Riesenmaschine

17.09.2005 | 16:31 | Alles wird besser | Alles wird schlechter | Listen

Liste der Sonstigen X: Bürgerrechtsbewegung Solidarität, BüSo

Manche fragen sich vielleicht schon nach den Parametern unserer Parteien-Durchgeknalltheits-Bewertungsskala. Jede Skala braucht einen oberen Absolutheitswert, nach dem sie sich ausrichtet, und dieser Wert wird hier markiert durch die BüSo und ihre kongeniale Vorsitzende Helga Zepp-LaRouche, Ehefrau des amerikanischen "Wissenschaftlers" Lyndon LaRouche. In der bereits erwähnten ARD-Doku über kleine Parteien sagte Frau Zepp-LaRouche das Interview leider kurzfristig ab, weil sie den ARD-Journalisten als Agenten von George W. Bush enttarnt hatte. Der ersatzinterviewte Parteischerge begann sein Statement dann mit dem denkwürdigen Satz: "Wir sind keine Verschwörungstheoretiker."

Neben vielen anderen interessanten Ideen der BüSo sei hier nur erwähnt, dass sie die deutsche Wirtschaft durch den Ausbau einer Eurasischen Landbrücke (ELB) auf Vordermann zu bringen gedenkt. Dazu gehört der Bau einer Transrapidstrecke Berlin-Peking. Was natürlich nicht ausreicht: "Durch einen Tunnel unter der Beringstrasse könnte sogar die Verbindung zum amerikanischen Kontinent hergestellt und so fast die ganze Menschheit durch ein gemeinsames Magnetbahnnetz verbunden werden." Weiterhin betrachtet Frau Zepp-LaRouche Pokémon als Einstiegsdroge in den Irak-Krieg. Das klingt niedlich, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die "internationale LaRouche Jugendbewegung" eigene Kaderschulen unterhält, die ideologisch nicht eben liberal ausgerichtet sind.

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17.09.2005 | 14:45 | Alles wird besser | Alles wird schlechter | Listen

Liste der Sonstigen IX: Am rechten Rand


Foto: peterme / Lizenz
Nicht nur links von der PDS, sondern auch rechts von der CSU ist so allerlei Erstaunliches zur Wahl zugelassen. Neben Offensive D (Ex-Schill-Partei), DSU, den Republikanern, der Partei Pro Deutsche Mitte, NPD und DVU sei hier besonders die Partei mit dem Namen "Ab jetzt...Bündnis für Deutschland, Partei für Volksabstimmung und gegen Zuwanderung ins 'Soziale Netz'" erwähnt. Und weil der Name in dieser Form etwas langatmig wirkt, nennt sich diese Partei kurz "Deutschland", was als Parteiname ein echter Coup ist. Auf der irrsinnig schlecht gemachten Webseite* ("Weltnetzseite") findet sich neben anderen lebenswichtigen Infos auch der Lebenslauf des Vorsitzenden Dr. Helmut Fleck, der z.B. am 14.11.1969 seinen Diplom-Bauingenieur (Prädikat: gut) gemacht hat. Im persönlichen Auftritt legt Dr. Fleck aber eine so unglaubliche Merkwürdigkeit in Diktion und Gestik an den Tag, dass man fast denken könnte, er sei irgendwie komisch. Durchgeknallt ist uns als Wort in diesem Fall zu zärtlich.

*Anmerkung: Nazis und Ähnliche verlinken wir nicht. Daher hier zur eigenverantwortlichen Nutzung die URL: http://www.abjetzt.de.vu/

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17.09.2005 | 13:44 | Alles wird besser | Alles wird schlechter | Listen

Liste der Sonstigen VIII: Partei für soziale Gleichheit PSG

Die PSG bezeichnet sich als die wahre sozialistische Partei, womit sie sich klar abhebt von anderen, falschen sozialistischen Parteien. Es handelt sich bei denen auch um die deutsche Sektion der Vierten Internationale, die immerhin von Leo Trotzki persönlich gegründet wurde. Im Gegensatz zu den hier bereits vorgestellten Marxisten-Leninisten kommen die Trotzkisten deutlich straighter daher. Anstatt peinlich zu singen, reden sie sich gekonnt in Rage und zwar richtig eloquent, grammatikalisch einwandfrei und absolut durchgeknallt.

