Riesenmaschine

31.07.2005 | 12:46 | Anderswo | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt

Zukunft war früher

Wie es um den ästhetischen Fortschritt in den letzten 35 Jahren bestellt ist, davon kann man sich derzeit im vierten Stock der „Beijing Planning Exhibition Hall" ein Bild machen. Dort ist das begehbare Modell eines „Zukunftshauses" ausgestellt, das die britische Stararchitektin Zaha Hadid entworfen hat (u.a. Vitra-Feuerwache, Weil am Rhein; Contemporary Arts Center, Cincinnati; Stage Design für die Pet Shop Boys World Tour 1999/2000). Das schöne weisse Interieur aus Hartplastik erinnert uns verdammt an die Ausstattung der 1968 bzw. 1971 gedrehten Kubrick-Filme „2001: A Space Odyssey" und „A Clockwork Orange". Ähnlich gestylte Zukunftshäuser (z.B. das "Futuro"-Haus der Finnen Suuronen und Ronkka) waren zu dieser Zeit übrigens auch in Deutschland zu sehen: Auf der ersten (und leider auch letzten) „Internationalen Kunststoffhausstellung", die 1971 in Lüdenscheid stattfand.

Die „Ika `71" warb seinerzeit mit dem Satz „Es ist nicht weit bis Lüdenscheid". Entschieden weiter scheint der Weg zu einer neuen architektonischen Ästhetik zu sein, wie man eben jetzt in Peking, dem Lüdenscheid von heute, deutlich sehen kann. Bis er beschritten worden ist, gehen wir einfach mal davon aus, dass unsere Zukunft in der Vergangenheit liegt, wo sie gerade mal drei Jahre dauerte. Aufregend ist das nicht, besonders nicht für alle, die heute etwas jünger sind. Für die Älteren unter uns (so ab Jahrgang 1950, dem Geburtsjahr von Frau Hadid) aber haben Zukunftsvisionen wie diese etwas anheimelnd Beruhigendes.

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (2)


16.07.2005 | 06:34 | Anderswo

Save Beijing's Cleaning Women

Mit acht grossen Plakaten macht der WWF China gegen die Jagd auf geschützte Tiere Stimmung. Die Plakate hängen an der Einfahrt zu einer Tiefgarage des World Trade Tower (Chinesisch: Guo Mao) in Peking. Vier von ihnen zeigen jeweils einen skrupellosen Jäger. Die vier restlichen Plakate hängen an der gegenüberliegenden Mauer. Hier sind die Opfer des jeweiligen Schützen zu sehen: unter anderem eine kaputt geballerte Reh- und Eisbärenfamilie.

Dass ab und zu eine Putzfrau ins Schussfeld der Jäger gerät, scheint dem sauberen World Wildlife Fund allerdings egal zu sein.
Riesenmaschine meint: Höchste Zeit, dass sich das ändert. Wenn Sie sich in der Sache engagieren wollen, schreiben Sie an den Ehrenpräsidenten des WWF, HRH Prince Philip, The Duke of Edinburgh, Buckingham Palace, London SW1A 1AA, oder rufen Sie ihn an (bitte nur während der üblichen Bürozeiten): +44 (0)20 7930 4832. Stichwort: "Save Bejing's Cleaning Women"

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link


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