Riesenmaschine

16.09.2006 | 23:40 | Berlin | Vermutungen über die Welt

Wahl on wheel


Teuer, aber teuer. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Morgen ist Wahl in Berlin und dafür gibt es traditionell Plakatwerbung, auch, wenn die nur eingeschränkt wirkungsvoll zu sein scheint. Viel besser ist TV-Werbung, also bewegte Bilder, und offenbar haben findige CDU-Strategen gedacht, "bewegte Bilder, dafür brauchen wir kein Fernsehen". Dann haben sie einen grossen Haufen LKWs mit Plakaten dran gemietet, die mehrere Wochen in Berlin herumgefahren sind, und zwar überraschenderweise stets zu zweit.

Doch hat sich das überhaupt gelohnt? Laut offizieller Preisliste des Vermieters mit dem Namen Poster on Wheel kostet ein Plakat-LKW samt Fahrer am Tag knapp unter 1.000 Euro und fährt acht Stunden. Wenn wir von sehr optimistischen (man kann ja nicht dauernd mit allen Autos den Kurfürstendamm rauf und runter fahren) 20 Sichtkontakten die Minute ausgehen, ergibt das in acht Stunden 9.600 baud Kontakte. Wir möchten eine Preisreduktion auf 750 Euro je Tag annehmen, mit zwei hintereinanderfahrenden Autos macht das 1.500 Euro am Tag, was wiederum einen Tausendkontaktpreis von 156,25 Euro ergibt.

Zum Vergleich: Eine Seite im Spiegel kostet rund 50.000 Euro und ergibt einen Tausendkontaktpreis von 8,50 Euro; bei einem RTL-Spot liegt er bei etwa 7 Euro, bei Bannerschaltung im Internet sind es bis zu 30 Euro, allerdings bei garantierter Klickrate von 0,1%. Das alles sagt natürlich nichts Verbindliches über die Wirkung der fahrenden Poster, aber mutmasslich einiges über die Wirtschaftskompetenz der CDU.


Kommentar #1 von Henning:

Zumal das ja auch nicht gerade die ökologischste Variante ist. Okay, kümmert die CDU vielleicht nicht, aber mich.

17.09.2006 | 03:50

Kommentar #2 von einem geneigten Leser:

Aber nach dieser Veröffentlichung hier befindet sich der Tausenddingsda hingegen im steilen Sinkflug, das müsst Ihr doch zugeben?

17.09.2006 | 10:34

Kommentar #3 von sascha lobo mit dem handy vom see aus:

mag sein, aber any promotion isn't good promotion. gammelfleisch zum beispiel geht rauf und runter in den medien und trotzdem wird es viel seltener gekauft als früher.

17.09.2006 | 12:16

Kommentar #4 von dem Stachelrochen unter Herrn Lobos Seegefährt:

könnte trotzdem funktionieren, weil: mal was neues! (jaa jetzt kommen wieder irgendwelche experten mit werbe-streitwägen im alten rom oder sowas)
wohingegen hüpfende titten im netz, gayline bei rtl und bumskontakte <strike>im spiegel</strike> in der bildzeitung macht schon lange jeder andere cdu-depp.

17.09.2006 | 14:23

Kommentar #5 von demselben:

<=[
>=]
würd ich machen wenn ich könnte.

17.09.2006 | 14:26

Kommentar #6 von Matthias:

Allerdings wohnen in Berlin schätzungsweise nicht einmal 5% der Spiegelleser, RTL-Gucker etc. Für diese Medien gilt also der zwanzigfache Preis für 1000 Berlin-Kontakte, da sind die fahrenden Plakate schon wieder konkurrenzfähig. Passender wäre der Vergleich mit anderen Lokalmedien...

17.09.2006 | 18:50

Kommentar #7 von Fanta4:

Neulich kam' sie rathaus steglitz mit so nem Fahrteil an, und dabei hab ich mir noch überlegt wie sie sich das leisten können.

18.09.2006 | 22:32

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