Riesenmaschine

02.08.2006 | 18:58 | Alles wird besser

Speichel auf Rezept


Speichelfabrik (typähnlich) (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Endlich! Beziehungsweise sehr bald schon wird man künstlichen Speichel kaufen können. Die Pharmafirma BioProgress erbarmt sich dieser unfassbar klaffenden Marktlücke und bringt ein Salivaspray namens HypoSalix auf den Markt. Das war gar nicht so einfach, denn wie alle wissen ist menschlicher Speichel ein kompliziertes Sekret und besteht zudem fast ausschliesslich aus dem komplexen und schwer handhabbaren Chemieprodukt Wasser. Zum einen technologisiert das Speichelspray die alte Kulturtechnik des Anspuckens, der daher eine neue Hochphase vorausgesagt wird. Zum anderen steht mit HypoSalix endlich ein adäquates Mittel gegen die Volkskrankheit Xerostomia (oft auch "trockener Mund" genannt) zur Verfügung, die unter anderem im Zusammenhang mit Krebstherapien oder seltener nach schwerwiegendem Alkoholmissbrauch auftritt. Oder halt einfach wenn der Mund ausgetrocknet ist. Wegen der unberechenbaren Nebenwirkungen von künstlichem Wasser möchte Bioprogress sein Speichelspray verständlicherweise nur gegen ärztliche Verschreibung verkaufen. Salivajunkies, ihr müsst weiterhin am Wasserhahn schnüffeln.


Kommentar #1 von Groove:

Eine einfache Google-Anfrage hätte ergeben, dass es längst schon künstlichen Speichel gibt, z.B. http://www.netdoktor.at/medikamente/suche2/medicaments_details.php?id=3084 . Zurück ans Zeichenbrett, Riesenmaschine!

02.08.2006 | 22:13

Kommentar #2 von CFB:

Gibt es schon! Heisst Glandosane http://www.stada.at/sites/mundpflege.htm und schmeckt zumindest für Unbedürfende unangenehm undefinierbar. Vielleicht so, wie kalter Speichel anderer, die vorher auf einer Orange rumgelutscht haben, als Aerosol schmecken würde.
Detaillierter stellt Euch das mal schön selber vor.
Da das Gustatorische bei Medikamenten ja bislang nur insofern berücksichtigt wurde, als man sie mit Aromen, die in der Lebensmittelherstellung dank suffizient arbeitender Ethikkommissionen (die Hoffnung, dass so etwas tatsächlich existiert, habe ich dank so etwas http://www.abseits.de/biermix.htm allerdings fast schon aufgebeben) und Prüfinstanzen keine Verwendung mehr finden, versetzt hat, ist für die Bedürfenden zu hoffen, dass man bei der neuen Wunderspucke genau diesen Schwachpunkt zu beseitigen wusste.
Ansonsten hoffe ich, dass die Kommentatoren von hier http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20060731145521 sich die Adresse des ersten Links nicht zu genau angucken. Ich ahne ja schon Böses...

02.08.2006 | 22:22

Kommentar #3 von CFB:

Groove hatte gerade noch nichts geschrieben, ich schwöre!

02.08.2006 | 22:25

Kommentar #4 von Aleks:

Jaja, man wird ja wohl einmal mit vollem Enthusiasmus einen wichtigen Speicheltrend verpassen dürfen.

02.08.2006 | 23:19

Kommentar #5 von raketentim:

super! nachdem punks jetzt mit handy und kreditkarte herum laufen, müssen sie sich endlich nicht mehr oral bespucken, sondern können die elegante form des zerstäubers nutzen.

03.08.2006 | 10:14

Kommentar #6 von Schorsch:

@CFB:
Weiss nicht genau, worauf Du mit dem Hinweis auf die Adresse der ersten Links anspielst, aber wenn man dort hingeht, findet man diese Perle:
"Der Mund ist die primäre Schutzbarriere des Körpers gegen Bakterien und Viren. Entzündungen im Mund- und Rachenbereich verursachen eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen mit krankheitserregenden Keimen.
(Chinesisches Sprichwort)"
Frage: Ist nur der zweite Satz das chinesische Sprichwort, oder beide?)

03.08.2006 | 23:15

Kommentar #7 von CFB:

Für China gibt es hier einen ausgewiesenen Experten in Festanstellung, an den die Frage eher zu richten wäre. Vom Bauchgefühl her tippe ich aber auf einen Übersetzungsfehler.
Bei chinesischen Sprichwörtern kommt immer das Wort Aphrodisiakum vor, das ist da nämlich ein grosses Thema. Empirie bei mir im Moment allerdings nur ein kleines.

04.08.2006 | 00:44

Kommentar #8 von Aleks:

Sagen Sie mal, CFB, Sie arbeiten nicht zufällig an einer Bewerbung zum Riesenmaschinenautor? Auf die Idee könnte man kommen.

04.08.2006 | 07:35

Kommentar #9 von CFB:

Nun Aleks, das gäbe dem Ganzen zumindest ein klareres Ziel als meine bisher verwendetet Begründung, ich würde hier schreiben üben.
Aber eine Bewerbung ist doch recht aufdringlich, wenn man eigentlich eingeladen wird, oder?
Aufdringlich sein schickt sich nämlich nicht, das weiss ich gut.
Schriebe ich den Herrschaften Gastgebern aber zu viel, zu lang, wäre ich zu lästig und versaute die Kommentare, würde man mir das bitte sagen? Danke.

04.08.2006 | 11:59

Kommentar #10 von Aleks:

Ja, das würde man sagen, keine Sorge.

04.08.2006 | 16:53

Kommentar #11 von CFB:

Gut, dann arbeite ich mal weiter.

04.08.2006 | 18:32

Kommentar #12 von plastefuchs:

nachdem bereits im Beitrag http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20060728195356 der Begriff "Mundtrockenheit" fiel, hatte ich mir eigentlich vorgenommen das gleichnamige Liedchen von Willy Astor nochmal anzuhören. Leider hab ich das immernoch nicht geschafft. Jedenfalls wäre er sicher ein potentieller Kunde: "Mundtrockenheit is was gar nicht Schönes,
Mundtrockenheit is was Unangenehmes,
Mundtrockenheit, es tuet ma leidll-leidll-leid, mei, is mei Mund trocken heit."

06.08.2006 | 11:27

Kommentar #13 von Kathrin:

Herr/Frau CFB, würden Sie uns bei Gelegenheit Ihre Mailadresse zustecken? Mit diesen "Einladungen" verhält es sich nämlich in Wirklichkeit so ... aber dazu mehr unter vier Augen.

06.08.2006 | 16:33

Kommentar #14 von CFB:

Natürlich gerne, Frau Passig. Ist schon unterwegs.

06.08.2006 | 21:31

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