Riesenmaschine

04.12.2009 | 17:04 | Berlin | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt

Gasputin und seine Brüder


Klowände, die Klowände der Kohlenstoffwelt (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)

Wer sich in den vergangenen Jahren in Männertoilettenkabinen von Kreuzberger und Neuköllner Kneipen, Cafés oder Restaurants aufgehalten hat, wird unweigerlich "Gasputin" begegnet sein. Gasputin tritt normalerweise gemeinsam mit "Gas Vegas", "Chrislam" und "Gastapo" auf, sein Schöpfer ist unbekannt. Es scheint sich aufgrund der immergleichen Handschrift und Auftragsweise aber um das manische Werk eines Einzeltäters zu handeln, der seine persönlichen 15 Minuten Inspiration und Wortwitz in der Welt verewigt sehen will, vorm handelsüblichen Graffiti aber zurückschreckt.

Vollends und nachhaltig überkommen haben muss es den Gasputin-Mann auf dem Klo des Cafés im Gebäude der taz: Die Original-Trias Gastapo/Gasputin/Gas Vegas steht verblasst in der unteren rechten Ecke, darüber entfaltet sich ein Blumenstrauss des schlechten Wortspielgeschmacks. Dieser Ausbruch gibt zugleich einen Hinweis auf den Ursprung von Gasputin und seinen missratenen Brüdern: Womöglich sind sie das Werk eines frustrierten taz-Redakteurs, dem mit Verweis auf den alten Lehrspruch "No jokes with names" regelmässig von der taz-Schlussredaktion die Kalauer aus dem Blatt redigiert werden und der sich auf diese Weise an der Welt rächen will.


Kommentar #1 von meriat:

für regelmässige taz-leser liest sich das eher wie die mindmapping gewordene inspirationstafel für allfällige artikel-überschriften der nächsten ausgaben

04.12.2009 | 18:19

Kommentar #2 von kai diekmann:

Als taz-Genosse mache ich selbstverständlich keinerlei Urheberrechte geltend!

04.12.2009 | 20:03

Kommentar #3 von slowtiger:

Das sieht aus wie eine Mischung aus Kriki und Seyfried. Letzterer kanns nicht sein, der wohnt nicht mehr in Berlin.

05.12.2009 | 10:16

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