Riesenmaschine

11.11.2007 | 03:40 | Supertiere | Alles wird besser

Farben Farben Farben


Nur knapp 80 Jahre nach der Erfindung des Farbfernsehens sind jetzt auch Mäusehirne bunt. Laborwissenschaftler, in engen Käfigen gehalten von Harvard, haben es geschafft, vormals graue Proteine in den Farben des Regenbogens zum Leuchten zu bringen und so die graue Hirnmasse in ein buntes Wirrwarr zu verwandeln. Toll! Jetzt hat man abends also schon die Wahl zwischen Farbfernsehen, Waschmaschine (Buntwäsche) und Mausehirn aufschneiden.


08.11.2007 | 20:34 | Berlin | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Vom Deutschen Wesen kann die Welt genesen


In der Schönhauser Allee in Berlin Prenzlauer Berg hat ein Gastronom eine pollereinbeziehende Tischlösung entworfen. Auf die Reaktion des zuständigen Bauamts kann man gespannt sein. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Seit der Wende benötigt die deutsche Volksseele alle fünf Jahre die Rückversicherung, dass sie sich vom früheren Schwermut vollkommen losgesagt hat und nun geradezu von mediterranem, weltoffenem Geist, Flair und besonders Jenesaisquois durchdrungen ist. 1995 schaffte man sich den von Christo verpackten Reichstag an, um den viele Wochen lang biertrinkende Menschen espriten. 2000 stimmte man in die Fin-de-Siècle-Euphorie ein; die Befürchtung, auch in deutschen Qualitätsmaschinen könne etwas falsch programmiert sein, was zum Absturz der gesamten Welt führen könnte, verbunden mit gigantomanen Now-or-Never-Silvesterfeiern zeigten die deutliche Abkehr vom deutschen Wesen. 2006 mit langem Vorlauf prallte schliesslich die Weltmeisterschaft als Fest der Völker wie ein Rammbock in die grunddeutsche Gefühlstrias aus Niedergeschlagenheit, Arbeitsfixierung und Seriosität: der Gipfel des Nichtdeutschtums war erreicht, lustigerweise begleitet von einer Shrillion deutschen Flaggen, in China hergestellt, an japanische Autos angebracht. Wie könnte es nun weitergehen?

Dezentral vielleicht. Die sich selbst beauftragende Kommunikationskampagne gegen allzu Deutsche Umtriebe wird in Zukunft nicht mehr mit 3 Millionen Menschen am Brandenburger Tor ausgefochten bzw. ausgetrunken, sondern stürzt sich auf eine Vielzahl von Alltagsbegebenheiten. Einfach auch mal ohne Anlass fünf grade sein lassen und zwei Sekt auf Eis bestellen! Mit den Gegebenheiten zurechtkommen, sich nicht beschweren, dass ausgerechnet ein Granitpoller dort steht, wo man den Tisch hinstellen wollte! Sondern drübergezimmert, egalgefunden, ein Kaltgetränk geordert und dann wird pünktlich zum Feierabend in Kleingruppen laisserfairt.


08.11.2007 | 10:27 | Nachtleuchtendes | Alles wird besser

Reiten gen Sonnenaufgang


Wir müssen trotzdem alle sterben.
Foto, Lizenz
Aus Protest wird hier kein Wort über die Entdeckung wieder eines neuen Planeten stehen. Schnauze voll von einer Planetenfinderei, die wie chinesische Wasserfolter funktioniert, alle paar Tage mal ein Tropfen, zum Wahnsinnigwerden. "Jetzt so ähnlich wie die Erde!", "Jetzt noch erdähnlicher als zuvor!", "Kaum ein Unterschied noch zur Erde (vielleicht)!", wie Waschmittelwerbung prasseln die Schlagzeilen auf uns ein. Derart angewidert, verzichten wir diesmal sogar auf einen Link auf die neueste Meldung, waren ohnehin Amerikaner. Linkstreik, der neue Hungerstreik.

