Riesenmaschine

06.09.2007 | 01:40 | Listen

Aktuelle neueste Trends


Alte neueste Trends: Vom Dezember-1991-
Trendsieger Dr. Seuss hat man lange nichts mehr gehört, "Nostalgia for the 80s" und "Lobo" sind hier hingegen deutlich unterbewertet. (Quelle: Defenders of Dynatron City, 1st Issue, Marvel Comics)
Es ist mal wieder September, der Trendmonat September, wie viele ihn nennen, und wie immer hat die Riesenmaschine, das "Trendmagazin für den Bewohner des 24. Jahrhunderts, schon heute" (Klappentext), ihre trendaffinen Trendscouts losgeschickt, um die neuesten neuesten Trends zu sammeln. Mal schauen, was das trendige Trend-Trendometer heute an verrückten Trends ausspucken wird.

"Der neueste Trend für die gesunde Küche: Gourmet Garnelen Burger" (radioboerse.de) ... "Der neueste Trend: Casual Games, auf Deutsch: Gelegenheitsspiele." (Süddeutsche Zeitung) ... "'Pimp my photo' heisst der neueste Trend im Netz." (Rheinische Post) ... "Der neueste Trend sind Pelze im zweiten Leben" (second-life-info.de) ... "Der neueste Trend: Korsagen mit extem tiefem Ausschnitt und nach oben gezogenen Seitenpartien, die den Ausschnitt noch mehr ins rechte Licht rücken." (Vanity Fair) ... "Neuester Trend bei Banking und Brokerage: Abwicklung via Handy" (Euro am Sonntag) ... "Piratenmode ist der neueste Trend aus den USA." (handy-and-more.com) ... "Pilates Training ist der neueste Trend" (Münchner Wochenanzeiger) ... "Der neueste Trend: Karten mit den neuen Mainzelmännchen des ZDF" (main-rheiner.de)

Mehr Trend-Trends finden sich im September-Briefing von trendwatching.com – wo sich ausserdem nachlesen lässt, was jeder trendbewusste Trendexperte schon in der Trendschule lernt: Trendbeobachtung darf niemals Selbstzweck sein, sondern muss zu profitablen Innovationen führen (Hypertrend neue Vernünftigkeit). Unser Trend-Tipp für den schnellen Septemberreichtum daher: Irgendwas mit Pelz an den via Handy abgewickelten Seitenpartien.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Neue neueste Trends


05.09.2007 | 18:51 | Essen und Essenzielles | In eigener Sache

Lean Mean Bean Machine


Serviervorschlag
Die in irgendeiner Stadt ansässige lobenswerte Firma nugg.ad stellt ein ungemein superes Produkt her oder bietet eine Dienstleistung feil, wir brauchen das nicht nachzurecherchieren, denn wir haben – auf dem Umweg über Sascha Lobo – von der ausgezeichneten Firma nugg.ad eine Jelly Belly Bean Machine geschenkt bekommen, fertig gefüllt mit acht Unzen Jelly Belly Beans. Da es nicht so häufig vorkommt, dass man uns Produkte einfach so schenkt, z.B. warten wir bis heute auf unser mehrfach angefordertes Rezensionsexemplar eines sündteuren Noise-Reduction-Kopfhörers, katapultiert dieser Akt die hervorragende Firma nugg.ad automatisch unter die Top 10 internationalen von der Riesenmaschine gutgeheissenen Unternehmen. Zweifellos ist das, was man dort herstellt, weltverbessernder als jeder Emissionsausgleich und nützlicher als ein kurbelbetriebenes Universalladegerät.

Dieses Jellybeanspendiergerät wollen wir nun wiederum an einen Leser weiterreichen. Die Preisfrage lautet: Für die Rechte welcher vier Musikstücke in diesem Trailer hat das Geld anscheinend nicht mehr gereicht? Wegen einer allgemeinen Postwegbringschwäche, über die unsere T-Shirt-Besteller und Preisausschreibengewinner Bescheid wissen, kann der Preis diesmal ausschliesslich von Selbstabholern aus Berlin gewonnen werden. Sorry, Leser in Tokio!


04.09.2007 | 14:59 | Was fehlt | Vermutungen über die Welt

Wo sind die Jahre hin?

