Riesenmaschine

20.12.2006 | 22:35 | Anderswo | Zeichen und Wunder

Netzplanspinnereien HD

Sich über Kleinstädte zu belustigen ist eine Charakterschwäche, die nur noch von Spott über deren Nahverkehrsversorgung unterboten wird. Und wer den neuen Heidelberger Bus- und Bahnlinienplan studiert, wird beim Betrachten der Berliner Netzspinne nur gähnen und sich fragen, welche Kleinodien in anderen innovativen Kleinstädten übersehen werden.

Zeitvertreib für den 20-Minuten-Takt am Sonntag (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die liebevolle Gestaltung der Bushaltestellen am Technologiepark, die überraschend auftauchende S-Bahn, der leider schlecht angebundene Philosophenweg (Philosophers' Way) verheissen schliesslich einen ungezwungenen Umgang mit Weg und Ziel. Die Grafik suggeriert überdies lange, komplizierte Umsteigewege, da werden bei Zugezogenen wie Touristen Erinnerungen an Paris und London geweckt. Darin zeigt sich die Metropolregion Rhein-Neckar (inkl. Mannheim und Ludwigshafen) zukunftsgewandter als in allen Werbungen als Forschungsstandort mit Leuten in Kitteln.
Die Tram nach Kirchheim wie geplant in nur zwei Jahren gebaut, beim WLAN ganz vorne dabei, nur bis zur flächendeckenden Einführung der Teleportation dauert es noch. Daher empfiehlt es sich heute noch, einfach zu laufen, wenn man den Plan gründlich studiert hat.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Innovationsdruck Kleinstadt


Kommentar #1 von Genghis Cohen:

Ohne je in Heidelberg gewesen zu sein, möchte ich die steile These in den Raum stellen, dass die Heidelberger Netzspinne nach Einnahme einer angemessenen Dosis halluzinogener Ergotalkaloide eine nie zuvor erfahrene Qualität der Orientierung in einem komplexen ÖPNV-System ermöglicht. Erst dann tut sich nämlich die Metaebene des Bus-und-Bahnmasterplans auf und man erkennt die durch Haltestellenabstände suggerierten gesellschaftskritischen Zusammenhänge (nach heidelberger Massstäben). Gerne möchte ich dies am Beispiel des Oberbegriffs Bildungswesen demonstrieren: Die Haltestellen Waldorfschule und Bildungszentrum liegen an den beiden Enden der Linie 35 – es sind Antipoden. Linie 5: Auf die Haltestelle Ochsenkopf folgt Berufsschule. Linien 31, 37: Auf die Haltestelle Studentenwohnheim folgt die Kopfklinik. So, den Rest bitte mal selber raussuchen.

22.12.2006 | 00:03

Kommentar #2 von mikel:

Klopfzeichen aus der Provinz
http://kurpfalznotizen.de/klopfzeichen-aus-der-provinz-2.html
schöne Weihnachten noch aus der Kurpfalz nach Berlin

23.12.2006 | 11:33

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