Riesenmaschine

21.11.2006 | 18:28 | Anderswo | Sachen anziehen

Die besten vollgerotzten Ärmel aller Zeiten

Genauso wie Tausendfüssler nur in feuchten Ritzen stecken, findet man Satire normalerweise nur an bestimmten Orten, die man mit etwas Gespür leicht erkennt. Klo-Innenwand? Ja. Sarg-Innenwand? Nein. FIFA-Tagung? Ja. Astronomen-Tagung? Nein. Ein wenig paradiesisches Biotop für satirische Botschaften sind gemeinhin auch Volksbildungsmassnahmen der Stadtverwaltung Toronto, weswegen das nebenstehende Plakat, gefunden unter anderem in der örtlichen U-Bahn, vermutlich ernst gemeint ist, und einen verzweifelten Versuch darstellt, die Wege von Mikroorganismen (wir reden nicht von Tausendfüsslern) in eine bestimmte Richtung zu lenken. Sucht man nach der Quelle der ingeniösen Ärmelniesidee, so stösst man ohne grosse Umstände auf die Familie Lounsbury aus Ann Arbor (Michigan), die zur Promotion des Ärmelniesens unter dem Label Lounsburgology ein spektakuläres Lehrvideo vertreibt, das mittlerweile in zahlreichen Kinos von Nebraska bis Maine läuft, aber zum Glück auch auf jedem modernen Rechner. Im Internet vertriebene Filme, die Menschen bei albernen Verrichtungen zeigen, das ist schon eher eine Umgebung für Satire, und daher weiss niemand so recht, ob sowohl die Stadtverwaltung Torontos als auch die "Centers for Disease Control" zahlreicher Staaten der USA auf einen Scharlatan hereingefallen sind. Aber solange es zu einem Paradigmenwechsel in der Nieschoreographie führt, soll es uns recht sein. Paradigmenwechsel können nie schaden.

Aleks Scholz | Dauerhafter Link


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"Hier zeigt sich wieder, welch gewaltigen Fehler ihr immer wieder mit dem gnadenlosen Verzicht auf das scharfe S - erscheint das überhaupt im Beitrag? - macht. Aber Hauptsache mal hip sein und aus der Reihe tanzen."
"Ich weiß gar nicht, was alle immer haben. Wenn man ins Archiv sieht, merkt man, dass die Riesenmaschine früher gar nicht viel besser, sondern im Gegenteil schlechter war. Bitte so weitermachen!"
"Wer kuckt denn überhaupt Fernsehen?"

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