Riesenmaschine

01.10.2005 | 19:11 | Anderswo | Fakten und Figuren

Wissenswertes über Kanada


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Als das Buch "Deutsche Stars: 50 Innovationen, die jeder kennen sollte" erschien, war man im Ausland mässig begeistert über dessen Behauptungen, deutsche Erfinder hätten von der Glühbirne über den Teebeutel bis hin zum Telefon und dem Computer gestern alles und heute die gesamte Welt erfunden. In Wirklichkeit verhält es sich nämlich ganz anders und die Kanadier haben alles erfunden, wie wir dem informativen "Newcomers to Canada Day Planner" entnehmen: Neben naheliegenden Geräten wie dem Snowmobile, dem Snowblower, der Gefrierkost, den Schneeschuhen, dem Schlitten, dem Kanadier und der elektrischen Autoheizung haben die gewieften Kanadier, wie wir jetzt wissen, auch die Glühbirne, das Telefon, das Radio und den McIntosh Apple (schon 1796!) erfunden. Und nebenbei auch noch das wichtige Muskol, das unentbehrliche Pablum, den Abdominizer, das Andromonon und nicht zuletzt den SlickLicker. Und seien wir ehrlich, ohne Pablum, jawohl, es handelt sich um DAS Pablum (!), ist eine Liste der Erfindungen praktisch wertlos.


01.10.2005 | 15:16 | Anderswo | Supertiere | Zeichen und Wunder

Kunsthasen


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Hasen haben es im Kunstbetrieb leichter als, sagen wir mal, Spulwürmer. Albrecht Dürer erkannte bereits 1502 deren gut verkäufliche Mischung aus Flauschigkeit und Symbolhaftigkeit (Rammeln und Wiedergeburt), sein Feldhase hängt in der Wiener Albertina, dramatisch und effektvoll beleuchtet, ist aber nur eine Kopie, das Original ist wegen Lichtempfindlichkeit im dusteren Keller verstaut, wenn er nicht gerade illegal vom zwielichtigen Albertinadirektor Schröder an den Prado verliehen wird, wo er in vollkommener Finsternis hängt, was eigentlich auch schon wieder egal ist.
Joseph Beuys teerte und federte am 26. November 1965 sein Gesicht mit Honig und Gold, hielt einen toten Hasen im Arm und erklärte ihm die Bilder einer Ausstellung, weil er die Menschen, die drei Stunden draussen vor den verschlossenen Ausstellungstüren warten mussten, für langsamer bei "Gehirnkapriolen" hielt als selbst einen Hasenkadaver, womit er nicht ganz unrecht hat.
Das Wiener Künstlerkollektiv Gelitin hat nun einen von einem Dutzend Omis gestrickten klopapierrosa Riesenhasen auf einem italienischen Berg abgeladen, und er sieht aus, als sei er aus dem All geplumpst. 20 Jahre soll er dort liegen bleiben. Die Gelitinbuben hatten hier aber eher nicht das Wiedergeburtssymbol oder die schnelle Auffassungsgabe des Nagers im Sinn, sondern die Friedlichkeit des auf dem Bürgersteig verlorenen Spielzeugs oder das Strassenränder säumende unschuldige Aas. So ist auch seine Flanke aufgeplatzt, aus der allerlei wollenes Gedärm quillt, in das man sich kuscheln kann wie eine Made. Und sind wir nicht letztlich alle Maden aus dem All?

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (4)


29.09.2005 | 18:02 | Anderswo | Sachen kaufen

Kackpulver


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Im gleichen Maße, in dem die Zeit und Lust zum Selberbacken abnimmt, schrumpfen die Backpulverabsätze. In Deutschland haben sich die Hersteller damit abgefunden, dass pro Haushalt statt zwei Grammbriefchen pro Jahr künftig eben nur noch eines abgesetzt werden kann, aber auf dem nordamerikanischen Kontinent ist man wie so oft zwei Schritte weiter. In einem ersten Schritt zur gewinnbringenderen Vermarktung wird das Produkt in ein 2-Kilo-Paket abgefüllt, im zweiten denkt sich die Marketingabteilung eine Anwendung aus, die möglichst große Mengen des weißen Stoffs erfordert. "Kuchen nur aus Backpulver", so wird man in der Brainstorming-Sitzung gerufen haben, "zum Putzen verwenden", "auf Partys in großen Schüsseln herumstehen lassen", "Feuer damit löschen", "als Kunstschnee in Abfahrtsskihallen ausstreuen", bis jemand die zündende Idee hatte: "Katzenklo mit Backpulver füllen". Da war das Gelächter groß, die Idee jedoch ward noch am selben Tag auf die Packung gedruckt.


28.09.2005 | 20:31 | Anderswo | Fakten und Figuren

Sport möglicherweise gesund

Wie der Wissenschaftsbüttel fürs Volk, Scientific American, neulich zu berichten wusste, verzeichneten die Notfallambulanzen rund um Boston in der Spielsaison 2004 um so weniger Notfälle, je besser die Red Sox spielten. Während der erfolgversprechendsten und demzufolge beliebtesten Spiele der Baseballmannschaft war die Zahl der Emergency Room-Konsultationen sogar um rund 15% niedriger, als aufgrund historischer Vergleichsdaten zu erwarten gewesen wäre.

Rechnet man das um beziehungsweise rüber beziehungsweise hoch auf Fussball und Deutschland, wird klar, wer 2006 das nationale Gesundheitssystem wirklich entlasten kann. Für den – selbstverständlich völlig unwahrscheinlichen – Fall, dass die deutsche Mannschaft schon im Halbfinale ausscheiden sollte, empfehlen wir jedenfalls für Herbst 2006 schon mal eine Beitragserhöhung ("Klinsmann XI") der Krankenkassen mit einzuplanen – oder doch zumindest einen Verbandskasten stets griffbereit zu halten.

Ira Struebel | Dauerhafter Link


23.09.2005 | 21:27 | Anderswo

Strohfeuer.de

Ungern geben wir zu, dass es – so wie es wahrscheinlich Steine gibt, die selbst Gott nicht hochheben kann – Themen gibt, die zu groß für die Riesenmaschine sind. Auch wenn sie zu 102% nur aus heißer Luft bestehen, wie das bei Mitarbeiter Lobos Geschichte seiner New-Economy-Erfahrungen der Fall ist. Deshalb erscheint diese Geschichte unter dem Titel "Strohfeuer.de" ab sofort in unendlich vielen mehreren Teilen bei Industrial Technology & Witchcraft, zusammen mit einer freundlichen Einleitung und einem bisher unbekannten Foto des jungen Dawson Leery.


... 144 145 146 147 148 [149] 150 151 152 153 154 ...

*  IN DER RIESENMASCHINE


*  ORIENTIERUNG



Werbung
Werbung Ratgeber

*  SO GEHT'S:

- sich empören

- Kendo-Showkampf

- immer zwei Kilopackungen Datteln besitzen

- Power-Napping

*  SO NICHT:

- dürre Roggenhalme

- Kurvendiskussion (zwecklos)

- Spul- und Madenwürmer

- Hardcore-Snoring


*  AUTOMATISCHE KULTURKRITIK

"Train to Busan", Sang-ho Yeon (2016)

Plus: 11, 35, 79, 89, 119, 121, 148
Minus: 1, 46, 99, 140, 201, 202, 214
Gesamt: 0 Punkte


*  KATEGORIEN


*  ARCHIV