Riesenmaschine

13.09.2007 | 02:02 | Nachtleuchtendes | Essen und Essenzielles

Nieder die Tassen!


Das kleine Frühstück "Wuppertal" (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Wenn Rauchen und Kaffee trinken gut sind, wie gut muss dann erst Rauchen und Kaffeetrinken in Geschirrunion sein! Solche oder ähnlich schwungvolle Gedanken muss der russische Produktdesigner Alexander Lyapunov in sich getragen haben, als er sein Amalgam aus Aschenbecher und Untertasse ersann und hiermit eine Win-Win-Win-Situation entstehen liess: bei innenliegender, illuminierter Zigarette (optionales Zubehör) bleibt der Kaffee heiss, die hässliche Asche unsichtbar – und auf dem bekanntermassen kleinen, runden Existenzialistenfrühstückstisch ist endlich Platz für die Gesamtausgabe von Camus' Tagebüchern.


Kommentar #1 von Albert Rum:

Und mehr noch: Sich dessen bewusst, dass stets der erste Zug an einer Zigarette am besten schmeckt, hat der kluge Kiewer Knobler auch dies in sein Wunderwerk integriert, indem er dafür Sorge trug, dass die Kaffetasse bei jedem Absetzen aufs Neue die Tabaktüte löscht und dem Bohemian ein erneuter erster Zug zu Teil wird. Optimierter Genuss und gleichzeitig ständig präsentes "Verlöschen" – tatsächlich: Existenzialismus pur! Wunderbra!

13.09.2007 | 11:15

Kommentar #2 von Woelkchen:

Ständiges Auslöschen bleibt im Versuch nachzuweisen, weil durch zwei zusätzliche Zigarettenlücken unter der Tasse wahrscheinlich ausreichend Luft nachströmt. Eher ein fall für Groteskexestenzialisten, solche, die drei Zigaretten auf einmal anzünden. Die Trinken dazu aber keine drei Tassen gleichzeitig.

13.09.2007 | 11:45

Kommentar #3 von in stettin:

Was habe ich mich über vollgeaschte Eierschalen in den nachlaufenden Frühstücksdiskussionen ereifert: aber für so eine schicke Lösung hat es nicht gereicht! Bedauerlich, wenn die neuen Rauchverbote den Siegeszug verglimmen lassen...

13.09.2007 | 13:56

Kommentar #4 von von von:

Rauchen und Kaffee sind gut, aber Rauchen und Kaffee ist noch viel besser.

13.09.2007 | 16:10

Kommentar #5 von Marat:

Touche´, allerdings basiert des Existenzialisten Philosophie auf dem Konzept des Absurden und wenn man schon der Welt den Sinn abspricht, warum dann nicht auch der Semantik?

13.09.2007 | 20:44

Kommentar #6 von irgendwem:

Das ist aber richtig, weil es ja einmal eine Aufzählung ist, und das andere Mal zwei Dinge als ein zusammengesetztes Element betrachtet. Für dieses stilistische Mittel gibt es auch einen Fachausdruck, könnte den irgendein Germanist o.ä. bei Gelegenheit liefern?

14.09.2007 | 00:04

Kommentar #7 von Marat:

Gerade weil die Wörter "Rauchen und Kaffee" ein einziges Element bilden, muss der Singular doch herhalten, oder nicht?

14.09.2007 | 00:46

Kommentar #8 von Frau Grasdackel:

Nein, nein. Denn Rauchen ist gut, aber Kaffee ist bäh. Auf meinem Tischchen bleibt die Tasse weg, dafür liegen auf dem umrandeten Aschenbecher köstliche Schokolädchen und Kekschen. Und weil das Ganze noch nicht süss genug ist, gibt es die Briefe von Jean-Paul Sartre an Simone de Beauvoir dazu.

14.09.2007 | 03:17

Kommentar #9 von Albert W. Rum:

Das Verlöschen des Glimmstengels erfolgt allerdings nicht durch Luftmangel, sondern durch simples "Ausquetschen" durch den Tassenboden, von dem zusätzlich während des ganzen Frühstücks hübsche weisse Asche rieselt. Ein gerade in der Vorweihnachtszeit vielleicht nicht ganz unwillkommenes Feature.

14.09.2007 | 11:20

Kommentar #10 von Hellmuth:

Wieso eigentlich nicht "Porzellanunion"?

20.09.2007 | 15:36

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