Stattdessen verlinkt und empfohlen sei die enthusiastische Auseinandersetzung mit Gegenwart und Zukunft der Planetensuche, abgedruckt am Dienstag im Guardian. Der Report, im wesentlichen entstanden im Staff Commons Room der School of Physics & Astronomy in St. Andrews, belegt anschaulich, wie froh man sein muss, in Zeiten zu leben, in denen bodenständige Wissenschaftler sich mit Fragen befassen, die Leuten wie, sagen wir, Isaac Asimov zu spekulativ gewesen wären. Wir sind nur ein paar Jahre davon entfernt zu wissen, wieviele Erden es in der Galaxie gibt und noch ein paar Jahre von der Möglichkeit, diese Erden auf Lebensvoraussetzungen zu überprüfen. Die ersten Pfeiler der Drake-Formel, jahrzehntelang umkämpft, werden fallen. Die Tatsache, dass dies alles real ist, die Industrie, die mittlerweile an der Planetensuche hängt, die lauernden Satelliten, die Armada an Helfershelfern, Millionen Zeilen Code, nur um sie zu finden, macht es soviel besser als Raumschiff Enterprise.

Dann wieder jedoch: Warum der Aufwand? Warum können wir nicht einfach hier rumsitzen, Bier trinken und warten, bis sie uns finden?


06.11.2007 | 15:35 | Alles wird besser | Was fehlt | Listen

Wollt ihr den total nachhaltigen Krieg?


Ferner sollten für Kriegsgedenkstätten keine vom Aussterben bedrohten Stein- und Metallarten verwendet werden. (Foto: kubina) (Lizenz)
Keine Woche ohne Uno-Gedenktag, und deswegen ist am 6. November seit 2001 der nach Uno-Resolution 56/4 verfügte Internationale Tag für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten. Denn, hey: Nichts gegen Krieg. Aber auf die Umwelt sollte man schon achten!

Die Redaktion der Riesenmaschine fordert daher: 1. Keine Minen in Pandaschutzgebieten vergraben. 2. Agent Orange nur noch im Herbst verwenden und nicht bei Nadelbäumen (nicht artgerecht) 3. Schluss mit dem Individualverkehr: Keine Panzer, sondern Geschütze auf Zügen. 4. Wenn doch Panzer: Alternative Kraftstoffe wie Biodiesel nutzen; ausserdem sitzen in so einem Panzer oft nur wenige Soldaten: Fahrgemeinschaften bilden! 5. Bodybags aus Jute. 6. Keine Atombomben mehr, lieber Solar- oder Windkraftbomben. 7. Nur noch solarbetriebene Jets verwenden, statt den alten kerosinfressenden F-16s. 8. Umweltneutrale Angriffe – wer versehentlich einen Wald zerbombt, muss zum Ausgleich eine Autofabrik zerstören. 9. Bei Maschinengewehren eine Spartaste einbauen, für wenn man mal gar nicht SO oft schiessen muss. 10. Oder einfach besser zielen. 11. Und die Patronen hinterher wieder einsammeln, der nächste Krieg kommt bestimmt.


05.11.2007 | 02:58 | Supertiere | Alles wird besser

Run, Supermaus, Run

Mäuse werden immer besser. Nicht nur halten sie mittlerweile doppelt so lang wie ihre nicht genmanipulierten Vorgängermodelle, nein, jetzt sind die neuen Versionen auch noch stärker und schneller: PEPCK-Cmus-Mäuse, eine neue Produktlinie, entwickelt an der Case Western Reserve University, rennen vier Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von 20 Meter pro Minute, was insgesamt einer Distanz von knapp fünf Kilometern entspricht. Zum Vergleich: Mäuse, die im herkömmlichen Betriebsprozess durch sogenannte natürliche Auslese hergestellt werden, steigen nach 200 Metern entnervt vom Laufband. Kann natürlich auch einfach heissen, dass moderne Mäuse ein bisschen dämlich sind, ich meine, vier Stunden auf dem Laufband?


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"L Change the World", Hideo Nakata (2008)

Plus: 13, 83
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Gesamt: -11 Punkte


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