Riesenmaschine

02.04.2006 | 18:01 | Berlin | Supertiere | Alles wird schlechter | Fakten und Figuren

Die teuflischen Frösche


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

An der Neuköllner Rütli-Schule gibt es bekanntermassen Probleme: Aggressive und gewaltbereite Schüler, die täglich durch eine tägliche Hölle aus Gewalt, Verrohung, Respektlosigkeit und Erniedrigung gehen, bis am Ende selbst die Lehrer um Schliessung der Schule betteln. Aber es sind nicht die Drogen, nicht die Sprachprobleme und auch nicht der Ausländeranteil, die zur Eskalation führen. Es sind die Frösche (Eingang Weserstrasse/Rütlistrasse). "Aber es sind doch nur Frösche", wird der Leser einwenden, "wer kann denn das ahnen?" taz-Leser konnten: "Als es darum ging, wie das Eingangsportal für die Jugendstrasse gestaltet werden soll, erzählte Wolfgang Janzer" – der schuldige Künstler – "den Kids von einer Fernsehreportage über Ochsenfrösche. 'Das ist eine knallharte Tierart. Sie vermehren sich schnell, sind aggressiv und machen alles platt.'" Noch Fragen?


02.04.2006 | 13:11 | Anderswo | Sachen anziehen | Zeichen und Wunder | Papierrascheln

Moresukine


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

Zugegeben, es gibt im Jahr 2006 innovativere Ideen, als über seinen Auslandsaufenthalt ausgerechnet in einem Blog zu berichten. Und zugegeben, Tokyo ist jetzt nicht gerade der Geheimtipp unter den Millionenstädten dieser Welt, über den wir in Deutschland noch so überhaupt nichts wussten, ganz anders als z.B. das aufstrebende Hyderabad. Aber man kann so ein Tokyo-Blog halt trotzdem interessant und angenehm gestalten, wie Dirk Schwieger beweist. Woche für Woche bekommmt er von Freunden und Lesern Aufgaben und Fragen, wie etwa "Besuch das Studio Ghibli Museum!" oder "Wie kleiden sich die Japaner?", zugeschickt, über die er dann in Form eines kurzen Comics berichtet. Da dies auf vier Seiten eines handelsüblichen Moleskines gezeichnet ist, nennt sich die Serie entsprechend der japanischen Behandlung von Lehnwörtern Moresukine. Auch wir haben Dirk einen Auftrag gemailt und werden nun im Juli oder so entweder etwas über die Ginza Renoir-Café-Kette, ein Treffen mit Sam & Valley oder die Suche nach einem Stein in der Form Japans erfahren – vorausgesetzt, Dirk überlebt die vorher geplante Fugu-Episode.


02.04.2006 | 06:50 | Alles wird besser

Endlich: Virencheck auch für Menschen


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Jeden Morgen beim Hochfahren fragt man sich, wieso der Rechner so komisch reagiert, woher die Kopfschmerzen kommen, was das Blut auf der Bettdecke macht und wieso es überall nach Erbrochenem riecht. Fast gibt es jetzt eine brandneue Lösung für solcherlei Probleme, die es endlich erlaubt, das System gründlich von Viren zu befreien, bevor man ernsthaft mit ihm arbeitet: Den sensationellen Blood Cleaner von Aethlon, derzeit in Indien im Test und bestimmt bald in jeder Drogerie erhältlich. Einfach an den Körper anschliessen, zwei Stunden durchlaufen lassen, fertig. Ebola, Schnupfen, Milzbrand, Tobsucht, Tuberkulose, alles fliegt raus, weil es ungesund ist und den Betrieb aufhält. Wie der kugelschreibergrosse und revolutionäre "Blood Cleaner" genau funktioniert, ist zwar unklar, aber egal, solange er überhaupt funktioniert und keine Sauerei dabei entsteht. Hoffentlich kann man regelmässige Updates abonnieren, um im Wettlauf mit den Virenprogrammierern, Quatsch, Bioterroristen nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Aleks Scholz | Dauerhafter Link


01.04.2006 | 20:48 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Stereometrie im Alltag


Nur ein einfacher Zylinder (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die Aufnahme von Koffein, einem Alkaloid aus der Gruppe der natürlich vorkommenden Purine, das in der Bevölkerung populär ist, weil es auf molekularer Ebene hexagonale Prismen ausbildet, ist leider meist ein umständlicher und lästiger Vorgang. Bei der am häufigsten praktizierten Variante muss man sich a) hinsetzen, b) komplizierte Apparate bedienen, c) oder stattdessen mit Menschen sprechen, d) heisse Gegenstände anfassen, e) unerträglich ekelhafte Flüssigkeiten aufnehmen, also tendenziell unangenehme und auch gefährliche Tätigkeiten durchführen. Das alles ist oft eingebettet in ein umfassendes soziales Ritualverhalten, bei dem es um Schwanzwedeln, Ohrenspitzen und Aneinanderriechen geht. Muss das sein? "Da kann man auch gleich Bier trinken", sagen viele nicht ganz zu Unrecht. Warum soll man für ein so simples Ziel wie die Aufnahme einer spezifischen Chemikalie zur Erzielung einer Modifikation des Geisteszustands einen solchen Aufwand treiben?

Soll man ja gar nicht, denn zum Glück arbeitet ThinkGeek schon seit längerem an Alternativen, bei denen man die hexagonalen Prismen entweder auf Haut und Lippen schmiert oder aber in Form von Bonbons oder Kaugummis zu sich nimmt. Eine klare Verbesserung, denn noch nie musste sich jemand zum Kaugummikauen hinsetzen. Seit heute und vermutlich nur heute kann man sich das Äquivalent einer grossen Tasse Alkaloidgetränk auch einfach per Inhalator ins Gesicht blasen und hat damit in wenigen Millisekunden alles erledigt, ohne auch nur mit einem einzigen Schwanz gewedelt zu haben. Muss man loben, bevor der Tag vorbei ist.

Aleks Scholz | Dauerhafter Link


01.04.2006 | 02:50 | Fakten und Figuren

Mit Eichhörnchen basteln


Dieses Eichhörnchen besitzt einen präparierten Menschen,
auf dessen Hand es sich ausruhen kann. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die Website instructables.com, aus der wir diese Woche bereits zitierten, möchte die Kollaboration von Menschen befördern, die gern an ihrer Umwelt herumschrauben: "We like to think about the physical world as something that is programmable. We like to think of objects or stuff you make as 'code'. In other words, we are approaching the physical world as something that is describable and replicable."

Zwar gibt es instructables.com erst seit ein paar Wochen, aber schon kann man dort lernen, wie man Schuhe mit eingebauten Magneten versieht, die beim Radfahren Ampeln mit Induktionsschleifen auf Grün springen lassen, wie man tote Eichhörnchen haltbar macht ("Items required: 1 x Dead Squirrel, 1 x Sharp Knife ..."), wie man an den Fingern bis 1023 zählt, eine Art Iglu baut, wenn man keine Spezial-Igluschaufel besitzt, Hundewolle für das Spinnen reinigt und wie man Seife in Form der Jungfrau Maria herstellt. Auch die bislang ungeklärten Fragen, wie man eine Zigarette raucht, Asia-Nudelsuppen zubereitet und IKEA-Billyregale zusammenbaut, werden hier behandelt. Gerne werden wir selbst hilfreiche Anleitungen zu dieser Sammlung beitragen, sobald die noch fehlende Rubrik "Wie man es auf keinen Fall machen soll" eingerichtet wird.


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