Riesenmaschine

11.10.2006 | 13:18 | Gekaufte bezahlte Anzeige

Durch den Konsum mit DoorOne


Kein Schleifgerät

Kein alter iMac

Kein Heizlüfter

Kein Püriergerät

Kein Laserdrucker

Kein früher Hochleistungsrechner

Keine Tupperware
Kürzlich wurde in einer Designzeitschrift ein 4313 € teures "Multitool" vorgestellt, das Lautsprecher, Stehlampe und Luftreiniger in einem ist. So etwas braucht kein Mensch. Wohl aber Luftbefeuchter und gerade jetzt, wo die kalte Jahreszeit mit ihrer trockenen Heizungsluft dräut. Hätten wir einen Betriebsrat, er hätte schon längst auf diese Anschaffung gedrängt. Allerdings scheiden sich auch hier bereits die Geister. Kollegin Passig findet Luftbefeuchter totalen Unfug: "Es gibt Leute, die ihr Leben lang in der Wüste wohnen, und die haben auch keinen Luftbefeuchter, und ihre Nasen funktionieren ausgezeichnet." Allerdings, wendet Architekt Imhof ein, verhinderten Luftbefeuchter "das Aufquellen von Parkett und damit Schüsselungen, also Wölbungen der einzelnen Parkettriemen." Egal ob Nasenschleimhaut oder Parkett, die Argumente reichen aus, um den ohnehin feststehenden Entschluss der Anschaffung eines Luftbefeuchters retrograd zu rationalisieren.

Allerdings wissen wir noch sehr wenig über Luftbefeuchter, und lassen uns also einfach überraschen was die Seite unseres Lieblingssponsors DoorOne zum Thema "Luftbefeuchter" ausspuckt. Es gibt insgesamt 96 Einträge in allen Preiskategorien von unter 30 € bis über 600 €, auch die Optiken sind zahlreich: vom hochgepimpten Damfbügeleisen über den Laserdrucker bis zur Standheizung. Über "Kategorien" lässt sich das Angebot eingrenzen, indem man die echten "Luftbefeuchter" von den "Einrichtungsgegenständen" scheidet. Dadurch fallen der niedliche Heizungsbewohner "Balduin" für 16,75 € ebenso weg, wie der zimmerspringbrunnenartige "Nebel-Luftbefeuchter" von Otto für 75,90 €, der in wechselnden Farben leuchtet und dadurch angeblich beruhigend wirkt.

Von den verbleibenden Kein-Schnickschnack-Geräten überzeugt am meisten der "Venta-Airwasher", ein schlichter anthrazitfarbener Kubus mit Rippen, der an frühere Hochleistungsrechner erinnert und sich damit wohltuend von den übrigen Alessi- oder Gehry-inspirierten Phantasieformen abhebt. Allerdings gibt es ihn in drei Varianten mit 5, 8, und 11 Litern, die sich entsprechend preislich unterscheiden. Im direkten Produktvergleich erfährt man, dass die 8-Liter-Variante mit einer Preisspanne von 170 bis 220 € sich für 46 Quadratmeter eignet und über einen Leisebetrieb verfügt, während die kleinere Variante über einen Feuchtigkeitsregler verfügt und nur für 23 Quadratmeter taugt. Übrigens arbeiten alle Geräte ohne Filtermatten: "Schlechte Raumluft wird in das Gerät geleitet und durch einen Plattenstapel geführt, der im Wasser rotiert." Interessant. Wir entscheiden uns dennoch für die 5-Liter-Variante fürs Schlafzimmer – die anderen Räume können später upgegradet werden – und bestellen beim etwas teureren Anbieter, der dafür das "Trusted Partner"-Siegel trägt und bei dem die Versandkosten im Preis enthalten sind. Der Winter kann kommen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Das neue System der Dinge


Kommentar #1 von schlaumeier:

hört auf Kathrin! weg mit den stromfressenden schimmelwachstumsbeschleunigern. parkett quillt übrigens wenn es feucht wird. dabei schüsselt es in aller regel nicht, sondern bombiert. es wird raumseitig konvex und nicht konkav!

11.10.2006 | 17:46

Kommentar #2 von lortnoc:

Faszination Technik, und so; Es soll wirklich niemand damit anfangen, die Sicherheitskopien wieder von Hand mit der heissen Nadel auf die CDs zu kratzen. Aber eine Tasse mit Wasser auf der Heizung peppt auch. Ehrenwort. (Wer mag, kann sich ja seine Tasse bei DoorOne kaufen, oder gleich die passende Heizung.) Ich selber wohne in England und könnte mich eher für einen Raumlufttrockner begeistern, zumindest für die Zeit, während der die Heizung diesen Job nicht erledigt.

11.10.2006 | 20:41

Kommentar #3 von Nachtlicht:

Kauft oder entleiht Euch doch einmal ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit (beispielsweise ein Haar-Hygrometer). Ich frage mich, ob es überhaupt erkennbar werden wird, ob der Luftbefeuchter eingeschaltet ist. (Man sollte das öfter messen und daraus eine statistische Auswertung erstellen, da die Luftfeuchtigkeit auch ohne Luftbefeuchter im Laufe eines Tages oder einer Woche schwankt.)
Interessant in diesem Zusammenhang ist es auch, dass manche Menschen sich umgekehrt Sorgen machen, ob sie in ihrer Wohnung wäsche trocknen lassen dürfen, oder ob dies die Wohnung dann nicht zu sehr befeuchte. Die Wäschständer landen dann auf der Strasse, wovon es ja Lichtbilder gibt.

11.10.2006 | 20:43

Kommentar #4 von Strobel:

Mit dem Venta ist bei mir die Luftfeuchtigkeit des Winters im geventeten Zimmer konstant um die 45-47%. Im ventalosen Wohnzimmer hingegen bei mürben 15-18%. Stelle ich den Venta ins Wohnzimmer, steigt dort die Feuchte auf 45-48% und fällt im deventierten Schlafraum auf 15-17%. Es nervt allerdings ungeheuer, das Gerät alle drei Tage zu waschen.

12.10.2006 | 08:47

Kommentar #5 von Architekt Imhof:

konvexe verformungen nennt man auch schüsselung, schlaumeier, zumindest tun dies einige fachleute. und genageltes parkett wird vermutlich raumseitig konvex, vollflächig verklebtes eher konkav.

12.10.2006 | 13:06

Kommentar #6 von irgendwem:

aber natürlich stimmt es, dass zu trockene luft zu rissen führt und weniger zu schüsselungen.

12.10.2006 | 13:08

Kommentar #7 von huhu:

Der Venta hiess früher Luftwäscher, ich weiss es genau!

12.10.2006 | 19:07

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