Riesenmaschine

10.12.2006 | 10:19 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Schnaftitudo novissima


Quod possumus. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Lingua Latina animos scriptorum machinae immensae laetitia implet, quis dubitet? Sed neque existentiae nuntiorum latinorum et similium paginarum latinarum neque illius musicae latinae memor solo libris eis contentos esse videbantur. Nunc probatio schnaftis contrarii emerget: His temporibus symphoniaci helvetici canticos omnino latine describabant multosque etiam intra se modos artium continentes: Nullus amator linguis antiquis illos canticos repudiabit! Sermo praecipue cum artibus novis coniungitur vetus – quod non valde est usu receptus in diebus nostris, praesertim cum lingua Latina emorta apelletur. Hoc refutamus vehementer.

Ruben Schneider | Dauerhafter Link | Kommentare (5)


09.12.2006 | 22:44 | Alles wird besser | Essen und Essenzielles

Ramenhandlung


Foto: Carstor / Lizenz
Die Küche ist gleich nach der Kirche der zweitschlechteste Ort der Welt für neue, bahnbrechende Trends. Seit Jahrhunderten werden dort Lebensmittel erst gestapelt, dann vermengt und schliesslich angerichtet, ein Grundprinzip, das so unzerstörbar zu sein scheint wie der Mond. In den letzten Wochen jedoch kommt endlich Bewegung in die verfahrene Sache. Ein erster unbeholfener Schritt zu mehr Küchenfreiheit ist der Once-a-month-cooking-Boom, der die (eigene) Küche für die meiste Zeit zur Abstellkammer degradiert. Als nächstes muss die finanzielle Vorherrschaft des Ess-Imperiums gebrochen werden, und zwar mit Gewalt. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Ramen-Suppe zu, der wohl küchenfeindlichsten Mahlzeit der Welt. An kreativen Vorschlägen mangelt es kaum, Ramen-Fetischisten weltweit beharren darauf, dass man für eine solche Suppe weder Küche noch Tischsitten braucht, sondern allenfalls einen Motorblock, und fordern zudem die flächendeckende Aufstellung von Ramen-Automaten, eine nur logische Konsequenz. Aus dem Südpol-Umfeld stammt die Wiederentdeckung des Pemmikan, ein hochkonzentriertes, billiges Nahrungsmittel bestehend aus getrocknetem Tier, das die Zeit, die man pro Tag mit Essen und dessen Zubereitung verbringt, auf wenige Sekunden reduziert. Schliesslich demonstriert Evan Lansing, dass man nicht gleich stirbt, wenn man eine Weile nur einen Dollar pro Tag für Nahrung investiert.

Was uns das alles zeigt? Die Küche kann man nur reformieren, indem man sie abschafft. Als nächstes ist dann das Schlafzimmer dran.


09.12.2006 | 02:58 | Anderswo | Supertiere

Octopus's Grave


Bad day! (Bildquelle, Bildrechte)
Wer sich als Oktopus aus Versehen in die Grossen Seen verirrt, sollte tunlichst einen weiten Bogen um Detroit machen, zumindest im April. Sonst kann es passieren, dass man von einem Fan der dort ansässigen Eishockeymannschaft Red Wings aus dem Wasser gefischt und, wie es die Tradition gebietet, zu Beginn der dann anstehenden Play-Offs aufs Eis geworfen wird. Und all das nur, weil es 1952 auch mal funktioniert hat, jeder Arm stand für einen benötigten Sieg und tatsächlich gewannen die Wings den NHL-Titel mit 8 Erfolgen in Serie.

Andererseits ist das immer noch besser als das entwürdigende Schicksal der beiden Tintenfische, die in Kenny vs. Spenny, dem kanadischen Vorbild von Elton vs. Simon, eine Sendung durch die Gegend getragen worden sind, nur weil Kenny und Spenny endlich die Frage Who can wear a dead octopus on their head the longest? klären wollten. Glücklichere Tintenfische landen auf Designerröcken , werden als Bildschirmhintergrund verewigt, von Japanern plattgedrückt und zu Postkarten
verarbeitet
oder landen in von Greenpeace produzierten Southpark-Adaptionen. Was hingegen das hier mit alldem zu tun hat, müssen Sie schon den Künstler selber fragen.

