Riesenmaschine

28.01.2006 | 13:33 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Fluppy Disk

Eine Lösungsmöglichkeit für das Problem der Lebenszeitverschwendung durch Suchen wurde hier schon hin und wieder genannt, nämlich das Festbinden. Eine verwandte Möglichkeit, gewissermassen ein Spezialfall des Festbindens, ist die bauliche Verbindung kleiner, leicht verlierbarer Gegenstände mit grossen, unübersehbaren. So gehen z.B. Züge und U-Bahnen dank ihrer Gleisgebundenheit praktisch nie im Bermudadreieck verloren, aber auch der Zigarettenanzünder im Auto ist eine geglückte Lösung. Nur zu Hause, wo das Auto nicht durch die Tür passt, fehlte den meisten E-Herd-Besitzern bisher eine unverlegbare Feuerquelle – OhGizmo! hat sie jetzt gefunden: Schon für 20 US$ braucht man zumindest an Arbeitsplätzen mit freiem 5,25"-Einbauschacht nie mehr nach Feuer oder einem Getränkeabstellplatz zu suchen. Auf den Zigarettenanzünder für den Notebook- und Fahrradeinbau und den am Pferd festgebundenen Faustkeil müssen wir noch ein paar Wochen warten.


28.01.2006 | 05:24 | Nachtleuchtendes | Fakten und Figuren

Die Wellen da draussen

Wirft man einen Stein ins Wasser, so fällt es kaum noch jemandem auf, dass er Wellen produziert, die sich konzentrisch in alle Richtungen ausbreiten. Macht man dasselbe im Weltall, schwebt der Stein natürlich sinnlos durch die Gegend, was bestimmt auch ganz lustig aussieht, aber nach wenigen Minuten langweilt. Um echte Wellen zu erzeugen, muss man schon mehr unternehmen, zum Beispiel einen recht ansehnlichen Stein, ähm, Stern explodieren lassen. Dann aber hat man viele Jahrzehnte Freude: Das nebenstehende Bild zeigt "Lichtechos" der Supernova von 1987 – genaugenommen sieht man in jedem Schritt die Differenz zweier Bilder, die in einem Jahr Abstand aufgenommen worden sind. Die Analogie mit dem Stein war ehrlich gesagt nur dazu gedacht, den Leser zu fesseln, denn Steine ins Wasser werfen, was könnte aufregender sein. Ansonsten aber ist sie vollkommener Quatsch, denn in Wahrheit sieht man nicht das Wasser, sondern dessen Echo, ach, das hilft auch nicht, also die Wahrheit ist, man sieht Reflexe des original Supernovalichts an interstellaren Staubklumpen. So ist das. Übrigens enthält das Bild eine Fläche so gross wie der Vollmond, denn auch Licht braucht schliesslich eine Weile, genaugenommen 20 Jahre, um von da (Bildmitte) nach dort (Echo) zu kommen. Der Staubumweg ermöglicht es uns, das Licht des Sterns zu sehen, obwohl er schon lange nicht mehr lebt, so ähnlich wie Hitler oder Jesus auch heute noch Wellen in die Welt werfen. Zum anderen findet man so genau heraus, wo denn der Stern starb, was zur Rekonstruierung des Tathergangs recht nützlich ist. Und ausserdem kann man stundenlang auf dieses Bild starren und dabei masselose Steine in den leeren Raum werfen.


