Riesenmaschine

13.07.2006 | 10:57 | Fakten und Figuren

Drogen im Vergleich


Pilze als Vorbild
Zu selten treten in der wunderlichen Welt der Wissenschaft Drogen im direkten Vergleichs- und Doppelblindtest gegeneinander an wie in diesem Experiment die beiden scharfen Konkurrenten Ritalin und Pilze. Wie man unter geringstem Einsatz von Forschungsgeldern hätte vorhersagen können, schnitten die Pilze dabei in den Disziplinen "bedeutungsvollste Erfahrung im Leben sein" sowie "Wohlergehen und Gesamtzufriedenheit langfristig steigern" besser ab als das weit abgeschlagene Ritalin. Beim Testen des Experiments auf seine Reproduzierbarkeit – natürlich unter Weglassung aller gefährlichen Zutaten (Augenbinde, klassische Musik) – stellte sich sogar heraus, dass auch in den klassischen Ritalinfächern "Wach machen" und "verbesserte Kommunikation mit dem Konzept Nagetier" die Pilze die kleine feuchte Nase aber so was von vorn haben. Lediglich auf den Gebieten "zum Erledigen der Steuererklärung befähigen" und "problemlose Transportierbarkeit über Landesgrenzen hinweg" vermochte das Ritalin zu überzeugen; in der Kategorie "Wohlgeschmack" nahm keins der beiden Produkte die Testpersonen für sich ein. Es steht also bis auf Weiteres 4:2 für die Pilze. Denk da mal drüber nach, Ritalinhersteller Novartis!


Kommentar #1 von CFB:

Was für mich aus dieser kleinen und vermutlich dilletantisch konzipierten Studie am Ende herauskommt: Dass auch kerngesunde, erfolgreiche und mit beiden Beinen im Leben stehende Amerikaner erheblich von Wirkstoffen profitieren, welche bei Menschen mit psychischen Erkrankungen und Todgeweihten zur Anwendung kommen sollten.
Das spricht dann eher gegen die Amerikaner als für die Pilze/Pillen.

13.07.2006 | 11:39

Kommentar #2 von holgi:

Doppelblindtests bitte ausschliesslich randomisiert. Und in diesem Fall erst recht.

13.07.2006 | 11:51

Kommentar #3 von Holger Ehrlich:

Na klar, Pilze! Ist schon eine komische Vorstellung Hirschragout mit Pillensauce... An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde.

13.07.2006 | 14:20

Kommentar #4 von plastefuchs:

und prompt läuft jetzt auf 3sat "Die Wunderwelt der Pilze"
ihr ollen Trendsetter, ihr

13.07.2006 | 20:26

Kommentar #5 von eckes:

Da Ritalin ein BTM Rezept ist, ist es keineswegs einfach über Landesgrenzen zu transportieren. Angeblich schlagen auch Drogenhunde drauf an... anyways, hier die ganze Wahrheit von Mela.
Gruss
Bernd

14.07.2006 | 05:30

Kommentar #6 von Kathrin:

Ich hab es schon über ziemlich viele Landesgrenzen mitgenommen, und auch Drogenhunden war es bisher egal. Ich nehme halt das BTM-Rezept dazu mit und hoffe, dass das im Zweifelsfall ausreicht. Schliesslich wäre die Riesenmaschine, so Wired, ohne eine zertifizierte Schlafstörung im Gepäck nur halb so erfolgreich.

14.07.2006 | 10:59

Kommentar #7 von CFB:

Ich möchte jetzt nicht zu sehr auf den Amerikanern rumhacken, aber sollten die Drogenspürhunde da bei jedem bisschen Ritalin die Fassung verlieren, könnten die ihren "beruflichen Pflichten" kaum nach kommen. Da wird auch gerne mal ohne richtige Indikation verschrieben und konsumiert (bzw. bei Unmündigen der Konsum erzwungen). Eine zertifizierte Schlafstörung (Narkolepsie?) kann da ja längst nicht jeder vorweisen.
Und ausserdem ist zumindest dort die Wahrscheinlichkeit gross, das die Hunde voll auf Prozac sind, diese deshalb gut drauf und ihnen im Prinzip völlig egal, was die Zweibeiner da in ihren Taschen rumschleppen.

14.07.2006 | 11:29

Kommentar #8 von Kathrin:

Allerdings wurden bei meiner ersten Einreise nach Kanada Abstriche von meinen sämtlichen Plastikkarten genommen. Daher gilt: Kreditkarten nie an Fremde verleihen! Oder wenigstens hinterher gut abwaschen.

14.07.2006 | 11:35

Kommentar #9 von CFB:

Kosmetikspiegel und 100-Irgendwas-Scheine sind dann vermutlich auch no go. Also Permanent-Makeup und ordentlich Münzgeld für die nächste Fernreise.

14.07.2006 | 11:40

Kommentar #10 von Kathrin:

Bei Scheinen geht man davon aus, dass sie hin und wieder mal den Besitzer wechseln und deshalb auch ohne eigenes Verschulden und nicht zuletzt durch Geldzählmaschinen fast alle mit Koks kontaminiert sind. Der Geldkoffer muss also nicht zu Hause bleiben.

14.07.2006 | 11:44

Kommentar #11 von CFB:

Dafür aber die Diamanten aus Afrika. Da klebt nämlich Blut dran, und zwar nicht zu knapp.
Ich habe ein gutes Gefühl, dass das Auswärtige Amt die gesammelten Ratschläge bald in seine Reiseempfehlungen aufnehmen wird.

14.07.2006 | 12:02

Kommentar #12 von irgendwem:

Man braucht übrigens umgekehrt keine BTM-Medikamente, um an der Grenze in Drogen- oder andere Schikanen zu geraten. Wegen eines frei erhältlichen Ecchinacea-Präparates (Kapselformat) wurde ich in Frankreich bereits – anlässlich einer "Stichprobe" hinter der Grenze wohl – einer ausführlichen intérrogation unterzogen, wegen eines Beutel Kreislauftees unterm Sitz(fragt nicht) schlugen die Hunde bei der Einreise in die Schweiz an. Immerhin fanden die Grenzer bei der sehr gründlichen Durchsuchung des Wagens eine Uhr wieder, die ich seit längerem vermisst hatte. Kürzlich gar wurde der Kollege auf einer Geschäftsreise in die USA zum spezialfilzing beiseite gebeten, nur weil er einen Schnauzer hat und ich ihn Ali nannte. Was uns damals bei der Einreise nach Belgien widerfuhr, bloss weil die Jungs lange Haare hatten und ein wenig müde schauten, mag ich gar nicht erzählen, ich höre heute noch das höhnische Schnalzen der Gummihandschuhe.

15.07.2006 | 11:27

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