Riesenmaschine

13.01.2010 | 11:24 | Supertiere | Alles wird besser

Wald aufräumen, Fluss putzen


Räumpilz im Walwald (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Das 20. Jahrhundert, weiss ja jeder, war die Zeit, in der alle überall Müll machten und hinwarfen. Öl wurde in Flüsse gegossen, Plastiktüten wurden ins Meer und Granaten in Gräben geworfen, bis alles vollgerümpelt war mit Kram von der Molekülgrösse an aufwärts. Im viel moderneren 21. Jahrhundert hingegen findet das Vollstellen der Welt bekanntlich online statt, und der Abfall wird zum Abholen ins Blog gestellt. Das funktioniert auch wunderbar, aber derweil liegen die Altlasten des letztes Jahrhunderts noch überall blöd in der Realität rum. Schlimmer noch, die Müllmänner, die zum Aufräumen eingesetzt werden, sehen oft schändlicher aus als das, was wegzuräumen sie anrückten. Da kommt eine Entwicklung wie die walförmige Garteninsel von Vincent Callebaut, die beim Rumschwimmen Flüsse entgiftet, natürlich grade recht, und ist hoffentlich nur die Vorhut einer ganzen Zukunftsarmee der schönen Nützlichkeit. Eisbärförmige Kühlschränke, die die Arktis wieder zufrieren, fliegende Pilze, die den Müll aus Wald und Flur saugen, und Riesenkalmar-U-Boote, die sich von Plastiktüteninseln ernähren. Darüber wird dann natürlich leider überall gebloggt, aber das soll sich dann das 22. Jahrhundert überlegen, wie es damit klar kommt.

(via Inhabitat)


Kommentar #1 von Schnauzbart:

2010 geht schon los – bem-vindo faxineiro venha vira-lata.
Und der ganze Schrott, der bei der Produktion der ganzen Schrott- und Müllvertilger produziert wird, wird dann erstmal verteilt, um Vertilger zu entwickeln. Das schöne am Hinternetz dagegen ist ja, dass vglw. wenig Schrott sich physisch manifestiert, obwohl der Schrottanteil sehr hoch ist, höher als in der echten Welt.
Minha mae é empacotadeira nas Casas Bahia.

13.01.2010 | 12:51

Kommentar #2 von irgendjemandem:

Dürfen auf die Walinsel nur Wissenschaftler oder wohnen da auch normale Leute drauf? Ich wollte schon immer mal in einem Wal wohnen, und auf einem Fluss, aber dachte bis jetzt immer, beides ginge nicht, ohne zwischenzeitlich auch an einem Hubschrauber hängend in der Luft und von dann an im Meer zu wohnen.

13.01.2010 | 23:06

Kommentar #3 von Jormason:

Wie geil! Das Teil sieht wirklich cool aus!
Hehe @schnauzbart voce vai vira- lata pra qem?
Was du da anschneidest is aber net so schlecht und vielleicht sollten wir es unseren deutschen Mitbloggern erklären, oder?
Was ein Catadore so macht? Braucht man nicht allzu kompliziertes Zeugs wie oben....sieht aber schön aus!

13.01.2010 | 23:42

Kommentar #4 von Schnauzbart:

Problem: Wer so arm ist, dass er sich Strassenköter leistet, hat auch genug Strassenmenschen, die den Müll bis zum letzten Rest zerpflücken und sortieren. Und wieder ein andererseits – dass diese Strassenmenschen, wenn sie aus der Selbstständigkeit aufsteigen, gerne mal Casas Bahia einpacken: und zwar Müll mit Müll.
Besser wäre, alle Menschen sässen dauernd im Internet, da entsteht dann nur virtueller Müll q.e.d.

15.01.2010 | 13:22

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