Riesenmaschine

29.09.2007 | 14:31 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Am Ende der CD


Auch als Vogelscheuche zu bemitleiden: Die CD (Foto: zenera) (Lizenz)
CDs, das waren runde, häufig silbrig glänzende Scheiben zur Datenspeicherung aus den 1990er Jahren. In der ursprünglichen Form wurde ihre Kapazität von immerhin 0.0007 TB häufig mit nur 45 Minuten Musik vergeudet, die anfangs nur auf Geräten für sogenannte Stereoanlagen abzuspielen war. Später wurde sie mangels Alternativen von Menschen, die dafür Zeit hatten, zur Datensicherung eingesetzt. Dazu liess man wegen des starren Formats grosse Teile leer oder versuchte mühselig diese oder jene Datei hinzuzustückeln, damit sich das Brennen auch lohnte. Es soll sogar einige Computerspezialisten gegeben haben, die sie als wiederbespielbares Medium verwendeten. Ebenfalls unnütz war der Einsatz der CD als Untersetzer, sie war eindeutig zu gross und meist unangenehm bedruckt.

Da freut man sich, dass am Ende des ihres Technologiezyklus doch noch jemand etwas Interessantes mit ihr anfangen konnte: Spanische Tüftler haben aus einem handelsüblichen CD-Spieler ein Messgerät zur Hochdurchsatzanalyse von Pestiziden mittels Immunoassays gebaut. Wenig überraschend kann es trotz extra Lasern mit spezialisierten Geräten nicht mithalten, ist aber schön billig. Eines schönen Tages verspricht man sich 300.000 Proben auf einer Scheibe unterzubringen und soll damit Heimdiagnose von Krankheiten durchführen können. Den CD-Spieler also noch zweimal umziehen und dann mutig entsorgen ("Werde sowieso nicht krank"). Zum Werfen sind Floppies sowieso besser geeignet.


Kommentar #1 von Wolfgang Hömig-Groß:

... meine auch, vor Jahren mal in einer Fachzeitschrift für Amateurastronomen eine Bauanleitung gesehen zu haben, wie man aus CD-Resten (Splittern etc.) einen Spektrographen baut. Doch der Tod des Wirtes ist ja immer auch der Tod des Parasiten oder Symbionten. Mit DVDs geht das bestimmt nicht, von wegen andere Wellenlänge, flachere Pits, kürzere Lands und so.

29.09.2007 | 17:50

Kommentar #2 von Roland:

Wohl nicht, man hofft auf Laser mit kürzeren Wellenlängen in DVD-Spielern. Aber die Zeit der DVD dürfte auch schon zu Ende sein.

29.09.2007 | 18:29

Kommentar #3 von kikkoman:

Die Diskette ist tot. Es lebe die Diskette!

29.09.2007 | 20:09

Kommentar #4 von Klugscheißer:

74 Minuten passen auf eine Audio CD. Nicht 45.

30.09.2007 | 19:56

Kommentar #5 von irgendwem:

Deswegen ist es ja auch Vergeudung, wenn man nur 45 Minuten draufpackt. Nächstes Mal vielleicht erst ein bisschen nachdenken, dann kommentieren.

30.09.2007 | 20:35

Kommentar #6 von blauminus:

man kann ja auch mal auf einer bananenschale ausrutschen @irgendwem,bitte um kommentar

30.09.2007 | 23:48

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