Riesenwaschmaschine

04.09.2010 | 14:07 | Alles wird besser | Sachen anziehen

Endlich! Mit Video!

Wie oft hat man nicht schon behauptet, die Zukunft sei da. Zum Beispiel 1620, 1875, 1911, 1975 und 1992. Und den absurden Claim von 2005 natürlich. Aber kann es wirklich eine Zukunft geben, in der man sich seine Schnürsenkel selbst zubinden muss? Eine Frage, die Blake Bevin aus dem nebelverhangenen San Francisco in jahrelangen Bemühungen erhängt und gevierteilt hat, und zwar mit den Power Laces 2.0, den ersten Schuhen mit selbstzubindenden Schnürsenkeln, auf der gesamten Welt. Endlich. Wir sind keine Schnürsenkelzubinder mehr. Jetzt werden uns die Aliens nicht mehr auslachen.


29.07.2010 | 15:10 | Anderswo | Alles wird besser | Sachen anziehen

Hysterische Schuhe


Li Chen: He – Cranes – Kraniche
Wahrscheinlich wird man späteren Generationen nicht mehr genau erklären können, weshalb im ersten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts die Menschen auf sämtlichen Kontinenten dieses Planeten plötzlich mit Plastikschuhen herumliefen, die einerseits so aussahen, als würden sie pausenlos schreien, wenn sie nur einen Mund hätten, die andererseits aber auch einen penetranten Eigengeruch verbreiteten, und die zudem im Verhältnis zu ihren lächerlich geringen Herstellungskosten sehr teuer waren. Man wird es vielleicht darauf schieben, dass dieses erste Jahrzehnt ja als das "hysterische" in die Geschichte einging. Es begann damit, dass alle fürchteten, die Apokalypse bräche an, nur weil sich ein Datum änderte. Später glaubte fast jedermann, ein Präsident würde eine andere Politik machen, nur weil seine Haut leicht anders gefärbt war als die seines Vorgängers. Und gegen Ende der Dekade schäumten Menschen wochenlang vor Wut, weil andere Menschen in Fussballstadien, die zehntausend Kilometer entfernt waren, in Plastiktröten bliesen.

Ganz genau aber wird man sagen können, wann der hysterische Schuh zu Kunstgeschichte wurde. Das war auf einer Sammelausstellung der Neun-Drachen-Berg-Galerie, die im Juli 2010 im Pekinger National Art Museum of China stattfand. Gemalt hat das richtungsweisende Bild ebenfalls 2010 der Nachwuchskünstler Li Chen, der es "Kraniche" nannte. Später sollte dieses Gemälde als Zeichen dafür gedeutet werden, dass das hysterische Jahrzehnt zu Ende ging.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Risikosportart Gummischuh

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (13)


11.04.2010 | 14:15 | Sachen kaufen | Sachen anziehen

Was wie waschen?

Was in unserer Sprache fehlt, ist ein Wort für Waschdyslexie. Nicht wie man Gold aus dem Fluss wäscht, oder sich selbst den Hals, sondern wie und womit die Kleidung, denn die Waschmittelindustrie legt ein enormes Innovationstempo vor, so dass man immer damit rechnen muss, dass die Form des Waschens, die man gestern gerade gelernt hat, heute der letzte Dernièrengag ist, und wenn man nicht aufpasst, zu Knötchen und Formverlust führt. Wäscht man mit Dosiersäckchen und -kugeln, Megaperls, Tabs, farbigen Körnern, Konzentrat, Gel, mit Nüssen, bei kaltem Wasser, mit gar keinem Wasser, mit Steinen? Und vor allem muss man wissen, was man womit anrichtet, auslöst, bewirkt, darf ich nur Kaschmir mit Kaschmirextrakten waschen, oder wird auch der lehmstarrende Kartoffelsack flauschig, was sind Vergrauungsinhibitoren und wie frisch bleibt Lenor Aprilfrisch im Mai und dem Rest des Jahres?

