Riesenmaschine

24.04.2006 | 18:15 | Anderswo | Fakten und Figuren

Schönes Haar ist dir gegeben, lass es leben


He Hit Me (And It Felt Like a Kiss)
Das Haarwaschmittel Head & Shoulders gibt es neuerdings in einer erweiterten Version, nämlich jetzt auch FOR MEN, was insofern bemerkenswert ist, weil bisher nicht allgemein bekannt war, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männern Haare auf den Schultern zu wachsen scheinen. Aber es geht ja offenbar, wie man dem Pressekommuniqué entnehmen kann, um etwas anderes, denn "das neue Shampoo trifft exakt den Nerv des modernen Mannes. Da wird nicht lange herumgefackelt und Zeit verplempert!"
Wir wissen nicht, was Produzentengott Phil Spector (Bild) für Shampoo verwendet, Zeit lässt er aber auf jeden Fall verplempern, denn sein für heute anberaumter Mordprozess ist nun auf den 11. September verschoben worden. Auch weiss man nicht, ob er seine attraktive Sideshow-Bob-Haarfrisur bis dahin behalten wird. Sicher ist aber, dass seine ehemalige Frau Ronnie, der er in der Zeit ihrer gemeinsamen Ehejahre einen gläsernen Schneewittchensarg hat bauen lassen, weil er sicher war, dass sie sein Haus lebend nicht mehr verlassen würde, gerade eine bombastische Platte veröffentlicht hat; und offenbar scheint sie ein Faible für Männer mit imposanten Haarteilen zu haben, das beweist ihre Liaison mit dem Musiker Little Steven, der bei den Sopranos als asthmatischer Silvio Dante ebenfalls einen prächtigen Mop spazieren trägt.

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (5)


24.04.2006 | 13:47 | In eigener Sache | Gekaufte bezahlte Anzeige

Kaufen und Gekauft werden


Hier hätte Ihre
Werbung stehen können
Der Artikel unter diesem Artikel ist hellblau hinterlegt und das hat einen Grund. Seit heute, 5.45 Uhr, wird zurückgeworben. Die Riesenmaschine ist nun für Reklamekunden offen, die die wahnsinnig grossen Vorteile einer Werbekombination auf dieser Seite nutzen wollen. Kombination? Ja. Denn nicht allein Banner können gebucht werden, nein, auch echte Riesenmaschinen-Beiträge sind erwerbbar, daher kommt ja das Wort Werbung, und sind dann blau hinterlegt. Was in vielen Medien – wir möchten keine Namen nennen – gang und gäbe ist, nämlich gekaufte Artikel, wenn gleichzeitig Anzeigen geschaltet werden, soll in der Riesenmaschine vollkommen transparent sein. Wir profitieren hierbei davon, dass der Staat selbstredend Weblogs noch als Hobbyveranstaltung ansieht. Denn nach dem Mediendingenskirchengesetz ist so was bei einer richtigen Zeitung natürlich streng verboten.

Damit diese Form der Werbung aber nicht zur käuflichen Beliebigkeit verkommt, schreiben wir auf der Riesenmaschine nur für Produkte Werbeartikel, die wir gut finden. Ausserdem werden die Banner dazu von unserem Grafikheroen Martin Baaske gestaltet. Dass wir die allerersten sind, die an Werbung auf Blogs glauben, kann man übrigens daran erkennen, dass seit heute auch ein Banner von uns auf Bildblog geschaltet ist.


23.04.2006 | 20:09 | Gekaufte bezahlte Anzeige

Raus aus der Mädchenfalle

Raus aus der Mädchenfalle ist ein Karriereratgeber für Frauen. Man kann sich fragen, was es zu diesem Thema noch zu sagen gibt, das wir nicht schon wüssten, und ob es überhaupt genug zu sagen gibt, um ein Buch damit zu füllen. Schliesslich sind wir doch längst gleichberechtigt. Mit einiger Skepsis beginnt man die Lektüre, denkt hier mal "So bin ich aber nicht", da mal "So sind die Männer, die ich kenne, aber nicht", und zwischendrin stellen sich auch ein paar Aha-Erlebnisse ein. Irgendwann merkt man dann, wie man nach der Lektüre immer noch sehr darüber nachdenkt, was die Autorin Annette C. Anton da berichtet und analysiert hat. Und bei Unterhaltungen, vornehmlich mit Freundinnen, fühlt man sich plötzlich oft an Antons Thesen erinnert und erzählt andauernd von dem Buch. Raus aus der Mädchenfalle kriegt einen auf die subtile Art.