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17.09.2005 | 12:54 | Was fehlt | Vermutungen über die Welt

Karaoke 2.0 (beta)

Von der Popkomm kann man halten, was man will und viele tun das ja auch. Mit dem Umzug nach Berlin ist die Veranstaltung vom Szenesaufen an der Hotelbar zum Treffpunkt für diejenigen geronnen, die verzweifelt versuchen, aus dem p2p-vernarbten Musikmarkt noch das letzte bisschen Zahlungswilligkeit herauszuwringen. Diese These ist zwar mit Informationen aus dritter Hand zusammengebastelt, weil die Riesenmaschine aus verständlichen Gründen (nicht versucht wg. warum auch) keine Akkreditierung für die Popkomm bekam. Es finden sich jedoch im medialen Output einige Hinweise, dass sie richtig sein könnte. So wurde zum Beispiel die Firma kSolo.com mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Die kostenpflichtige Plattform bezeichnet sich selbst als "world's first online karaoke experience", was angesichts des steinalten, aber immer noch witzigen Growl-Karaokes an Unverschämtheit grenzt. Neben der grundsätzlich guten Idee (bei ganz schön mittlerer Umsetzung) gibt es aber noch einen weiteren positiven Aspekt. Nachdem neulich bereits die amüsante Bemerkung bei IG Gestaltung fiel, "unsere Kinder werden 'beta' noch für ein Qualitätssiegel halten" (vergl. Flickr, div. Google-Anwendungen), rückt kSolo nun die Begrifflichkeiten wieder zurecht, wie man am unten eingespielten Screenshot sehen kann.


17.09.2005 | 11:45 | Sachen kaufen

A Second Point of View

Es gibt ja Produkte, die lassen sich nicht so ohne Weiteres derart weiterentwickeln, dass sie wenigstens minimal Schlagzeilen machen oder im Idealfall gar die Aktienkurse der Herstellerfirma nach oben treiben. Ein einfaches Bluetooth Headset mag dazu gehören. Die Entwicklungsabteilungen der entsprechenden Firmen versuchen dieses Problem auf jeweils verschiedene Weisen zu lösen. Wenn 'kleiner und leichter' als Strategie nicht mehr funktioniert, versuchen sie es oft genug mit der beliebten Funktionsdoppelung. Dazu verschmelzen sie entweder zwei bis dahin völlig unabhängige Geräte, wie etwa ein Bluetooth-Headset und eine Sonnenbrille. Oder sie gehen den umgekehrten Weg und statten das Gerät selbst mit einem zusätzlichen Feature aus. So hat Nokia nun mit dem Wireless Image Headset zum ersten Mal ein Headset mit einem Bildschirm versehen. Weil das Headset dadurch natürlich etwas grösser wird, kann es nicht mehr direkt am Ohr getragen werden, sondern hängt an einem Bändel um den Hals und ist von dort wiederum mit einem Kabelkopfhörer, also einer Art traditionellem Headset, mit dem Ohr verbunden. Der Bildschirm selbst hat im Wesentlichen die gleiche Funktion wie derjenige am zugehörigen Mobiltelephon. So kann man zum Beispiel via Bluetooth Bilder vom Handy aufs Headset laden und dort anschauen. Das ist natürlich äusserst praktisch.
Wenn die Designer von Nokia es jetzt noch schaffen würden, eine Tastatur in das Gerät zu integrieren, dann hätten sie etwas wirklich Neues geschaffen: Ein Telefon, das via Bluetooth auf alle Funktionen eines Telefones zugreifen könnte. Und wenn sie zu guter Letzt noch das lästige Kabel durch eine, sagen wir einmal, Bluetoothverbindung ersetzten könnten, na dann, aber hallo!

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