Riesenmaschine

18.11.2008 | 13:36 | Alles wird besser

Write Or Die

Schreiben, Schreiben, Schreiben. Einfach irgendwas hinschreiben. So lange, bis der Beitrag fertig ist. Und dabei keine Pausen machen. Im "Gentle Mode" zeigt das Schreibehelfertool "Write Or Die" nur ein lästiges Mahn-Popup an, wenn man nicht weiterschreibt. Im "Normal Mode" erzeugt es in den Schreibpausen grässliche Geräusche, und im "Kamikaze Mode" wird der bereits entstandene Text Wort für Wort wieder gelöscht. Das darf nicht passieren. Es gibt zwar eine Pausenfunktion, "but it will only work once! This is the only concession I make to your human needs." Gesamtschreibzeit für diesen Beitrag: 120 Sekunden. Durchschnittliche Schreibzeit für ohne "Write Or Die" entstandene Beiträge vergleichbarer Länge: 45 Minuten. Danke an Susanne Richter aus Strasbourg für den Hinweis auf dieses jetzt schon unentbehrliche

Dieser Beitrag steht zwecks Produktivitätsverdopplung auch bei prokrastination.com.


17.11.2008 | 11:05 | Listen

Noch neuere neueste Trends


Die Trendantenne wird in Position gebracht
(Foto: Argenberg, Lizenz)
Die Trendwelt dreht sich immer schneller! Selbst die trendgeilsten Trendsetter verlaufen sich immer häufiger im Trenddschungel der allerneuesten Neutrends. Doch das muss nicht sein: Die Riesenmaschine, das Trendmagazin auch für die trendige Jugend, hat mal wieder ihre gigantischen Trendantennen ausgerichtet und die heissesten neuesten Trends herausgefiltert – dieses Mal mit einem besonderen Schwerpunkt für die trendbewusste Frau von heute.

"Der neueste Trend in Sachen Natururlaub heisst Glamping." (www.fem.com) ... "Der neueste Trend ist, Gestricktes aus Wolle bei 60 Grad heiss zu waschen damit es einläuft und verfilzt." (Ibbenbürener Volkszeitung) ... "Gospel-Aerobics: Der neueste Trend in den USA." (N24) ... "Facelifting war gestern. Der neueste Trend aus den USA heisst 'The New New Face' und lässt selbst 60jährige Damen wieder wie Mitte 30 aussehen." (frauenzimmer.de) ... "Der neueste Trend sind jetzt mit Blattgold verzierte Zinnfiguren." (Ahlener Volkszeitung) ... "Social Network-Phones sollen laut Analysten der neueste Trend sein." (connect.de) ... "Der neueste Trend am Videospielmarkt sind so genannte Selbsthilfe-Games." (Bild.de) ... "Brand NEU – Jetzt gibt es Jeans im Party-Verkauf, der neueste Trend." (pressemeldungen.at) ... "Elektro-Fahrräder sind der neueste Trend in Sachen fahrbarer Untersatz." (MSN Shopping) ... "Der neueste Trend im Bereich "Wohnen und neue Accessoires" ist der so genannte Bohèmian-Look und ist eine Anleihe aus unbürgerlichen, leichtlebigen und Genuss orientieren Künstlerwelt-Zeiten des 19. Jahrhunderts." (SWR) ... "Das hauchzart Geklöppelte ist nach Angaben von Experten der neueste Trend bei der Abendmode auf dem Tanzparkett." (20 Cent) ... "Schönheitschirurgie mit angeschlossener Safari ist der neueste Trend im Südafrika-Tourismus." (AFP) ... "Gratiskonzerte – das scheint der neueste Trend unter Musikern zu sein." (TAGEBLATT online) ... "Der neueste Trend nach den Netbooks sind so genannte 'Nettops'." (taz) ... "Der neueste Trend verängstigter Bankkunden ist nach Medienberichten, Geld in Gold einzutauschen." (Augsburger Allgemeine)

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Aktuelle neueste Trends


16.11.2008 | 07:13 | Berlin | Alles wird besser | Sachen anziehen

Die Revolution ist das Shirt


Vorher: Das revolutionäre Shirt über dem Plakat unter den Yorck-Brücken in Berlin-Kreuzberg

