Riesenmaschine

09.04.2006 | 18:15 | Nachtleuchtendes

Das Handylicht


Kein Russe käme auf die Idee, sich zu schämen, weil er seinen Friseur Paruckmacher nennt, ein fröhlicher französisch-deutscher Wortbastard, ebenso ist es keinem Franzosen unangenehm, dass er sein Dachkippfenster Le Wasistdas nennt, nur weil Napoleons Dolmetscher etwas begriffsstutzig war, als man eine Tournee durch Deutschland machte. Der Deutsche hingegen windet sich vor Wortschmerz, wenn er das, was der Isländer als Junges Schaf bezeichnet, Handy nennen muss, vor allem im Ausland, denn es hört sich so international an und ist es doch nicht, und so verflucht er den Menschen, der so fahrlässig war, es so genannt zu haben, und er verflucht den Tag, als dies geschah. Dabei existiert das Wort im deutschen Sprachschatzkästchen schon länger, nämlich lange bevor die Telefone ihre Schnüre loswurden. Vermutlich waren sogar die Japaner schuld. Denn Anfang der sechziger Jahre entwickelte die Firma Daimon (japanisierte Version von Diamond) eine kleine Taschenlampe und nannte sie Handy. Wo war da eigentlich Bastian Sick, wo ist die Entschuldigung seiner Eltern?

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (4)


Kommentar #1 von B. Sick:

Was hat das Handy mit dem Handy gemeinsam? Richtig, es ist handlich und praktisch!

09.04.2006 | 21:38

Kommentar #2 von irgendwem:

Und warum fällt es dann den Dünkeldeutschen so schwer, das Scheissding unverkrampft so zu benamsen?

09.04.2006 | 23:00

Kommentar #3 von lars:

So doof, die Deutschen. Im Daimon-Fall zumindest hätte sich 'Handlicht' ja förmlich aufgedrängt. Mit 'Handlich(t)' wäre es sogar möglich gewesen, die ()-Wortspiel-Ära vorwegzunehmen.

10.04.2006 | 00:03

Kommentar #4 von nils:

verpasste Chancen "galore", hoffentlich bekommt das Handlicht wenigstens einen Googleeintrag durch dieses kleine elektronische Käseblatt, es ist schrecklich daran zu denken, dass alles vergebens war

10.04.2006 | 00:09

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