Riesenmaschine

02.03.2009 | 15:35 | Essen und Essenzielles

Das Salz der Erde


Was hier fehlt, ist Umami (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Dass das Dax-gelistete Unternehmen K+S immer irgendwie unterhalb der Wahrnehmungsschwelle durchflutscht, hat womöglich auch etwas mit seinem völlig vergurkten und amorphen Markenauftritt zu tun. Der Name klingt so lieblos ausgedacht wie der einer Briefkastenfirma auf den Caymans: ungetröstet und trostlos. Das Logo sieht aus wie von den Stadtwerken oder einer Betriebskrankenkasse: als sei ihm niemand übers Haar gefahren. Und die Anzeigenmotive produzieren kognitive Dissonanzen viel schlimmer als das Wort "grün" geschrieben in roter Farbe. Die Auflösung der Text-Bild-Schere im vorliegenden Fall besteht übrigens darin, dass K+S "in Europa und Südamerika" Salzvorkommen abbaut. Mit ähnlich stringenter Herleitung hätte man doch zumindest und ebenso gut auch eine Abbildung vom Obersalzberg hineinpraktizieren können.


Kommentar #1 von Blumenizer:

Im Hintergrund sieht man den Zuckerhut, was dann doch eine gewisse Pfiffigkeit hat.

02.03.2009 | 17:26

Kommentar #2 von Dr. Bob:

Das Problem bei 'Kali-und-Salz' ist nicht, dass schlechte PR oder Werbung machen, sondern dass sie überhaupt was in dieser Richtung machen. Weder für die Kunden- noch die Aktionärsseite würde dies eine Verbesserung bringen. Die verbrennen nur Geld, weil so'n Agenturfutzi was mit der Tochter vom Aufsichtsrat hat. Der wiederum spielt Tennis mit so'n Hansel von der Druckerei. Und der hat gehört, dass man solche Aktivitäten als Aufwendungen in der 'GuV' aufführen kann. Genau wie Geschäftsreisen nach Sao Paulo und die Bewirtung von Politikern genau an diesem Ort. Aber Achtung: Das gilt nicht für Journalisten! ... in Sachen Abzugsfähigkeit. Mitnehmen kann man sie schon.

02.03.2009 | 18:15

Kommentar #3 von irgendwem:

Wieso? Werbung führt zu grösserer Bekanntheit der Firma, führt zu mehr Interesse an den Aktien, führt zu steigendem Aktienkurs.

02.03.2009 | 18:25

Kommentar #4 von Horst_Hirst:

Ich gehe in einer halben Stunden zur wöchentlichen Probe des evangelischen Posaunenchors und treffe dort den Mann, der bei k+s den Messestand für Absolventen und Schulen bestückt. Soll ich ihm ausrichten, dass die Anzeigen scheisse sind, so face-to-face?

02.03.2009 | 18:41

Kommentar #5 von Sypholux:

Wieso? Steigender Aktienkurs führt zu mehr Wachstumsdruck, führt zu Verlagerung der Salzproduktion nach China, führt zu riesigen Fabriken (sweat shops), wo das Salz direkt aus Chinesenkörpern gewonnen wird.

02.03.2009 | 18:55

Kommentar #6 von irgendwem:

Soylent Green ist Menschenfleisch!

02.03.2009 | 20:11

Kommentar #7 von Salzinger:

Meine Tante hat ihr halbes Leben bei Kali+Salz gearbeitet, daher war mir der Name immer ein Begriff... was das für ein Riesenkonzern ist, ist mir erst vor ein paar Jahren klar geworden.

03.03.2009 | 10:19

Kommentar #8 von Horst_Hirst:

Beschickt, den Messestand beschickt, wollte ich da oben in #4 eigentlich sagen, peinlich.

03.03.2009 | 10:37

Kommentar #9 von S.Lette:

Meine Tante, #7, ist kein Riesenkonzern. Aber ihr Körper ist ein Wunderwerk der Natur. Er besteht zu
Ach. Lassen wir das.

03.03.2009 | 19:25

Kommentar #10 von Sally Loth:

Kommentar: Immer schön locker bleiben!
Gehalt: 60 % aus Wasser.

03.03.2009 | 19:29

Kommentar #11 von Gruss aus:

Unter der Wahrnehmungsschwelle stimmt nicht! Unter dem Harzgebirge gräbt die Firma riesige Hallen, wie die Minen von Moria, in denen es je tiefer je wärmer ist (50 Grad und mehr).
Kam mal auf Spiegel-TV.
Würde ich gerne in echt besichtigen.

05.03.2009 | 12:21

Kommentar #12 von M:

Wenn man diversen Internetgerüchten glauben schenkt dann lagert die Firma in diesen Minen von Moria Unmengen an Giftmüll ein, der zum Teil sogar aus dem Ausland importiert wird. DAS nenne ich mal schlechte PR.

09.03.2009 | 16:30

Kommentar #13 von Dr. Bob:

Hier die neuste Bilanzmeldung:
Höhere Kalipreise sorgten für einen Umsatzsprung um 43,4 Prozent auf 4,794 Milliarden Euro, teilte der K+S mit. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern legte auf 1,343 (0,286) Milliarden Euro zu. Auch der bereinigte Gewinn erhöhte sich kräftig auf 979,3 (175,3) Millionen Euro.
K+S verfehlte aber seine mehrfach gekappten eigenen Ziele sowie die Erwartungen von Analysten deutlich. Die Dividende soll auf 2,40 (2,00) Euro je Aktie erhöht werden.
Aufgabe für #3: Nachschlagen, was ein Oligopol ist.

12.03.2009 | 09:46

Kommentar #14 von der Michel (http://bumsbutzener-gumpfen.blogspot.com/):

@ Blumenizer
Was hat jetzt gleich nochmal der Zuckerhut mit kali+salz zu tun? Ist das eine Anspielung auf die reichhaltigen, aber recht instabilen Zuckerflöze unter der Altstadt von Rio d. J.?
Übrigens wirbt das von der K+S betriebende Erlebnisbergwerk mit dem Slogan "Die Welt des weissen Goldes".
Damit wäre dann auch wieder die Brücke nach Südamerika geschlagen – irgendwie.

16.03.2009 | 20:58

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