Nachher: Das Plakat ohne das revolutionäre Shirt, das sich jetzt auf mysteriöse Weise ins rote China verflüchtigt hat
Auf wohl einzigartige Weise wirbt man zur Zeit an einigen Orten in Berlin für die noch bis zum 25. Januar 2009 laufende grosse Beuys-Ausstellung "Die Revolution sind wir" im Hamburger Bahnhof. Über dem Plakat zur Ausstellung, das einen Menschen zeigt, der ein weisses T-Shirt mit der Aufschrift "Die Revolution sind wir" trägt, hängt, mit schwarzem Gaffer-Band befestigt, ein echtes weisses T-Shirt mit der Aufschrift "Die Revolution sind wir". Dabei handelt es sich keineswegs um Billigware aus China, sondern um ein echtes "Fruit of the Loom" "Heavy Cotton"-Qualitätsshirt in XL aus El Salvador. Nimmt man dieses jedoch ab, kommt gleich darunter ein Foto des zerknitterten Mannes mit dem Hut zum Vorschein, der 1971 das Ausstellungsmotto formulierte, damals allerdings auf Italienisch : "La rivoluzione siamo noi".
Das ist nun tatsächlich einmal revolutionär geworben, und von uns aus könnte dieses Beispiel Schule machen. Die Modekette pappt also demnächst echte Röcke, Unterwäsche oder Pullunder an die Plakatwände, der Bierwerber stellt je einen vollen Kasten Bier davor, an der Zigarettenwerbung klebt eine ganze Stange Zigaretten, und ein jeder, der eines solchen Produkts bedarf, kann sich jederzeit direkt am Werbeträger frei bedienen. Damit entfiele dann allerdings auch die Notwendigkeit eine Revolution zu machen, denn wenn "jedem nach seinen Bedürfnissen" gegeben wird, wäre das ja bereits Kommunismus. Wer aber braucht dann noch Ausstellungen, die für die Revolution revolutionäre Werbung machen? Und wieso ist Joseph Beuys bzw. die Revolution eigentlich ein Shirt?

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (12)


13.11.2008 | 09:21 | Anderswo | Vermutungen über die Welt

Wer wählt, würfelt nicht

Demokratie mag gewisse Vorteile haben. Andererseits ist die Welt viele Tausende, ach, Milliarden Jahre gut ohne sie zurecht gekommen – wenn man es genau betrachtet, sind sogar noch nie so viele Menschen pro Jahr gestorben wie seit der flächendeckenden Markteinführung der Demokratie, und auch die globale Erwärmung fällt einigermassen deckungsgleich mit dem Demokratiezeitalter zusammen. Wie gut Nicht-Demokratie auch die Probleme des 21. Jahrhunderts lösen kann, zeigt China: Hier wurde die Einfuhr von SPAM kurzerhand verboten. Ein spamfreies Land, einfach so, per Dekret, weil es geht. Kakifrüchte, Paprikas und RICHAM wurden zur Sicherheit gleich mitverboten – wer das jetzt albern findet, hat vermutlich auch Obama gewählt.


08.11.2008 | 01:10 | Berlin | Alles wird besser | Alles wird schlechter | Sachen kaufen

Askuxus


Foto: Sascha Lobo
Noch vor wenigen Jahren war viel vom Luxese-Trend zu hören und zu lesen. Der Deutsche, hiess es da, spare am einen Ende, nur um das Geld am anderen umso unbeschwerter zu verjuxen. Diese schönen Zeiten sind vorbei, jetzt muss mit beiden Händen gespart werden. Der Blumenstrauss zur Krise stammt vom vorausschauend benannten "Blumen und Pflanzen"-Händler in der Skalitzer Strasse, Kreuzberg, und besteht aus gerupften und bunt angesprühten Kohlpflanzen. In einem Treptower Geheimlabor brüten währenddessen die letzten DDR-Spezialisten für die Herstellung von Fischstäbchen aus Sägemehl und Ananaskompott aus Runkelrüben über einer Formel zur Erzeugung eines brauchbaren iPhones aus Zellulosefasern und ein, zwei alten Taschenrechnern. Dieser Beitrag besteht übrigens aus ... ach, das wollen Sie gar nicht wissen.


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