Es ist ein Jammer: Da war man bester Hoffnung, dass 2007 endlich mal kein verlorenes Jahr werden würde, und nun sieht's doch wieder verdammt nach einem verlorenen Jahr aus. Und wer ist schuld? Eindeutig Alexander Wrabetz. Das ist umso bedauerlicher, als 2006 auch schon ein verlorenes Jahr war. Dass 2005 ein verlorenes Jahr werden würde, na gut, das ahnten Kenner schon vorher, aber das macht's nicht besser, im Gegenteil, schliesslich war man schon im verlorenen Jahr 2004 nicht in der Lage, den Rückstand aufzuholen, der im verlorenen Jahr 2003 entstand und der sicherlich weniger gravierend ausgefallen wäre, hätte man es 2002 nicht mit einem verlorenen Jahr zu tun gehabt, das insbesondere deshalb negativ zu Buche schlug, weil ihm das verlorene Jahr 2001 voranging. Okay, ich glaube, die Idee ist rübergekommen, wir können etwas schneller machen: Die 90er Jahre waren ein komplett verlorenes Jahrzehnt, ebenso wie einige andere.

Wer hat nun aber die ganzen schönen Jahre gewonnen? Darauf gibt es unterschiedliche Antworten. 1999 ging an Saddam Hussein, etwas später durften sich auch Jan Eller und Joanna Fedun freuen. Herzlichen Glückwunsch, Joanna, Jan und Saddam! Ad multos annos! Wer die Stunde gewinnt, die ich soeben durch unnützes Googeln verloren habe, das wird die Forschung sicherlich auch noch herausfinden.

Klaus Cäsar Zehrer | Dauerhafter Link | Kommentare (5)


04.09.2007 | 02:50 | Anderswo

Totgebumpst

Als am Samstagabend im Rahmen einer Groteskveranstaltung, dem ersten Eurovision Dance Contest, das finnische Paar Katja Koukkula und Jussi Väänänen mit einem Paso Doble zu den Klängen von "The Unforgiven" von Apocalyptica gewannen, einer Celloversion eines Songs von Metallica, also die dreifache Bastardisierung, war das im Grunde genommen schon der Todesstoss für diesen jungen Wettbewerb. Und hier taucht ein sehr rares Phänomen wieder einmal auf, dass die Finnen nämlich nicht nur, wie allgemein bekannt ist, in der Lage sind zu schöpfen, sondern auch zu zerstören.

Denn bereits im Jahre 1976 trat ein feister Finne namens Fredi alias Matti Kalevi Siitonen beim Eurovisionssongcontest an, ein zartes Tanz- und Sangespflänzchen namens The Bump kaputtzubumpsen. 1974 kreierte eine englische Eintagsfliegenband namens Kenny den Bump, bereits ein Jahr später kreischte markerschütternd die Klagenfurterin Penny McLean den Lady Bump, und wieder ein Jahr später quetschten sich die absurden Fredi & Friends mit Pump Pump ins Licht eines Abends. Und das wich dann nicht nur musikalisch vom Urbump ab, sondern wies auch im Titel auf einen eklatanten Buchstabenmangel hin, in Finnland gibt es nämlich einfach kein B. Danach war der Bump mausetot. Von einem kleinen Glück könnte man reden, wenn es im nächsten Jahr doch noch zu einem Eurovision Bump Contest käme.

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (7)


03.09.2007 | 16:13 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Die Personalisierung in ihrem Lauf

Konsum ist ein störrischer Vogel ohne Sinn und Verstand. Er verbringt den Tag bald hierhin, bald dorthin tänzelnd und mag nicht einsehen, dass Döner für 99 Cent eigentlich nur mit Gammelfleisch, Pestizidsalat und Schwarzarbeit zu bezahlen ist. Wenn überhaupt. Immer wieder bekommt er massiv auf die Fresse, Kollege Konsum, aber lernt er daraus? Nein. Wie aber dem Konsum begreiflich machen, dass Qualität rult und nicht allein der Preis? Der Königsausweg scheint, ihn bei der Eitelkeit zu packen und ihm zu bedeuten: "Schau, dieses Produkt, es ist extra für Dich und nur für Dich hergestellt, nun konsumiere es halt". Auch der schlichtgestrickte Konsum sieht ein, dass personalisierte Ware einen Mehrwert darstellt und also gut und zukunftsgewandt ist. Die Filmempfehlungsmaschine Moviepilot.de, der ich in Freundschaft verbunden bin, hat sich das zu Herzen genommen und für den am Donnerstag startenden Film "Die Bourne Ultimatum" personalisierte Trailer ausgedacht (auf "jetzt testen" klicken). Die Maschine rechnet nach ein paar Filmbewertungen aus, wie gut man den Film finden wird und spielt einem einen begeisterten Trailer vor, wenn man vom Film mutmasslich begeistert sein wird, einen beschissenen Trailer, wenn man den Film beschissen finden wird und einen so mittleren Trailer, wenn man den Film so mittel finden wird. Das mag noch nicht der Personalisierung letzter Schluss sein, aber man nähert sich an.


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