Riesenmaschine

14.10.2005 | 04:19 | Was fehlt

Ankündigung


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Hier entsteht bald ein Beitrag über die sich verstärkende Wechselwirkung von Prokrastination und Provisorien.


12.10.2005 | 18:35 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Heisser Stuhl


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Über BoingBoing erfahren wir von der neuen Funktionsdopplungskönigin, dem Sesselherd. Die verhältnismässig wirre Skateboarder-Designklitsche Vestal Design baut dieses – selbstredend im Stadium des singulären Prototyps befindliche – Gerät namens DoubleSpace, das aus der japanischen Designphilosophie beeinflusst wurde. Und damit auch von den japanischen Quadratmeterpreisen in Wohnungen. Die einfache Formel hinter der Idee: Man kocht und sitzt nie gleichzeitig. Ein durchaus nachvollziehbarer Gedanke, auch wenn der Autor vermutlich noch nie "Kostbare Hühnerbrühe" gekocht hat (empfohlene Garzeit: vierundzwanzig Stunden). Aber ein ganz anderer Gedanke drängt sich nach ungefähr zwanzigminütiger Betrachtung des hypnotischen Drehmechanismus auf. Jeder zweite Neuwagen hat eine Sitzheizung, im Winter eine der besten Erfindungen der gesamten Autowelt. Warum setzt sich eigentlich der beheizbare Sessel nicht durch (ein Google-Treffer)?


11.10.2005 | 19:15 | Berlin | Nachtleuchtendes

Blinkenlights 2.0


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
2002 und 2003 2001 und 2002 gab es in Berlin eine Lichtinstallation namens Blinkenlights, bei dem die Fenster des Haus des Lehrers am Alexanderplatz als Pixel für einen Riesenbildschirm benutzt wurden. Dabei konnte man auch interaktiv mit dem Handy verschiedene Spiele steuern, zum Beispiel Pong (die nebenstehende BreakOut Animation ist von Simon Deffner). Wie wir von Netzpolitik.org erfahren, wird es vom 13. bis zum 19. Oktober anlässlich des Festival of Lights in Berlin wieder die Blinkenlights-Installation geben, mit eingebauten Dimmern für die Graustufendarstellung. Wie auch schon damals wird Berlin als progressives Zentrum von ganz schön vielem gefeiert werden, zum Beispiel von Medienkunst, urbanem Witz und überhaupt. Oft übersehen (insbesondere von der Berliner Regionalpresse) wurde von der Presse damals, dass es in Brüssel bereits zur Jahrtausendwende ein Vorgängerprojekt namens Marnix 2001 gab, bei dem ein Bankgebäude sogar mit einem Fensterpixel-Farbbildschirm ausgerüstet wurde. Aber auch das war nicht das erste Displaygebäude: Neben schwer zu überprüfenden Gerüchten, Anfang der 90er hätte es im Londoner Canary Wharf ein Hochhaus gegeben, das Werbung mit beleuchteten Fenstern als Pixel gemacht hat, gibt es die gesicherte Information, dass am MIT in Cambrigde ein Universitätsgebäude bereits 1993 als Bildschirm inszeniert wurde. Glaubt man aber Erich von Däniken, so ist auch das epigonal. In Südamerika soll es nämlich ein riesiges Feld von regelmässig angeordneten Steineinbuchtungen geben, in denen jeweils kleine Feuer entzündet wurden, um den Ausserirdischen so Pixelbotschaften zukommen zu lassen (Quelle: Fernsehsendung in den 90er Jahren).

Update: Hier gibt es eine Webcam, die auf das Haus des Lehrers gerichtet ist.


11.10.2005 | 16:57 | Berlin | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt

Zwischenmenschlichkeiten


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)

(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Schaut man genau hin, so gibt es für Erfinder noch immer drängende Probleme rund um zwischenmenschliche Beziehungen zu lösen. Da wäre etwa die vielbeschworene Lagerfeuerromantik, die schon manchem Jugendlichen im Zeltlager die Entblumung brachte und generell Knutschen und all das zu fördern in der Lage ist, aber in den entscheidenden Momenten oft nicht oder nicht schnell genug zur Hand ist. Denn bisher waren Lagerfeuer eine weitgehend immobile und zeitraubende Angelegenheit. Nun aber legt Künstler Sandro Porcu* endlich das Instant Campfire vor, eingeschweisst in Plastik, aus brandfreudigem Birkenholz, komplett mit Streichhölzern.
Von der Transportromantik zur Ballsportromantik – das untere Kunstwerk löst ein altes Prioritätenproblem für viele Männer und verbindet die schönste Sache der Welt mit der schönsten Nebensache der Welt. Es handelt sich um einen Fussball mit einer Kautschukmuschi darin. Über die Botschaft dieses Werks kann man hervorragend spekulieren; ein Votum pro Damenfussball ist ebenso möglich wie Kritik an der bithematischen Fixierung des Kulturpatriarchats oder dass der vielzitierte Scheidepunkt inzwischen ein Scheideball ist. Vielleicht heisst es aber auch nur, dass Kunstwerke mit Muschi besonders gut gehen.

* beide Werke gesehen auf dem Berliner Kunstsalon 2005


10.10.2005 | 00:19 | Alles wird besser | Fakten und Figuren | Zeichen und Wunder

Krass – Fahrrad fährt 1/4 Lichtgeschwindigkeit!


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Gäbe es bei der Riesenmaschine einen internen Wettbewerb um die reisserischste wahre Überschrift – ich hätte ihn wohl soeben gewonnen. Dabei habe ich noch untertrieben, denn mit dem Fahrrad wurde mehr als ein Viertel Lichtgeschwindigkeit erreicht: Es ist nun genau zehn Jahre her, als Fred Rompelberg 268,831 km/h im Windschatten eines Autos fuhr. Bis vor kurzem hätte das nicht für die Überschrift gereicht – jetzt aber ist es Forschern in Berkeley gelungen, mit einem Laser sowie einem komplizierten Verfahren Licht bei Zimmertemperatur auf eine Geschwindigkeit von 245 Metern pro Sekunde zu entschleunigen, was etwa 880 Stundenkilometern entspricht (gefunden bei digg). Man kann nun argumentieren, dass unter Lichtgeschwindigkeit gemeinhin diejenige im Vakuum verstanden wird, also eine Milliarde Stundenkilometer. Aber mit der Überschrift "Krass – Fahrrad fährt ein dreikommasiebenmillionstel Lichtgeschwindigkeit" hätte ich vermutlich keinen Blumentopf geschossen. Wie es sich für einen topreisserischen Artikel gehört, hat das Bild weder mit dem '95 aufgestellten Rekord noch mit den kalifornischen Forschern zu tun, sondern ist die Photoshop-Schimäre des Designers Scott Robertson (hier die komplette, sehr schmucke Serie "Venom").


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