Riesenmaschine

23.11.2005 | 15:58 | Anderswo

Deutsch im Ausland, heute: Südamerika


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Im Rahmen eines grossangelegten Projekts untersucht die Riesenmaschine, was Deutsche im Ausland angerichtet haben. Bisher berichteten wir über den Hitlerhof in Korea und das Oktoberfest in Kanada. Heute nun: Deutschtum in Chile. Landet man im sogenannten Kleinen Süden, dem Land der Pferdebremsen mit dem Flugzeug, so glaubt man zunächst, man wäre in Niedersachsen; fährt man weiter nach Süden, kommt folgerichtig Hessen und später taucht dann das Allgäu am Horizont auf. Deutsche Einwanderer haben es sich im vorletzten Jahrhundert genauso eingerichtet, wie sie es gern haben, und die Reste erzeugen heute den Eindruck, man befände sich im Schwarzwald, nur mit seltsam verschwurbelten Bäumen, Vulkanen, und eben Pferdebremsen. Was ansonsten übrig geblieben ist: "leckerer Kuchen", "Hotel Frau Holle", "das gute Bier", "Cafe Krüger" und Wahlwerbung für "Senadore Kuschel". Und dann taucht noch ein Ort namens "Nueva Braunau" auf (übrigens: Grundstücke zu verkaufen!), was auch immer das zu bedeuten hat.

Nach drei Erdteilen also mal zusammengefasst: Was nach Jahrhunderten Exil vom Deutschen übrig bleibt, also nach gründlichem Zentrifugieren, Absaugen, Durchverdampfen, Trocknen und Schleudern, ist eine relativ unangenehme Mischung aus "Bier", "Gemütlichkeit", "Kuchen" und "Hitler". Das ist der deutsche Schlick, der Bodensatz, der kleinste gemeinsame Nenner (bitte noch weitere Synonyme nach Wunsch einfügen). Und so bleibt am Ende nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass in uns allen ein schmunzelnder, bärtiger Nazigartenzwerg steckt. Egal, wieviel Berlin-Mitte man drübergiesst.


Kommentar #1 von Der Ding:

Die Peripherie ist immer konservativer als das Zentrum. Warum ist wohl Rumänisch die dem Latein ähnlichste romanische Sprache, und nicht Italienisch? Na also bzw. q.e.d.
Fährt man mal an die Algarve in Portugal, findet man dort auch jede Menge "Exil von Deutschen". Gut, die praktizieren dort Mülltrennung, arbeiten sich die Finger wund an Lederkrimskrams für deutsche Weihnachstmärkte und kiffen tun sie wie die 10.-Klässler. Alles typisch deutsch. Aber Vollbärte sind immer noch häufiger als Rotzfänger, Fahnen bestehen zu 90 Proent aus Wein und selbst der Kuchen schmeckt so elend wie auf dem ganzen Rest der Iberischen Halbinsel.
Das passt jetzt nicht zur These und erklärt keineswegs, warum die Chilenen und die Koreaner so gerne Haken an Kreuze machen. Aber hey, warum nicht mal differenzieren?

23.11.2005 | 17:05

Kommentar #2 von irgendwem:

Hauptarbeitgeber in Nueva Braunau ist übrigens die Wurstfabrik von Rolando Strauch

23.11.2005 | 17:37

Kommentar #3 von Flo:

Braunau muss man ja nicht immer gleich mit Hitler in Verbindung bringen. In der Nähe von Kassel gibts beispielsweise auch ein Braunau ...

23.11.2005 | 18:16

Kommentar #4 von Kathrin:

Gemeint ist aber tatsächlich weder Braunau am Inn noch Braunau bei Kassel, sondern Broumov.

23.11.2005 | 18:23

Kommentar #5 von Hansen:

Die genannten deutschen Relikte sind ja solche, die ihr Deutschsein ostentativ ausflaggen, und insofern ist's nicht verwunderlich, wenn das Dumpf-Patriotische und Gartenzwerghafte überwiegt, wohingegen es ja die Relikte nicht zu vergessen gilt, die sich um ihre Herkunft nicht scheren (aber dennoch als deutsch angesehen werden), wie in Brasilien etwa: H.Stern, G. Bündchen, lutheranische Gemeinden m. Kammermusikorchestern und Bach-Kantaten, Landwirtschaft und Oktoberfest.
Allerdings wird wer sich bemüht auch diese Attribute eindampfen können auf: Hitler, der am ende irgendwie immer rauskommt. Aber das liegt vielleicht an privaten Obsessionen und exzessiven Guidoknoppkonsum.

23.11.2005 | 18:32

Kommentar #6 von Kathrin:

Zur Verteidigung von Riesenmaschineautor Scholz soll hier gesagt werden, dass der Beitrag in einer ungeheizten Internet-Holzhütte am Rande der Antarktis mit Handschuhen getippt werden musste. Da darf man sich nicht wundern, wenn Differenzierungsvermögen und Fingerspitzengefühl beeinträchtigt erscheinen. Schon bald wird alles gut und Riesenmaschineautor Erk betreut das Ressort Volksverhetzung wieder alleine.

23.11.2005 | 18:47

Kommentar #7 von Der Ding:

Sorry, das mit dem Fingerspitzengefühl in der Antarktis ist natürlich ein starkes Argument. Autor Scholz gehört für mich eh´ zu den geschätztesten Sprach-Tunern auf dieser Seite. Auf keinen Fall möchte ich so humorlos, bräsig und turnbeuteldumm auf irgendein Rechthaben pochen wie dieser Blogg-Idi unter dem Verhetzungs-Link da oben. Grusel pur.

23.11.2005 | 19:54

Kommentar #8 von Kledolf:

Sprach-Tuner ist ein unglaublich widerliches Wort, es laesst Boeses ahnen, was die Penislaenge des Autoren angeht.

24.11.2005 | 11:38

Kommentar #9 von Hansen:

Man kann ja nicht davon ausgehen, das "Der Ding" überhaupt einen Penis hat, Kledolf, Du alter Chauvi. Gab hier mal einen "Loser Blissett", der auch ständig von Penislängen schrieb.
Hmmm.

24.11.2005 | 12:18

Kommentar #10 von Aleks:

Wer Idiot hat denn da ganz oben so einen Unfug? Er muss mit den Fuessen kniehoch im Eiswasser gestanden haben, anders kann man das doch nicht erklaeren, mal ehrlich.

24.11.2005 | 23:55

Kommentar #11 von Till:

Ein bisschen Abseits der Diskussion habe ich mich entschlossen einfach mal dreist manuell zu trackbacken.
http://headhunters.twoday.net/stories/1190094/
Und bevor ihr mich dafür jetzt verprügeln könnt bin ich auch schon wieder weg.

25.11.2005 | 04:56

Kommentar #12 von nele:

im palästinensischen dorf taybeh gab es dieses jahr das erste oktoberfest. in taybeh wird palästinensisches bier nach deutschem reinheitsgebot gebraut.

25.11.2005 | 09:27

Kommentar #13 von Beobachter:

Sagt mal ehrlich,
wenn ihr mit euch selbst nicht klarkommt
und euren Selbsthass pflegen wollt, dann
bitte doch nicht auf Kosten von Menschen,
die ihr nicht kennt. Sicher ist Neo-Kommu-
nistsein wieder irgendwie in, aber nur
bei den Dummen!

01.06.2006 | 18:03

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