Riesenmaschine

18.04.2020 | 22:39 | Essen und Essenzielles

Was reimt sich auf Bilch-Alternative?


Dass es Milch ist, erkennt man an der Packungsfarbe hellblau (Foto: Michael Brake)
Wir müssen verstehen lernen, dass wir in Sachen Pflanzendrinks aka vegane Milchalternativen noch immer ziemlich am Anfang stehen. Nach Phase 1 (es gibt Sojamilch, sonst nix) und Phase 2 (neue Einkomponentenalternativen wie Reis-, Mandel-, Hafermilch diversifizieren und erweitern den Markt) folgt nun Phase 3: Verfeinerung durch Kombination. Echte Rezepturen! Unendliche Möglichkeiten!

Die schlicht "Milk Alternative" benamte Variante des Hamburger Unternehmens Harvest Moon vereint Kokos, Cashew, Reis, Hefeflocken, Sonnenblumenöl, Wasser und Meersalz in sich. Zielgruppe sind Leute, die sich 2,99 Euro für eine Tüte "Milch" im Ethnolook ihres Bio-Supermarktes leisten können und wollen. In Glas, Kaffee und Müsli getestet kommt die laktosefreie Milk Alternative "echter" Kuhmilch in Viskosität, Opazität und Geschmack tatsächlich verdammt nah, erreicht aber dennoch nicht die mundhaptische Tiefe des Originals, vor allem der leicht sahnige Schmierfilm im Gaumen wurde vermisst.

Aber wie gesagt: Wir müssen verstehen lernen, dass wir in Sachen Pflanzendrinks noch ziemlich am Anfang stehen. Die Verfeinerung wird weitere Phasen durchlaufen, bis schliesslich die rein pflanzlichen Zutaten in einer Art Wirtskörper gegärt und in komplexen biochemischen Prozessen in ein Getränk umgewandelt werden, das von echter Milch nicht mehr zu unterscheiden sein wird!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Milch


16.07.2019 | 15:00 | Anderswo | Zeichen und Wunder | Papierrascheln

Der Staubfänger überm Roggen


Da, etwas links von der Mitte, das kleine weisse Ding (Foto: Michael Brake)


Eine Subdisziplin der kulturwissenschaftlichen Technikarchäologie beschäftigt sich damit, wann und wie neue Technologien, neue Gegenstände, neue Wörter oder Verhaltensweisen zum ersten Mal in Kulturerzeugnissen auftreten. Das erste Skateboard in einem Hollywoodfilm, das erste Tinderdate in einem Chanson, die erste e-Zigarette in einem Roman. Solche Dinge.

Derartige mittelbare Vorkommen sind gewissermassen ein Plateau bei der Etablierung von Neuem. Und so könnte auch diese chinesische Briefmarke aus dem Jahr 2017 dereinst ein wichtiges historisches Dokument werden. Sie ist mutmasslich das erste Postwertzeichen, auf dem eine Flugdrohne zu sehen ist – gemeint ist das weisse Ding genau zwischen den beiden Mähdreschern mit einem runden Schatten (in echt sieht man es wenig besser, wirklich!). Da die Marke zur wunderbar retrofuturistisch gestalteten 2017er-Serie "Science and Technology Innovation" gehört und laut einer sehr verlässlichen der einzigen halbwegs annehmbaren Quelle ein "R&D Demo Project on Bohai-rim's Breadbasket" zeigt, passt eine Drohne auch inhaltlich gut.

Eine Besonderheit ist hier das Zusammentreffen einer neuen (Flugdrohnen) mit einer potentiell aussterbenden Technologie (Briefpost). Vielleicht wird die Marke die einzige ihrer Art bleiben und eines Tages sehr wertvoll sein. Als Blog mit Expertise für Trendentwicklungen und Wertanlagen werden wir sie deshalb gut aufheben, direkt bei unseren Aktien von Sun Microsystems und unserer Transrapid-auf-Lebenszeit-Dauerfahrkarte.


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"Blood: The Last Vampire", Chris Nahon (2009)

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