Riesenmaschine

26.09.2007 | 10:21 | Sachen kaufen

Ein erneuter Tag in der Firma

Als dann Steiermann aus der Entwicklung mit von aussen verstellbaren Innenspiegeln konterte, mussten Zeisel und Stilicke handeln. Taktisch geschickt bezogen sie das Marketing mit in die Überlegungen ein, um die Chancen auf substanzielle Ergebnisse zu minimieren. Äusserst gerissen setzten sie die Meetings stets für Freitag, 18.30 Uhr im stinkenden Konfi "Stuttgart" an, so dass praktisch nur neue, unerfahrene Kollegen erschienen und solche, die zu Recht Angst um ihren Job hatten. Die Strategie ging auf, die Präsentation bei Vizepräsident Sasel war ein Durchmarsch und schliesslich der Wettbewerb um das abseitigste Produkt mit den grotesk verzierten LKW-Gardinen haushoch gewonnen – den Ausschlag hatte das Fransenkissen gegeben, auf das Mörensen vom New Business Development bestanden hatte. Steiermann schliesslich präsentierte seine Idee – ein zweigeteiltes Handschuhfach, für jeden Handschuh eines – nicht mehr.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Schlüsselerlebnisse


25.09.2007 | 21:46 | Anderswo | Fakten und Figuren | Listen

Wissenswertes Tatsachen über die USA


Interessant: Der Roxbury Puddingstone ist der offizielle Staatsstein von Massachusetts
Soso, dann findet RiShawn Biddle es also doof, dass Wasser im März diesen Jahres zum offiziellen Staatsgetränk von Indiana ernannt wurde. Wir aber sagen: Das ist überhaupt nicht doof, das ist mal was anderes. Doof ist vielmehr Kentucky, weil es noch 2005 Milch zum offiziellen Staatsgetränk erhob, also zu einem Zeitpunkt, da der weisse Zitzentrunk schon seit langen Jahren offizielles Staatsgetränk von Arkansas, Delaware, Louisiana, Maryland, Minnesota, Mississippi, Nebraska, New York, North Carolina, North Dakota, Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, South Carolina, South Dakota, Vermont, Virginia und Wisconsin war, ohne dass es diesen Staaten auch nur das Geringste gebracht hätte.

Weitere Hard Facts: Kuchen ist seit 2000 der offizielle Staatsnachtisch von South Dakota und Strudel seit 2003 das offizielle Staatsgebäck von Texas. Dass der Louisiana-Flusskrebs das offizielle Staatskrustentier von Louisiana und die Kalifornische Schopfwachtel der offizielle Staatsvogel von Kalifornien ist, na gut, das hätte man sich zur Not auch selber denken können; aber wer weiss, dass das offizielle Staatsfossil von Oklahoma der Saurophaganax, die offiziellen Staatsfarben von Delaware hingegen Kolonialblau und Buff sind, darf sich bereits eines überdurchschnittlichen Allgemeinwissens rühmen.

Deshalb fordert die Riesenmaschine, dass im Erdkundeunterricht wieder mehr solides Faktenwissen gepaukt wird. Denn Fakten, ach ja, Fakten, herrlich.

Klaus Cäsar Zehrer | Dauerhafter Link | Kommentare (7)


24.09.2007 | 16:14 | Fakten und Figuren | Vermutungen über die Welt

Die Seele der Dinge


Toretoretore, der begeisterte Ausruf der Japanischen Nationalmannschaft vor ihrem Sieg über den FC Pearl Harbor, hat ein neues, wesentlich feinstofflicheres Äquivalent bekommen.
Unbelebte Materie, soviel steht nach 3000 Jahren Zivilisation fest, ist der grosse Verlierer der Neuzeit. Während früher weite Teile der Menschheit in animistisch organisierten Gesellschaften auch schon mal einen Stein um seines Steinseins willen anbeteten, muss ein Ding heute schon Hightechgetöse von Apple sein, um Verehrer um sich zu scharen, die es lieben und hoch-, nun, leben lassen. Die Neuzeit verlangt nicht nur vom Menschen, sich immer besser auszubilden und weiter zu spezialisieren. Das Ottonormalding bleibt auf der Strecke, sogar das einst avantgardistisch furchterregende "Ding aus einer anderen Welt" erntet heute nur noch ein müde ironisches Kichern als Küchenentertainment auf Studentenparties. Die Renaissance der Dinge könnte wie so viele Wiedergeburten im Esoterischen verborgen liegen – wenn nur genügend Menschen an die Seele im Ding glauben, wenn nur oft genug das Wort "Habseligkeiten" zum Wort des Jahrhunderts gewählt wird, wenn nur endlich jeder sein Ding macht, dann wird ein neues Zeitalter der Dinge anbrechen, in dem sie nicht mehr wie blosse Objekte behandelt werden. In der Zwischenzeit tut man wohl daran, die Dinge zu trösten und – auch mit suggestiven Mitteln (Foto) – zu verhindern, dass sie seelischen Schaden nehmen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Volk ohne Hohlraum