Die NHL ist übrigens schon seit vielen Jahren so gross geworden, dass für einen Titelgewinn 16 Siege nötig sind. Dass man in Detroit weiterhin mit Tintenfischen wirft, muss wohl an den mangelnden Alternativen liegen und daran, dass einschlägige Insekten nicht fernsehtauglich genug sind. Wieder einmal hat also der menschliche Fortschritt die Evolution mühelos überholt, wo soll das bloss noch hinführen?

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Stavros ist tot


08.12.2006 | 20:34 | Anderswo | Sachen kaufen

No sleep till Kelowna


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

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Von BC über Saskatchewan und Ontario bis New Brunswick (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Wer wollte nicht schon immer einen streng nationalistischen Energydrink besitzen? Von stolzen Bewohnern eines Landes produziert, um die wertvollen Wurzeln dieses Landes endlich auch bei der Herstellung von Energiegetränken zu berücksichtigen? Dieser Traum ist wahrgeworden, zumindest wenn man Kanadier ist: "Beaver Buzz" ist eine Art mutwillige Nationalflüssigkeit. Produziert wird sie in Kelowna, einer Kleinstadt im Hinterland von Vancouver, zumindest die Beerengeschmacksrichtung aber trägt Saskatoon im Namen, was seltsam ist, beträgt die Entfernung zwischen Kelowna und Saskatoon doch 1.223 km, das sind ungefähr 2,5 Polen. Pro 250 ml Biber erhält man ein Gramm Taurin, 100 mg Guarana, 100 mg Gingseng und 110 g Koffein, eine recht zuverlässige Mischung also zum Wachhalten von Elchen, denen allerdings auch auffallen dürfte, dass Beaver Buzz genauso schmeckt, wie gesüsster Biberschweiss schmecken würde, wenn man ihn extrem stark übersüsst. Nämlich ausschliesslich nach Zucker, und zwar Rohrzucker, und nicht dieser billige Mais-Sirup-Müll, den die ausländische Konkurrenz anscheinend immer noch einsetzt. Zusätzlich erhält man eine stabile Dose, auf der ein Biber mit Lacrosse-Stock abgebildet ist (warum?)!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: No Sleep Till Bydgoszcz


08.12.2006 | 11:40 | Anderswo | Fakten und Figuren | Zeichen und Wunder

Revolutionäre Uhr


Schon wieder zwanzig vor!
Können Sie uns mal schnell sagen, wie spät es ist? Ach, da ist ja die Uhr links. Das war einfach. Schwieriger ist zu bestimmen, aus welcher Zeit die Uhr hier stammt und aus welchem Material der giftgrüne, transparente Block ist, in dem sie steckt. Auf Anhieb würde man wohl meinen: 20. Jahrhundert, Sechziger oder Siebziger Jahre, Acryl- bzw. Plexiglas. Und niemand würde sich wirklich wundern, wenn der Block morgen als "Uhr Tikka" bei IKEA stehen würde. Tatsächlich steht die Uhr aber in einer Vitrine des Militärmuseums der chinesischen Volksrevolution in Peking – und ist mindestens siebzig Jahre alt.

Das geht aus dem Schild neben der Uhr hervor, das besagt, dass sie von der chinesischen Roten Armee in der revolutionären Basis des Fujian-Zhejiang-Jiangxi-Gebiets verwendet wurde. Dieses Gebiet wurde von den Kommunisten nur von Januar 1929 bis Oktober 1934 gehalten, dann machte man sich auf der Flucht vor den Guomindang-Truppen auf den Langen Marsch nach Norden. Interessanter Weise wurde ungefähr zur selben Zeit (1928) das Acrylglas erfunden, das die deutsche Firma Röhm & Haas 1933 unter dem Markennamen Plexiglas auf den Markt brachte. Ist es also in der kurzen Zeit dieser revolutionären Plexiglas-Uhr gelungen, sich von Deutschland in ein chinesisches Sowjetgebiet durchzuschlagen, das obendrein von feindlichen Truppen umzingelt war?

Unmöglich wäre es nicht. Mag aber auch sein, dass der Block aus transparentem Bakelit ist, oder aus Glas, obwohl er nicht so aussieht. Dann müsste man sich nur noch über die Bauhaus-Form des Weckers wundern. Fragen kann man sich aber auch mal, warum die Zeiger auf zwanzig vor zwölf stehen? Vielleicht sollen sie uns ja darauf hinweisen, dass es im deutschen Sprachraum viel öfter zwanzig vor als zehn vor zwölf ist, aber niemals fünfzehn vor zwölf, weil man lieber Viertel vor zwölf sagt. Na, höchstwahrscheinlich nicht.

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (6)


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