30.01.2011 | 21:44 | Automatische Kulturkritik
Plus: 1, 82, 110, 122, 130 Minus: 1, 6, 22, 27, 30, 36, 38, 39, 43, 67, 88, 93, 97, 98, 102, 109, 115, 122, 136, 145, 175, 186 Gesamt: -16 Punkte
21.01.2011 | 02:45 | Automatische Kulturkritik
Plus: 31 doppelt, 35, 41, 42, 45, 55, 80, 117 Minus: 1, 166 Gesamt: 7 Punkte
20.01.2011 | 00:46 | Automatische Kulturkritik
Plus: 3, 116, 119 Minus: 99, 127, 140 Gesamt: 0 Punkte
20.01.2011 | 00:46 | Automatische Kulturkritik
Plus: 80, 117 Minus: 7, 66, 109 Gesamt: -1 Punkte
13.01.2011 | 10:44 | Supertiere | Alles wird besser | Sachen kaufen | Papierrascheln
Mass Customization, das war ein grosses Ding der letzten Jahre, der Abschied vom Konformismus, das Ende aller kurzen Schwänze. Andererseits ging es dann doch wieder nur um Aufkleber für IKEA-Möbel, und in Wirklichkeit war man nach dem harten Tagwerk in der Kulturindustrie zu erschöpft, um noch individuelle Schuhe oder Schokoladentafeln zu designen. Schon wollten wir uns resigniert die massenfabrizierte Bettdecke über den Kopf ziehen, da fanden wir eine so unerwartete wie naheliegende Lösung in der Post, nennen wir sie Push Customization. Der Grosskonzern Verlag hat ein ganzes Buch auschliesslich für die Zielgruppe Riesenmaschine hergestellt, es heisst natürlich Nagetiere und enthält nichts anderes als das, was wir selbst hineingeschrieben hätten. Eine Leseprobe:
... dass die Ordnung der Nagetiere nicht nur die artenreichste, sondern gleichzeitig auch die beste Ordnung der Säugetierklasse ist. Das ist wissenschaftlich hinlänglich bewiesen und lässt sich durch kurzes Nachdenken von jedem bequem zu Hause nachvollziehen. Umfassen andere Ordnungen meist gar keine guten Tiere oder schwingen sich wie die Raubtiere zwar einerseits zu Höchstleistungen (Mops) auf, um dann aber andererseits auch so Sachen wie Katzen zu enthalten, so reiht sich bei den Nagetieren wirklich Hit an Hit (Eichhörnchen, Flughörnchen, Springmaus, Bilche u.a.) ...
Wie der Verlagsname "Grosskonzern" ist auch der arbeitsscheue Ansatz unmittelbar an den Lifestyle der Riesenmaschine-Redaktion angeschmiegt, denn abgesehen vom Vorwort (das in weiten Teilen aus Satzzeichen besteht) ist das gesamte Buch schon 1932 erschienen, wenn auch weniger schön designt und mit mehr Bildern. Warum auch ständig neue Bücher schreiben, so lange die vorhandenen noch gar nicht alle gelesen sind?
Durch welches technische Wunderwerk diese Leistung möglich wurde, ob durch Extraktion und Pürieren der Riesenmaschine-Inhalte seit 2005 oder durch eine auf das Autorenkollektiv gerichtete Gedankenabsaugemaschine, braucht uns nicht zu kümmern. Wie Garry Trudeau haben wir eine Lebensweise angestrebt, die unsere Anwesenheit nicht erfordert. Diese Zukunft ist jetzt da, schon tun Google und Foursquare es dem Grosskonzern Verlag nach und setzen ebenfalls auf Push Customization in Form von ungebetenen Tipps und autonomer Suche, spätestens übermorgen wird sich die ganze Welt anfühlen wie ein handbesticktes Nagetier und man wird nicht anders können, als sie von früh bis spät hinter den Ohren zu kraulen.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Sauriermuseum Aathal
- zuschlagen (Gewalt)
- an der Leine zerren
- Wolfsgehege (echt wölfisch)
SO NICHT:
- Individualismus ("Geschmack", "Vorlieben" etc.)
- im Winde klirrende Fahnen
- zuschlagen (Rabatt)
- an der Leine wohnen
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Layer Cake", Matthew Vaughn (2004)
Plus: 3, 21, 24, 31 einfach, Minus: 74, 75, 76, 77 Gesamt: 0 Punkte
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