Dass der genaue männliche Gegenratgeber mit dem möglichen Titel "Raus aus dem Hamsterrad – entspannter und effizienter arbeiten, länger leben" absolut denkbar wäre (und so ähnlich wahrscheinlich auch existiert), spricht nur für die Richtigkeit von Antons Befunden. Wenn beide Geschlechter von ihrem Ratgeber lernen, könnten Top-Management-Posten eines fernen Tages vielleicht zu gleichen Teilen von Frauen und Männern besetzt sein. Momentan sitzen Frauen dort zu 5%. Die anderen sitzen, zumindest teilweise, in der Mädchenfalle.

Die Buchpräsentation von "Raus aus der Mädchenfalle" findet am Dienstag, 25. April im nbi statt, es diskutieren Katharina Rutschky, Nikola Richter und Ulrike Sterblich. Details hier.


23.04.2006 | 15:15 | Anderswo | Was fehlt | Zeichen und Wunder

Markenentwicklung

Briefmarken gibt es inzwischen in den verschiedensten Formen – aus Holz, mit Meteoritenstaub, gestickt oder mit bewegten Bildern – die Motivauswahl ist allerdings nach wie vor arg beschränkt. Zumeist sind es doch bloss tote Menschen im Porträt, wissenschaftliche Errungenschaften, Bauwerke, Naturabbildungen und Historisches. Für worth1000.com Grund genug, einen Wettbewerb auszurufen, bei dem die Teilnehmer, nach dem Vorbild von Bernd Winter, eigene Ideen für Briefmarkenserien entwickeln durften (via BoingBoing).

Unter den 91 Einsendungen findet sich viel Sehenswertes: Da gibt es die Ex-Männer von Liz Taylor, die meistgesuchten US-Straftäter, Fastfood-Ketten und diverse popkulturelle Motive, z.B. die Simpsons, Fight Club, Spongebob und High Fidelity. Der Gedanke, mit derartigen Fantasiemarken tatsächlich Briefe zu verschicken, ist dabei gar nicht mal so abwegig: In der Schweiz bietet die Post den praktischen Dienst WebStamp Private an, der den Druck eigener Briefmarken ermöglicht. Eine streng limitierte Riesenmaschinen-Edition ist selbstverständlich bereits in Vorbereitung, gestaltet als Hommage an die legendäre Lenin-Briefmarke des März-Verlages.


23.04.2006 | 05:59 | Alles wird besser | Alles wird schlechter | Sachen kaufen

Katch Me If You Kan


Kann fast alles: Der Key Katcher
Gibt es ein vielseitigeres Gadget als den von Thinkgeek vertriebenen Key Katcher? Das kleine Gerät wird unauffällig zwischen Tastatur und Rechner eingestöpselt und zeichnet dort die letzten 130.000 Tastatureingaben auf. Laut Thinkgeek kann man so "unerlaubte Zugriffe auf den Computer oder das Netzwerk feststellen" und herausfinden, was Benutzer falsch gemacht haben, die schwören, gar nichts angefasst zu haben. Man kann Freund oder Freundin bespitzeln oder herausfinden, dass man selbst von Freund oder Freundin bespitzelt wird; an herrlichen Trennungsgründen wird nie mehr Mangel herrschen. Man braucht sich keine Passwörter mehr zu merken (ausser für den Key Katcher), und kann die Arbeit der letzten Stunden wiederherstellen, wenn mittendrin der Rechner abstürzt. Das alles für nur 90 US$, die sich schon nach dem ersten Bankraub amortisieren.

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