Ariel hat die Not zur Gunst der Stunde gemacht, und ist wieder zurück auf Anfang gegangen. Mit dem neuen Fleckentferner Pulver werden zwei essenzielle Punkte gelassen ausgesprochen, die Sehnsucht nach dem guten alten Pulver und der Weg zurück zur eigentlichen Aufgabe: Flecken rausmachen. Doch ach, wie immer haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, die Waschsprache ist und bleibt ein Filou, die Dinge sind nicht das was sie scheinen, denn es ist nur ein Waschkraftverstärker, der in Kombination mit anderen Waschmitteln, sich eigenständig wie ein Marschflugkörper den Feind, also die Flecken suchen und entfernen soll.

Was war eigentlich zuerst da, die Waschmaschine oder das Waschmittel?

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (7)


27.01.2010 | 22:32 | Anderswo | Sachen anziehen

Travelpussy-Party, demnächst


*Speak for yourself! Gemeint ist ausschliesslich der prüde Autor.
Wie Jens O. Brelle meldet, werden Betreiber von sog. Dildoparties derzeit vom Markeninhaber abgemahnt. Wie immer haben uns*, die wir nie über das Kekswichsen hinausgekommen sind, die Frauen da anscheinend was voraus. Das Format der Pussyparty müsste erst noch erfunden werden. Immerhin gibt es die Zutat TravelPussy für 4 € mittlerweile an gut sortierten Autobahnraststätten im Kondomautomaten, sodass wir nicht mehr auf die ungleich kostspieligere Fleshlight-Alternative angewiesen sind. Das Inspizieren des Inhaltes erinnert zunächst an die Ernüchterung beim Auspacken des YPS-Gimmicks "Solar-Ufo", bei dem es sich um letzlich auch um einen schwarzen Müllsack handelte. Immerhin ist unser Exemplar rosa und nicht hellblau, hält die Luft nach dem Aufpusten, und das mitgelieferte "Liquid Gel" verspricht: "Pflegt die Haut, macht sie erotisch, sensitiv, rutschig." Vielleicht sind wir ja auch einfach nur hoffnungslos hinten dran, schliesslich hat Deichkind dem Phänomen schon 2008 einen mitreissenden Song gewidmet. Insofern wir unsere Verklemmtheit überwinden können, wird unser abschliessendes Urteil nicht hier, sondern demnächst auf Amazon erscheinen, der Augenzeugenbericht von der ersten TravelPussyParty womöglich im Vice-Magazin. Jedenfalls haben wir uns die Marke schon mal gesichert.


03.10.2009 | 19:12 | Berlin | Sachen anziehen | In eigener Sache

Materie für Selbstabholer


Zur Kasse gehen
Die Umverteilung von Materie ist eine der Hauptbeschäftigungen des Universums und seines Handlangers, der Riesenmaschine. Deshalb müssen überschüssige Riesenmaschine-Shirts (überwiegend gebraucht), bisher unveröffentlichte Riesenmaschine-Kapuzensweatshirts (neu) und 9to5-Festival-T-Shirts (auch neu) das Haus der Frohen Zukunft verlassen. Sie werden an Selbstabholer gratis abgegeben. Bei den Riesenmaschine-Shirts bitte nicht an unseren Angaben zum Verkauftheitsstatus orientieren, die stimmen nur bedingt. Bei den 9to5-Shirts handelt es sich um die Motive Arm aber WLAN, "Ich nenne es Arbeit", Ich bin nicht prekär, ich bin nur scheisse angezogen sowie einige Exemplare von "Lauf nach Hause, kleiner Hund" (teils sogar in pink). Was innerhalb einer Woche nicht abgeholt wird, kommt zur Kleiderspende und ist danach nur noch in ausgewählten Thrift Stores Nordamerikas erhältlich. Bitten um Verschickung verhallen ungehört in den Weiten des Universums.


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