27.01.2006 | 17:28 | Sachen kaufen

Das vorhandenste Taschenmesser der Welt


In Wirklichkeit etwas grösser
Ein Taschenmesser besitzen und ein Taschenmesser dann haben, wenn man eines braucht, ist bekanntlich nicht dasselbe. Aber das uralte Menschheitsproblem der – manchmal jahrtausendelangen – Abwesenheit von Taschenmessern kann durch den Erwerb des Black Bear One Hand Action ein für allemal aus der Welt geschafft werden. Zwar lässt sich das Messer keineswegs, wie der Name zu suggerieren scheint, mit einer Hand bedienen, aber das ist ja beim Einhandsegeln nicht anders. Auch die eher zurückhaltenden Kundenbewertungen ("Schrott!", "Schlechtes Plagiat!", "Etikettenschwindel!") sollten kein Kaufhindernis darstellen, denn die eigentlichen Features dieser Wunderwaffe unter den Taschenmessern sind der Preis von 2 Euro 50 und eine Öse am Hinterende. Wer also zehn Stück zum Preis eines einzigen herkömmlichen Taschenmessers erwirbt und mit Schnüren an zentralen Punkten seiner Behausung festknotet, dem wird nichts mangeln. Denn eine mittelmässige, aber vorhandene Lösung ist einer exzellenten, aber gerade unerreichbaren jederzeit vorzuziehen, wie jeder weiss, der sich mit One Hand Action auskennt.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Wunderwaffenwoche in der Riesenmaschine


27.01.2006 | 12:14 | Alles wird schlechter

Wunderwaffen: Killerpilze


Foto: Sway – Media Jayson / Lizenz
Agent Green ist nicht nur einer der sechs kleinen Brüder von Agent Orange, sondern auch, und darum soll es hier gehen, eine biologische Waffe, die nach Vorstellung einiger Leute längst eine bedeutende Rolle im weltweiten Drogenkrieg hätte spielen sollen.

Im Grunde genommen sind es sogar mehrere Waffen, denn Agent Green bezeichnet mehrere aggressive Pilzkulturen, die zur Vernichtung von Koka-, Cannabis- und Opium-Feldern in US- und usbekischen Labors gezüchtet werden. Die kokavernichtende Variante sollte 2000 auch bereits in Kolumbien zum Einsatz kommen, eine breite Front aus Waffengegnern, Umweltschützern und Vertretern anderer Staaten (Peru, Ecuador, EU-Parlament) führte dann allerdings zur vorübergehenden Aufgabe dieses Plans. Vielleicht ganz gut, denn die US-Forscher hatten sich noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, was aus den Pilzen wird, wenn sie denn mit den Koka-Pflanzen fertig sind, und ob sie dann zum Beispiel einfach die lokale Flora als neue Nahrungsquelle für sich entdecken (Infos von dieser evtl. einseitig berichtenden Website).

Wohin das nämlich führen kann, können wir im Film Kaze no tani no Naushika sehen, in dem die Welt von extrem schönen aber leider auch extrem giftigen Pilzwäldern überwuchert ist. Richtig dosiert haben Pilze hingegen noch nie geschadet. Und hätten sich die Pilzkulturen des Grafen von Rummelsdorf nicht der allenfalls drittklassigen Wunderwaffe Zyklostrahlen überlegen gezeigt, würde die Welt heute vermutlich von einem Verrückten beherrscht.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Wunderwaffenwoche in der Riesenmaschine


27.01.2006 | 01:04 | Papierrascheln

Anti-Kontextsensitive Werbung

Erfahrung – ein kaum zu schlagender Wert, auch wenn die jungen Wilden mit dem Strohfeuer ihrer Ideen protzen und klotzen. So, wie Online-Werbung nicht nur boomt, sondern gegenüber Printanzeigen auch eine Menge technischer Vorteile mit sich bringt. Zum Beispiel die allgegenwärtige Kontextsensitivität, von der Google lebt und ein Aktienfeuerwerk nach dem anderen zündet. Aber manchmal zeigt das erfahrene, gute, alte Medium Zeitung den Webkindern doch noch, wo der Hammer hängt. Und erfindet im Vorbeiflanieren Anti-Kontextsensitivität. Die mit Sicherheit um ein Vielfaches mehr Aufmerksamkeit bekommen wird als die popelige kontextsensitive Werbung, die letzlich ja auch nur interessenangeglichene, also arschkriechende Reklame ist.



Quelle leider unbekannt & ungeprüft, Übermittlungsdank an Cornelis Stettner.
[Nachtrag: Eventuell Lüneburger Landeszeitung 21./22.01., siehe Komment.]


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