Riesenmaschine

12.08.2005 | 14:10 | Sachen kaufen | Papierrascheln

Gamble-Pricing


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Professionelles Glücksspiel bleibt in Deutschland zwar auch weiterhin verboten, als Komponente der Preisgestaltung hat es die Taz jetzt aber in ihre Abo-Konditionen eingeschummelt. Wer sich für das Taz-Neuwahl-Abo entscheidet, erhält bis zum Wahltermin am 18. September die Taz zum Einheitspreis von 50 Euro. Danach verlängert sich das Abo automatisch für ein Jahr, entweder als "schwarzes", "Koalitions-" oder "Wunder-Abo". Der Preis richtet sich dann nach dem Wahlausgang und der anschließenden Regierungskoalition. Sollte der Fall eintreten, und Rot-Grün weiterregieren, beträgt er sage und schreibe 0 Euro, was darauf hindeutet, dass die Taz dieser Konstellation eher geringe Chancen einräumt. Bislang kannten wir diese Gambling-Komponente beim Pricing nur von der Schülerdisco im Jugendclub, wo der Eintrittspreis an der Kasse ausgewürfelt wurde. Dabei liegt das innovative Potential für einen verschnarchten strategischen Sektor auf der Hand, wo Yield-Management bislang als der Weisheit letzter Schluss galt. Ein Supermarktpreis für ein Kilo Kassler, der sich nach der Wettervorhersage richtet; Bierpreise in der Kneipe, die von den Bundesligaergebnissen abhängen – her damit!


11.08.2005 | 15:36 | Sachen kaufen | Selbstversuche

Naseninternes Surren


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Es gehört zu den ureigenen Gelüsten des Menschen, sich sacht surrende Dinge in Körperöffnungen zu schieben, die echten Körperteilen nachempfunden sind. Dass dies nicht zwangsläufig dem Lustgewinn dienen muss, beweist dieser Meta-Nasenhaartrimmer, der für schlappe 10,98 US-$ lästige Nasenhaare entfernt. Im Selbstversuch sorgte das Gerät jedoch lediglich für eine Mischung aus Schmerz und Niesreiz. Der Mensch von Welt schneidet Nasenhaare entweder gar nicht, oder mit der Nagelschere. Basta.


11.08.2005 | 13:36 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Zeppelin Fun


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Schneller, höher, weiter, immer neue Extreme ausloten, ständig Rekorde aufstellen – mit dieser aus den 90ern übriggebliebenen Haltung zu Fun & Freizeitspass können immer weniger Menschen etwas anfangen. Gerade beim Hobby ist die Entschleunigung auf dem Vormarsch. Wunderbarster Ausdruck dieser begrüssenswerten Entwicklung ist der ferngesteuerte Heimzeppelin. Mit drei Motoren und einem Höhenruder kann man das Gerät nach der Befüllung mit handelsüblichem Helium durch die Lüfte steuern. Es transportiert sogar kleine Lasten. Natürlich fliegt es sehr, sehr langsam und regiert aufgrund seiner Grösse (130 cm Länge) eher ungeschmeidig auf Wind. Es ist daher als Indoor-Zeppelin zu betrachten. Dafür kann man es ausdrücklich weltweit bestellen und für einen echten, fliegenden Zeppelin nur 90 Euro zu bezahlen ist ja wohl ein gefühltes Ultraschnäppchen. Jedem seinen Indoor-Zeppelin! Wenn das Cargolifter noch erleben könnte!


11.08.2005 | 05:29 | Supertiere | Alles wird schlechter | Sachen kaufen

Weiterent(en)wicklung


(Foto: chris_starscream, Lizenz)
Ok, Entenhersteller, ihr hattet euren Spaß, aber jetzt ist es genug. Eine Quietscheente, mit der man die Wanne teilen möchte, muss nur drei Kriterien erfüllen: Sie muss a) aussehen wie eine Ente, b) schwimmen können und c) quietschen. Quietscheenten brauchen keine Sonnenbrillen, keine Krawatten, keine Schnorchel (weil Enten auch ohne tauchen können). Sie sollen nicht aussehen wie Teufel, Könige oder Beamte, sondern wie Enten, sie sollen nicht lachen (weil Enten nie lachen), nicht an die Wand genagelt werden, nicht die Farbe wechseln und nicht im Dunkeln leuchten. Und garantiert sollen sie auch nie als USB-Stick eingesetzt werden. Und vor allem, das ist das Wichtigste: Quietscheenten dürfen nie nie nie so aussehen wie ein i-Pod.

Nach Jahren der Quietscheenten-Degeneration wird klar, wohin die Produktentwicklung im 21. Jahrhundert geht: Am Ende wird man mit jedem Gerät alles tun können, nur nicht das, wofür es eigentlich gedacht war. Handys, Outdoorjacken, Schweizer Taschenmesser, Haushunde – alle sind auf dem besten Wege dorthin, wo die Quietscheente bereits angekommen ist. Die Abbildung zeigt aus melancholischen Gründen ein Foto der letzten gut erhaltenen Ur-Ente.

Aleks Scholz | Dauerhafter Link


09.08.2005 | 22:24 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Sittin' on the bay


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Alternde Trendsportler aufgepasst! Wem Skaten zu anstrengend wird, der steigt auf den Rollstuhl um, klar. Was aber tun Surfer? Eine näherliegende, oder vielmehr nähersitzende Antwort auf diese Frage als den Surf Lounger (>Products) kann es kaum geben. Die Firma Duck Diver biegt Surfboards zu Sitzboards um. Unerwarteter Begleiteffekt: neben dem Einsatz für Standunfähige oder gleichgewichtig Herausgeforderte beim Wellenreiten soll man auch ganz gut drauf sitzen können. Und zwar auf dem Trockenen.


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