Riesenmaschine

31.12.2005 | 03:01 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Snapy


Verdammtes Drecksviech
Es gibt mehrerlei Spielarten, eine Wespe zu exorzieren. Man kann zum Beispiel das Fenster öffnen und sie bitten, zu gehen. Man kann aber auch mit einem zusammengerollten Nachrichtenmagazin draufhauen. Oder – und das ist wohl die favorisierte Methode – man befleissigt sich einer Postkarte und eines Glases, stülpt und schiebt und entlässt das Mitlebewesen in die Freiheit.
Nun gibt es auch noch Snapy. Es handelt sich dabei um die evolutionär nächste Stufe des Glas-Postkarten-Prinzips. Am Ende eines Plastikgriffs trägt Snapy einen unten offenen Plexiglaskörper, der über das zu exorzierende Insekt gebracht wird. Dann wird vermittels eines simplen Schiebemechanismus der Plexiglaskörper mit einer stichdichten Plastikscheibe verschlossen. Die verdammte Dreckswespe sitzt in der Falle und ist unserer Willkür hilflos ausgesetzt.
Versuche an der hauseigenen Scheibe mussten jahreszeitbedingt bisher ausfallen, doch haben Erstnutzer nicht nur den hohen Funfaktor des Gerätes gelobt. Auch die Guillotinierungsrate, die ja bei der herkömmlichen Methode recht hoch ist, sei zu vernachlässigen gewesen.
Im Übrigen ist die Internetseite des Snapy-Konzerns wirklich und tatsächlich rührend.


Kommentar #1 von irgendwem:

nur so zur Info: das da oben ist eine Hummel, und überhaupt: Wespen werden nur dann zu den "Drecksviechern", wenn man selbst zum Drecksviech wird, vor Hysterie oder Angst oder wasauchimmer und mit vollen Hosen ihnen unhöflich kommt

31.12.2005 | 04:38

Kommentar #2 von hotte:

mein 3-jähriger neffe hat so ein gerät zu weihnachten bekommen. das war ein geschrei unterm baum, weil es nirgends insekten gab zum "retten".

31.12.2005 | 09:49

Kommentar #3 von Daniel:

Die Überschrift müsste natürlich eigentlich "Schni-Schna-Schnappi" lauten. Und ich nehme an, dass das auch das vom Neffen eigentlich gewünschte Geschenk war, nicht?

31.12.2005 | 13:34

Kommentar #4 von irgendwem:

die Überschrift ist vollkommen in Ordnung, weil das Produkt so bescheuert und kindisch klingt wie die Homepage aussieht, ausserdem wäre es bedauerlich, wenn sich dieses Haus den billigen Stabreimen und aufgelegten Zitaten beugen würde, das soll den Werbern, Bloggern, Journos und dem andere Geschmeiss erhalten bleiben, ich habe mir soeben für die langweiligen, sinnlosesten Festtagen des Jahres mal wieder DIE ZEIT gekauft, Himmelherrgott, ward je soviel Unsinn gedruckt? Das komplette DAS LEBEN reine Papiervernichtung, Altpapierattacke,"100 gute Wünsche für das neue Jahr" ("Ein Jahr Jammerpause in Deutschland", unangenehmerweise kenne ich den auch noch, er hat eingedickte Sputumflocken im Mundwinkel), man muss sich nur mal die Fotos und die dazugehörigen Briefe ansehen, "wir haben darüber in der Familie diskutiert", "Mit Woody haben wir im Bett gelacht", "Ich habe keine gerahmten Bilder" (Klaus Goldkuhl), schade dass es für diese Wahnsinnigen keinen Snapy gibt, ok, ich lass sie ja auch nicht in meine Wohnung, und wenn, sag ich: tut mir Leid, Klaus Goldkuhl, ich hab die Wohnung voller Rahmen und Wespen

31.12.2005 | 16:11

Kommentar #5 von irgendwem:

Wunsch Nr 78 ist aber der allerbeste:
"Dass die Fussball-WM ausfällt", Katja Kollmann, Grafikerin Leben

01.01.2006 | 10:33

Kommentar #6 von didi:

"Snapy hat das Potential, Millionen Haushalte zu erobern."
Bloss wurde der Inernetauftritt vermutlich entwickelt als MC Hammer "Can´t touch this" eben frisch rausbrachte und das Bild der Kinder unter Punkt "Anwendung" fällt wohl auch in diese Zeit.
Ergo bin ich mir nun nicht sicher wie die Welteroberung von Snapy seit den 80ern vereitelt werden konnte? Ist es aufgrund des lustigen phaser-verwandten (http://www.xscapesprops.com/Star_Trek_Props_Page1.htm) Ostblockdesigns gepaart mit slovakischer Farbgebung oder ist die Welt für den humanen Umgang mit den Drecksviechern doch noch nicht bereit?

01.02.2006 | 18:21

Kommentar #7 von irgendwem:

Snapy ist toll. Ich habe schon länger einen im Haus und möchte nicht mehr darauf verzichten. Es macht in jedem Fall mehr Spass die "Drecksviecher" einzufangen und freizulassen als die zerquetschten Tiere und deren ausgepresste Innereien von der Wand zu wischen.

27.03.2006 | 16:23

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