Riesenmaschine

30.12.2007 | 17:31 | Berlin | Was fehlt

Wunschzettel 2008: Nachtaktivenhaus


Wer weiss, was es für Tiere geben
mag in diesem Zoo? Wir schon mal nicht.
(Foto: Allan Ferguson / Lizenz)
Der Berliner Zoo verfügt über ein Nachtaktivenhaus für nachtaktive Tiere, die man aber nur tagsüber besichtigen kann – nachtaktive Besucher müssen draussen bleiben. Was fehlt, ist eine ab 18:00 geöffnete Abteilung, in der für die tagaktiven Tiere die Nacht zum Tag gemacht wird. Die entstehenden Stromkosten gleichen sich aus, indem man für die nachtaktiven Tiere hier einfach alles genauso lässt, wie es ist. So könnten wir 2008 endlich auch mal diesen Zoologischen Garten sehen, von dem man immer so viel hört.

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29.12.2007 | 14:17 | Berlin | Alles wird besser | Was fehlt | Listen

Wunschzettel 2008: Berlin ans Meer


Geht doch.
Schon viele haben es gefordert, wir jetzt also auch: Berlin braucht endlich Berge und Meer direkt neben der Stadt. Beim Thema Meer ist das einfach, die Zeit arbeitet für uns, denn wenn der Meeresspiegel noch um rund 30 Meter steigt, wird Berlin zur Küstenstadt – weshalb der geplante Neubau des Vattenfall-Steinkohlekraftwerks Klingenberg vorbehaltlos unterstützt werden sollte. Für Berge müsste man sich hingegen auf die Plattentektonik verlassen, ein langer, zäher und nicht besonders zuverlässiger Prozess. Hier sind die Parteien gefordert.

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28.12.2007 | 17:27 | Berlin | Alles wird schlechter | Zeichen und Wunder

Noch ein ganz anderer Tag in der Firma


Bremerhaven (Honolulu)
Vizepräsident Sasel hatte die Abteilung "Forschung & Entwicklung" komplett umstruktieren lassen; sie hiess jetzt "Entwicklung & Forschung". Auch Büschelings Abteilung "Innovation" erschien Sasel zu wenigversprechend und wurde in "Innovationen" umbenannt. Büscheling sah sich dadurch erheblichem Erwartungsdruck ausgesetzt, reagierte jedoch vorbildlich und lobte nach einer achtmonatigen Motivationsevaluationsstudie eine Hawaiiinseltour für den innovationsfreudigsten Mitarbeiter aus. Das Resultat konnte sich durchaus sehen lassen: Kellerbach hatte eine Erweiterung für die Navigationssoftware geschrieben, mit der man Start und Ziel gleichzeitig eingeben konnte – für den Fall einer Rundreise. Nachdem Zeisel aus der Planungsplanung in einem Nutzerscanning hatte feststellen können, dass das mit Abstand beliebteste Navigationsreiseziel Baden-Baden in Baden war, zögerte Büscheling keine Minute, die Learnings daraus direkt implementieren zu lassen. Kellerbach schwärmte noch lange von Mauna Loa.

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27.12.2007 | 15:09 | Anderswo | Was fehlt

Wunschzettel 2008: Anderswo Edition


Kingsbarns vor und nach Erfindung des Autos
Holistisch denken heisst, die Ursache des Grossen im Kleinen zu suchen, dabei Raum- und Zeitgrenzen zu negieren, oder ganz anders formuliert: Jeder Zipfel der Welt ist wichtig. Deshalb erscheint es vollkommen arbiträr, Berlin verbessern zu wollen, indem man ausgerechnet in Berlin damit anfängt. Warum bloss? Niemand wird die Lösung für Berlins Probleme so offensichtlich in Berlin verstecken. Und weil nach diesem Ansatz jeder Ort gleichwahrscheinlich der alles entscheidende ist, kann man mit der Berlinverbesserung genausogut in einem kleinen schottischen Fischerdorf anfangen, nennen wir es Kingsbarns.

Nun, in Kingsbarns jedoch läuft alles in Zeitlupe ab. Ja, 2007 brachte gewaltige Fortschritte, so wurden etwa die Buswartehäuschen von einfachen Ziegenställen in moderne Feldsteinkaten verwandelt. Zudem wurde ein neuer Supertrend entdeckt: Cross-Skateboarding auf Golfplätzen, ein vergnüglicher Spass für immerhin die halbe Familie. Auf der anderen Seite jedoch ist neulich die Kirchturmuhr stehengeblieben. In Kingsbarns ist der Fortschritt ein kleiner Knabe, der auf der Strasse spielt und Glasmurmeln in den Misthaufen wirft.

Weswegen wir uns für 2008 bescheiden geben wollen: Kingsbarns braucht eigentlich nur alles, was Berlin auch nicht hat – eine Abschussrampe für Langstreckenraketen, ein deutschsprachiges Literaturfestival mit wertvollen Preisen, eine Anlegestelle für Luftkissenboote, einen Exotenzoo mit südamerikanischen Nagetieren und einen grossen, gewaltigen Quader aus schimmerndem Stahl. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man auch gleich ein Direktglasfaserbreitbandbackbone oder so nach Berlin einbauen.

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26.12.2007 | 18:06 | Berlin | Alles wird besser | Was fehlt

Wunschzettel 2008: Badegastausgleich


Foto: minijoan / Lizenz
Das winzige Badeschiff vor der Arena ist immer brechend voll, die riesige Spree fast menschenleer, das kann nicht richtig sein. Für eine gleichmässigere Verteilung der Badegäste schlagen wir vor, einfach sauberes Wasser in die Spree zu füllen, das schmutzige Spreewasser dafür ins Badeschiff zu leiten. Wahlweise könnte eine Plakatkampagne zur allgemeinen Schmutzdesensibilisierung der Berliner das Badeplatzproblem lindern. Die Inder baden schliesslich auch im Ganges, und der ist bestimmt noch viel dreckiger.

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