Riesenmaschine

13.08.2018 | 09:48 | Alles wird besser | Fakten und Figuren

O Waldo, Where Art Thou?

Schach – schön und gut. Go – who cares? Poker – kommt Leute, da gewinnt jeder mal. Quake 3 Arena – hallllooooo, es ist ein Computerspiel, was habt ihr bitte erwartet? Aber dass die Maschinen jetzt auch noch besser in Where's Waldo sind, das sollte uns wirklich zu denken geben.

Konkret handelt es sich um den Roboter "There's Waldo" aus dem Innovation Lab der US-amerikanischen Agentur redpepper: Ein Rasperry-Pi-gesteuerter Roboterarm, ausgestattet mit einer putzigen Hand und einer Kamera, macht Fotos von Waldo-Wimmelbildern, nutzt OpenCV um Gesichter zu extrahieren und anschliessend das noch recht neue Google AutoML Vision um Waldo zu idenfizieren. Bei mehr als 95-prozentiger Übereinstimmung schlägt die putzige Hand zu bzw. deutet auf Waldo. "While only a prototype, the fastest There's Waldo has pointed out a match has been 4.45 seconds which is better than most 5 year olds", schreibt redpepper über seine Schöpfung.

Nun kann man sich Sorgen machen, dass im Terminator-Zeitalter ein "There's [hier bitte den eigenen Namen einsetzen]"-Roboter unterwegs sein wird, bloss anstelle einer putzigen Hand mit einer putzigen AK47. Man kann das Ganze aber auch positiv sehen: Wie viel Zeit gewinnt die Menschheit bitte, wenn wir nicht mehr selbst nach diesem nervtötenden Waldo suchen müssen? Sollte es jetzt noch Roboter geben, die unsere Sudokus ausfüllen, unsere Zeit-Magazin-Kreuzworträtsel lösen und unsere Pokémon-Go-Box aufräumen, hätten wir endlich genug Freizeit, um die Dinge zu tun, die uns Spass machen.


27.07.2018 | 10:47 | Anderswo | Alles wird besser | Essen und Essenzielles

Ein schöner Tag an den Vilsa-Quellen

Der Druck war grösser als der eines Geysirs! Nur zwei Wochen, nachdem Merterhens seine Stelle als Junior Water Portfolio Manager bei Vilsa angetreten hatte, sickerte durch, dass die niedersächsische Traditionsmarke beim grossen Mineralwasservergleich der Stiftung Warentest mit der Gesamtnote 3,5 erneut auf einem der letzten Plätze landen würde.

Da musste schnell eine Produktinnovation her, denn wen man im traditionell sturen nordwestdeutschen Markt erstmal als Kunden verliert, den verliert man für immer. Mit Geschmack konnte Merterhens nicht arbeiten, da hätte er unweigerlich in den trüben Gewässern der Abteilung H2Obst gefischt. Auch das Premiumsegment war durch die Vilsa-Gourmet-Reihe bereits besetzt, ein darüber hinausgehendes High-Society-Produkt a la Bling H2O hätte sich nicht mit dem Vilsa-Markenkern (sauber – flüssig – bräsig) vertragen.

Zu verrückt durfte Merterhens ohnehin nicht werden: Sein Vorgänger wurde nach der Havarie seines Konzepts für "Mittelstrahlquellwasser" aus der Firma gespült. Also mied er alle Versuche in Richtung Functional Water – in Deutschland hatte sich ja nicht mal Vitaminwater durchgesetzt – oder gar mit farbigen Produkten wie der Teufel das Weihwasser.

Die Tage vor der Präsentation waren härter als eine Chinesische Wasserfolter. "Denk nach, Merte, denk nach!", feuerte Merterhens sich an. "Du hast nicht umsonst die Ausbildung zum Wassersommelier mit Auszeichnung bestanden." Dann hatte er es! Die ewige Trias aus Wasser mit Kohlensäure (classic), ohne Kohlensäure (naturelle) und, für die Generation Unentschlossen, Wasser mit ein wenig Kohlensäure (medium) wurde aufgebrochen und durch das wahnwitzig in lachsorange gehaltene Vilsa leichtperlig mit nur ganz wenig Kohlensäure ergänzt.

