dämlich) in Kauf, dass die werte Kundschaft an der Tanke vorglüht.
Wem das jetzt alles zu lang ist: Was geht mich Berlin an? Warum zieht die Riesenmaschine nicht in die wirklich wichtige Gegend um? Das wäre Nordbaden.

29.11.2009 | 21:39

Kommentar #10 von irgendwem:

und in Nordbaden gibts Frühstück von 6 bis 22 Uhr? Dann sollte man wirklich erwägen, da hin zu ziehen. In London gibt es übrigens nur zu ganz bestimmten Zeiten ganz bestimmte Sorten von Essen. Und auch generell nicht so viele verschiedene Sorten. Die Gleichung "Grösse der Stadt = Diversität des Essensangebot" ist folglich nicht richtig.

30.11.2009 | 17:41

Kommentar #11 von irgendwem:

ich hab da keinen smiley hingemacht, sondern ein gleich, und die zweite hälfte der Gleichung fing mit einem grossen D an. Euer Smiley-identifikations-automat braucht mal ein besseres Gehirn.

30.11.2009 | 17:43

Kommentar #12 von Smiley-Identifikations-Automat:

Entschuldigung. Aber so ist es eben, wenn man seinen Job mit Leidenschaft ausübt – manchmal geht es mit einem durch.

30.11.2009 | 18:11

Kommentar #13 von irgendwem:

Oh na klar, das kenn ich doch auch. Danke fürs Beheben der ungerechtfertigten Schmähung.

30.11.2009 | 23:48

Kommentar #14 von gnaddrig:

Also, so generell würde ich nicht sagen, dass es in Nordbaden Frühstück von 6 bis 22 Uhr gibt. Traditionell isst man hier auch morgens eher deftig, glaube ich, also nicht das, was man in Cafés typischerweise als Frühstück verkauft kriegt. Aber es gibt Frühstück, und das spricht zumindest nicht gegen Nordbaden.
In Nordengland übrigens machen die Fish&Chips-Läden nur kurz über Mittag auf, anders als im Süden, wo sie meistens von vormittags bis spätabends durchgehend auf haben. Ausserdem gibt es im Norden in der Regel nur "Fish", während man im Süden zwischen mehreren Sorten wählen kann. In Nordbaden hingegen ist die Fish&Chips-Kultur nicht besonders ausgeprägt, da ist das Brathähnchen deutlich verbreiteter.

01.12.2009 | 11:50

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