14.07.2005 | 18:44 | Anderswo | Supertiere
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Ameisenforscher haben es schwer, denn ihre Probanden erschaffen zwar hierarchische Staaten, aber wollen einfach nicht hören und schon gar nicht auf ihre Namen. Damit man sie trotzdem auseinanderhalten kann, muss man sie lustig markieren, was übrigens mit einem 1-haarigen Pinsel geschieht. Dieses hochinteressante Beweisbild wäre aber der Welt verborgen geblieben, wenn es nicht den dritten Platz belegt hätte. Und zwar in der First Annual Art of Science Competition der umtriebigen Princeton University. Die Online Gallery zeigt eine Reihe von wirklich schönen Bildern, die aus den verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen stammen, von Anorganischer Chemie bis Wahrnehmungspsychologie. Der Wettbewerb ist ein weiterer Hinweis auf eins der Prinzipien der Riesenmaschine: Vieles hängt mit Vielem zusammen. Zum Beispiel Ameisen und Kunst.
14.07.2005 | 18:17 | Nachtleuchtendes | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Eine Firma, die sich Spacelightning nennt, kann nicht grundschlecht sein. Diese hier versucht sogar, durch innovative Lampen das Leben erträglicher zu machen. Etwa durch diese schlicht "vase" genannte Vase. Die auch eine Lampe ist, bzw. eben eine Lampenvase, Vasenlampe, wie auch immer. Funktion und Idee der Vasenlampe leuchten sofort ein, man ertappt sich beim Wunsch, zu Hause mit einer Vielzahl dieser schlichten Leuchtmittel gleichzeitig das Pflanzen- und das Lampenproblem lösen zu wollen.
Erst viel später, die den Blick trübende Faszination der beliebten Funktionsdopplung hat inzwischen nachgelassen, bemerkt man, dass die Designer vergessen haben, einen Sinn einzubauen. Warum soll eine Vase leuchten? Warum sollen in einer Lampe Blumen wachsen? An dieser Stelle hilft uns die Universalrechtfertigung aller Innovatoren weltweit: "Weil es geht".
13.07.2005 | 15:42 | Nachtleuchtendes | Alles wird besser | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wie wir von der handtuchhalterförmigen Heizung wissen, freut sich der Designer, wenn ein Gegenstand zwei Funktionen hat. Zwei der wichtigsten Wohntätigkeiten werden durch den Kronleuchter "Glasklasen" des schwedischen Designbüros Nasielsky endlich miteinander verbunden: sehen und trinken. Der Lüster besteht neben der Glühbirne aus einem Gestell, in das beliebige Gläser hineingehängt werden können – mit ihrer Farbe und Form beeinflussen sie das entstehende Licht. Folgender Dialog ist ab sofort also kein Unsinn mehr: "Es ist so dunkel bei Dir" – "Dann lass uns ein Gläschen Whisky trinken".
13.07.2005 | 14:24 | Alles wird besser | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)In der Schnittmenge von Industriedesign und Möbelgestaltung treffen sich auch Wissenschaft und Geschmack. Das gilt ganz besonders für blobjects, also die Ergebnisse des seit den 90er anhaltenden Trends für die "Neue Fluidität" im Design (die dazugehörige Austellung geht in diesen Minuten im San Jose Museum of Art zu Ende). Nebenstehend zu sehen ist Marc Newsons "Lockheed Lounge", der mit Namen und Design zeigt, woher der Wind weht – nämlich aus dem Flugzeug und dessen aerodynamischer Formgebung.
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) Wohin dieser Trend führt, der bei Möbeln und Accessoires inzwischen auch durch die niederen Preissegmente getrieben wurde, ist schwer abzusehen. Wenn man sich aber die ebenfalls in der genannten Ausstellung befindlichen bunten Lampen ansieht, dann ahnt man: der Warnaufkleber "Bitte nicht anlecken" könnte in der Zukunft eine wichtige Rolle im Möbelgeschäft spielen.
13.07.2005 | 10:48 | Berlin | Sachen anziehen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) Der aufmerksame Betrachter urbanen Lebens wird diesen Sommer am neuen modischen Drama nicht vorbeigesehen haben können. Hawaiihemden sind nicht länger deutliches Zeichen der sozial benachteiligten oder sehschwachen Schichten, nein, in diesem Sommer kann jeder Geschmacksverirrte unabhängig von Haushalts-Nettoeinkommen und Dioptrien-Wert zum Hawaiihemd greifen. Schlimmer noch das Hawaiiaccessoire wie die Blumenkette, in seiner traurigen Gesamtheit zu bestellen bei tikimaster.com oder dem deutschen, preiswerteren Falksson-Shop.
Mit der textilen Tragödie rollt auch ein kultureller und gastronomischer Tiki-Tsunami durch die Städte. Obwohl niemand so genau weiss, wie Tiki schmeckt, scheint Tiki das neue TexMex zu sein: bald wird es Tropical Whatever und Pina Cococolada oder Ähnliches auch in Göttingen und Heidelberg geben.
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Klar ist, dass Hawaii das Next Big Thing sein wird. Das Prinzip Riesenmaschine zeigt aber erstmals unmissverständlich, warum das so ist. Nach dieser GfK-Studie (PDF) sind die wichtigsten Kunden 30 bis 40jährige Frauen – denn sie kaufen nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder und Männer ein und bestimmen so das textile Stadtbild. Diese Frauen wurden in den 70er Jahren sozialisiert, und wenn man sich das massgebliche Sozialisiationsinstrument für Mädchen ansieht, weiss man, wo der aktuelle Hawaiitrend seine Wurzeln hat. (Nebenstehend eine "Barbie Hawaii", Erscheinungsdatum in Deutschland 1975).
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Rillenteer
- Anklickverben
- Bahn-Bashing (geht wieder)
- Kilber Grübelnuss
SO NICHT:
- Bierernster Schleimredling
- Halbgares
- rudimentäre Gurke
- Arbeitgeberweihnacht
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Mojin - The Lost Legend", Wuershan (2015)
Plus: 14, 22, 33, 66, 69, 73, 80, 82, 94, 96 Minus: 15, 39, 46, 93, 102, 147, 195 Gesamt: 3 Punkte
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