Es war ein Dammbruch in der Karriere von Merterhens, nun würde er bald nach ganz oben gespült. Denn mit Vilsa starkperlig – stärker als Medium, schwächer als Classic! – hatte er seinen nächsten Trumpf ja schon in der Schublade. Es muss nicht mehr viel Wasser die Weser hinabfliessen, dann würde er der jüngste Senior Water Portfolio Manager der über 100-jährigen Vilsa-Firmengeschichte sein.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Ein historischer Tag in der mittelständischen Schokoladenfabrik


31.01.2017 | 22:39 | Sachen kaufen | Papierrascheln

Sie sparen 499.975,50 €!

Bargeld für Bargeld verkaufen – klingt bescheuert, aber andererseits: Wir leben im Zeitalter von Negativzinsen, Swapgeschäften und Cash-and-Carry-Arbitrage, warum sollte man da nicht auch Geld kaufen können, und zwar zu einem anderen Preis als dem Nennwert? Auch Die PARTEI hat ja schon Geld verkauft, 100.000 Euro zum Preis von 80.000 Euro, "Garantiert druckfrisch und faltenfreier als der Hals von Angela Merkel!", um auf eine Lücke in der Parteienfinanzierung aufmerksam zu machen.

Ein noch besseres Angebot ist allerdings der 1/2 Millionen Euro Geldbarren (via Kraftfuttermischwerk). Darin befinden sich, genau, eine halbe Million Euro – früher stark beschädigte oder verschmutzte Banknoten, die von der Bundesbank aus dem Verkehr gezogen und geschreddert wurden. Nun leben sie fort als ein Kilo Konfetti, erhältlich für nur 24,50 Euro. Ein Bombengeschäft und ein Partyspass für alle.

Für alle? Nein – Anhänger der AfD, die ja mal angetreten war, um den Euro abzuschaffen, werden damit nichts anfangen können. Aber für sie gibt es ja das Geldbrikett 'Geld en Bloc 100.000 DM' für nur 16,90 Euro.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Geld, Haare, Scherben


25.11.2016 | 18:03 | Supertiere | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles

Ein historischer Tag in der mittelständischen Schokoladenfabrik

Der Auftrag schien unmöglich: Als neuer "Produktmanager Bipedal-Schokolade" sollte Büscheling im Geschäftsjahr 2016/17 Produktionskosten-Einsparungen von 35 Prozent erzielen, bei gleichbleibendem Umsatz. Allen war klar, dass Kakao-Kammarth, wie der greise Firmenpatriarch ehrfurchtsvoll genannt wurde, Büscheling mit dieser Position abstrafen wollte für dessen grauenvoll missratenen Launch von "grauer Schokolade" (weiss + 90%-Bitterschokolade gemischt).

Doch Kakao-Kammarth hatte nicht mit Büschelings Erfindungsreichtum gerechnet. Letztlich war es der dienstagabendliche Squashtermin mit Vonnebrink aus der Gebinde-Abteilung, der den entscheidenden Einfall brachte: Dank billig eingekaufter Produktionsstrecken aus der Ostukraine konnte man Alufolienverpackungen jetzt für einen Bruchteil des früheren Preises bedrucken und beschneiden. Da wurde Büscheling natürlich hellhörig!

Als Mitarbeiter des Jahres wurde Büscheling, wie es die Kammarth-Tradition gebietet, in den Schokoladenspringbrunnen geworfen. Dank seines Weihnachtshasen "Rudi Rabbit" konnten die ohnehin defizitär arbeitenden Einschmelzwerke in Gifhorn und Salzwedel abgewickelt werden, die Firma machte ein Rekordergebnis. Büscheling grinste. Wie Kakao-Kammarth erst gucken würde, wenn er beim nächsten Jour Fixe den "Ostermann" präsentierte!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Ein anstrengender Tag in der Firma Gehring-Bunte Getränke Industrie GmbH & Co.KG, Bielefeld


04.07.2014 | 21:26 | Anderswo | Papierrascheln

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