23.09.2007 | 15:44 | Alles wird besser | Essen und Essenzielles

Neuer Saft aus alten Früchten

Wenn der Mensch sich nicht ständig neuen Reizen aussetzt, wird er binnen zwei Wochen 70 Jahre alt und stirbt an Unterdruss. Irgendeine unserer archaischen Hirnregionen, die mit zunehmender Nähe zum Tod schwächer wird, zwingt uns dabei, regelmässig Neues in den Mund zu stecken. Das kann auch sehr leicht schief gehen, deshalb hat die Natur das Halbneue extra für uns entwickelt; Dinge, die einen bekannten Bezug haben, aber alle begeisternde Famosität des Neuen in sich tragen. Ein solches Beispiel in klinischer Reinform ist der Caju-Saft. "Ja, ein Saft von einer hier unbekannten Frucht halt, so what", so schallt es aus den Mündern der BTDT-Fraktion.

Doch die Frucht ist zwar in Deutschland kaum bekannt, dafür ihre Kerne um so mehr, denn es handelt sich um Cashew-Kerne. Noch viel wunderbarer ist, dass die Frucht sich um althergebrachtes Regularium nicht schert, sondern ihren Kern an der Oberfläche wachsen lässt – eine in der Natur seltene und vorbildliche Benutzerfreundlichkeit, wenn man bedenkt, wie lästig etwa die Mango um ihren Kern herum festgewachsen ist, und die Kokosnuss ist jetzt mal lieber still. Der Saft also aus der Frucht unter den Cashew-Kernen, in Deutschland noch nicht so einfach zu kaufen, ist das nächste flüssige Ding zum In-den-Mund-Stecken. Die Frucht heisst übrigens Cajuapfel, was sich anhört wie Casual Apfel und besser kann eine Frucht kaum heissen, man könnte sich regelrecht in eine Fruchtbegeisterung hineinsteigern, so überaus fantastisch ist das alles, so grossartig halbneu. Der Saft selbst schmeckt übrigens so mittel, aber immerhin sehr neu.


22.09.2007 | 12:35 | Berlin | Alles wird schlechter | Fakten und Figuren

Kommt ein neues DÜMBAKRAZ?


DAISY in Aktion (Foto: mlcastle) (Lizenz)
Der Wettkampf um das dümmste Berliner Akronym aller Zeiten war in den letzten Jahren etwas langweilig geworden. Zu deutlich war die Dominanz des Informationssystems DAISY, erdacht von den Experten für rätselhafte Akronyme schlechthin, den Berliner Verkehrsbetrieben. Auch vielversprechende Kandidaten wie GABI-LAPP und ORAKEL hatten gegen DAISY keine Chance, von Aussenseitern wie OST oder ECHO ganz abgesehen. Der letzte grosse Favorit auf die DAISY-Nachfolge war dann im Juli PFIFF, das aber wenig später disqualifiziert wurde, als seine Bochumer Herkunft aufgedeckt wurde. Nun geht ein weiterer hoffnungsvoller Wettbewerber ins Rennen: Am 30. September beginnt der Probelauf von PELZ 2007, dem neuen Einsatzleitsystem der Berliner Polizei. Ein heisser Tipp, auch für den Bundeswettbewerb – ob sich der Entwicklungsaufwand der Wording-Kommission der Polizei gelohnt hat, muss PELZ aber zunächst beim alljährlichen DÜMBAKRAZ-Volksentscheid Ende November beweisen.


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Minus: 1, 13, 19, 43, 93, 99, 102, 138, 140, 202
Gesamt: 1 Punkt


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