Riesenmaschine

29.09.2006 | 20:01 | Anderswo | Essen und Essenzielles

Kein trockenes Auge um Auge


Mach meinen Tag nass, Punk
(Foto von Yaniv Golan)
Mit zunehmender Menschendichte steigt die Anzahl der gesellschaftlich sanktionierten Regeln und Gesetze, um ihr Zusammenleben zu ermöglichen; die persönliche Freiheit des Einzelnen, ebenso wie der physikalische Raum, der ihm zur Verfügung steht, um seinen Fussabdruck reinzumachen, nimmt stetig ab. Der offensichtliche Ausweg, die vielen Menschen wegzumachen, ist aus guten Gründen verboten, und findet daher in der Regel nur in Kunst und Spiel statt, durch Abschaffung der Anderen oder Isolation des Einzelnen. Die Beispiele dafür sind Legion; eins der jüngeren ist StreetWars, gegründet vor zwei Jahren, seitdem in sieben Städten gespielt und soeben in New York zum achten Mal gestartet, bei dem die Mitspieler mit der Wasserpistole Jagd auf ein Opfer machen, während ihnen ihr eigener Spritzkiller im Nacken sitzt. Jeder Spieler bekommt Heim- und Arbeitsanschrift und ein Foto des zu Mordenden, und zahlreiche der Mitspieler verfallen während der Spielwochen in den Komplettsimulationsmodus, treiben sich stundenlang auf Dächern in Ninjakostümen herum und steigen in ihre eigene Wohnung nur noch durchs Badezimmerfenster des Nachbarn ein. Erfolgreiche Killer erledigen als nächstes das Ziel ihres Opfers, bis es am Ende wie im Eliminationsfilm Highlander nur noch einen gibt, weil alle anderen nass sind.


Kommentar #1 von Nachtlicht:

Die Riesenmaschine hatte das fehlende "e" in "erledigen" bereits wenige Stunden nach der Freischaltung gefunden. Da bleibt für mich nur noch der Hinweis auf "zunehmeder Menschendichte". Man beachte zunächst die Schreibweise "zunehmeder". Dann würde die Umschreibung "Dichte der Menschen" die folgende Bezugnahme auf die Menschen mit "ihr" erlauben, oder ist doch das Zusammenleben der Regeln und Gesetze gemeint?

01.10.2006 | 19:52

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